Bamberg
Betrugsmasche

Vorsicht: Falsche Polizisten fragen am Telefon nach Geld

Nach Enkeltrick und Schockanrufen melden sich nun angebliche Polizeibeamte per Telefon. Das Perfide: Im Display wird sogar die Nummer 110 angezeigt.
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Foto: peshkov, fotolia; Retusche: F. Schäfer
Foto: peshkov, fotolia; Retusche: F. Schäfer
Immer geht es ums Kohlemachen: "Ob als falscher Enkel, Staatsanwalt oder Polizist - stets ist es der Versuch, zu betrügen", sagt Peter Rubner von der Bamberger Kripo. Er kennt die Maschen der Kriminellen zu genüge, seien es falsche Gewinnspielversprechen, der sogenannte Enkeltrick - bei dem sich der Anrufer als Enkel ausgibt - oder Schockanrufer. Bei letzterer Variante gibt sich die Person am Telefon als Rechtsanwalt, Polizist oder Arzt aus und berichtet etwavon einem schweren Unfall oder der Verhaftung eines Verwandten. Zur Schadensregulierung seien Sofortzahlungen notwendig.

Seit einigen Monaten sind Anrufe von falschen Polizeibeamten dazu gekommen, in den vergangenen Wochen ist dieses Vorgehen verstärkt aufgetreten. Jüngst wurden im Nachbarlandkreis Kulmbach einige Fälle registriert, wie das Polizeipräsidium Oberfranken bekannt gibt.
Demach läuft das Vorgehen in etwa folgendermaßen ab: "Am Telefon gibt sich jemand als Polizist aus, warnt vor Einbrechern und bietet an, dass ein weiterer Beamter Bargeld und Wertsachen abholt, um sie in Sicherheit zu bringen. Wer hier blind vertraut und nicht kritisch hinterfragt ist sein Hab und Gut los", heißt es in einer Mitteilung.


Nummer eines seriösen Anrufers wird angezeigt

Um seriöser zu wirken, bedienen sich die Betrüger bestimmter Programme aus dem Internet. "Diese sorgen dafür, dass auf dem Display des Angerufenen jede beliebige Nummer angezeigt werden kann", erklärt Alexander Czech, Sprecher beim Polizeipräsidium. So kann es sein, dass die 110 auf dem Display erscheint, oder sogar die Nummer der örtlichen Dienststelle - oder der Staatsanwaltschaft. "Fällt jemand auf die Masche herein, kommen die Betrüger als Polizisten ,in Zivil‘ vorbei und nehmen Geld oder Wertgegenstände mit."
Sein Kollege Peter Rubner von der Kripo erläutert weiter: "Zum Glück erkennen die meisten Menschen den Betrugsversuch und informieren uns." In vielen Fällen bleibe es deswegen bei der "straflosen Vorbereitungshandlung".

Doch selbst, wenn die falschen Polizisten bei den echten gemeldet wurden, ist das Nachverfolgen äußerst schwierig. "Das Phänomen ist bekannt", sagt Rubner. Sein Kollege Czech ergänzt: "Wir wissen, dass diese Leute oft bandenmäßig organisiert sind und meist im Ausland sitzen." Aus einer Art Callcenter heraus rufen laut Rubner gezielt gut Deutsch sprechende Betrüger auch hier in der Region an.
Immerhin: Durch das Bekanntwerden des Enkeltricks sei die Bevölkerung mittlerweile sensibilisiert, erläutert Czech.

Trotzdem fallen immer wieder vor allem ältere Menschen auf die Betrüger herein. Diese bauen Druck auf, bombardieren die Betroffenen mit Telefonanrufen und verunsichern sie.
Die verlieren am Ende oft viel. Was Peter Rubner von der Kripo sagt, stimmt nachdenklich. "Da sparen sich Leute 15 000 Euro zusammen, wirklich vom Mund ab, weil die Enkel etwas davon haben sollen. Und dann ist plötzlich alles weg."
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