Bereits vor der Bundestagswahl hat es am Klinikum Bamberg eine Aktion gegeben, um auf den Personalmangel in der Pflege hinzuweisen. Auch nach der Wahl beteiligten sich die Beschäftigten an einem bundesweiten Protesttag. "Wir begleiten die Koalitionsverhandlungen, damit niemand die Personalnot in den Krankenhäusern vergisst und Union und Grüne an ihre Wahlkampfversprechen erinnert werden", so Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales bei Verdi-Bayern zu den Aktionen.

Im Eingangsbereich des Klinikums Bamberg legten sich am Dienstag um 11.30 Uhr Pflegekräfte vor den Augen von Patienten und Kollegen symbolisch auf den Boden, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Personalrätin Lissy Nagengast, die die Verdi-Kampagne organisiert hat, macht auf die zentralen Forderungen aufmerksam: "Wir wollen bessere Rahmenbedingungen durch mehr Personal, eine gesetzlich geregelte Mindestbesetzung in der Pflege und in anderen Bereichen."

Ein erfahrener Pfleger berichtet aus eigener Erfahrung, dass sich die Situation in den vergangenen Jahren verschärft habe: Die Patienten werden immer älter, haben kompliziertere Krankheiten und werden in kürzerer Zeit behandelt. Das erhöhe den Druck auf die Pflegefachkräfte, die auch oft in ihrer Freizeit einspringen müssten.

Überstundenberge, das Ignorieren von Pausen und fortwährendes Einspringen aus der Freizeit seien längst nichts Außergewöhnliches mehr, sondern vielmehr die Regel, heißt es von der Gewerkschaft Verdi. Das betreffe nicht nur die Sozialstiftung und das Klinikum Bamberg mit seinen 4100 Beschäftigten.