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Bei den meisten Bambergs Bürgern stießen die Sitzmöbel aus Plastik, die im Frühsommer auf dem Bamberger Maxplatz probeweise aufgestellt worden waren, auf wenig Gegenliebe. Zu klobig, zu künstlich lauteten die vielfach zu hörenden Aussagen.

Vielleicht geht es den "Banzis" in der öffentlichen Meinung ja besser. Diese alternativen Sitzmöbel aus Holz sind als eine Art augenzwinkernder Protestaktion von Bamberger Bürgern am Dienstagmittag auf der Freifläche vor der Tiefgaragenabfahrt aufgestellt worden.

"Es ist ja immer leicht, über den Vorschlag der Stadt zu meckern, aber wir wollten etwas Konstruktives dagegen setzen", sagt Stefan Kuhn. Bei der Bewertung der bisherigen Vorschläge waren sich der Bamberger Rechtsanwalt und die Bamberger Unternehmerin Gisela Schlenker einig: "Bamberg ist einfach keine Plastikstadt. Es muss doch möglich sein, etwas Schöneres und auch noch Preiswerteres in der Region zu finden", sagten sich beide.

In der "Kleberbudn" wurden sie fündig. Die dort beheimatete Künstler- und Handwerkergruppe ließ sich von dem Gedanken faszinieren, etwas für ihre Heimatstadt zu entwerfen, sich auf ein Experiment einzulassen. Gesucht wurde das Gegenstück zum knallbunten Hart-Plastik-Enzi oder Lego, wie die Kunststoffmöbel auch genannt werden. Diese haben bekanntlich ihren Ursprung auf der Wiener Museumsinsel und gelten zur Aufwertung des Maxplatz als heimlicher Favorit der Stadtverwaltung.

Den ersten Prototypen fehlt zwar noch der letzte Schliff, darunter auch die für den Aufenthalt im Freien nötige kräftige Lackierung, aber ein Eindruck lässt sich schon gewinnen. Das junge Team, in dem auch eine Schreinerin mitarbeitet, baute die Euro-Paletten zu individualisierten Sitzmöbeln und einer großen Schaukel zusammen.

Besonderer Clou: Die Banzis, wie Gisela Schlenker und Stefan Kuhn, die Enzi-Konkurrenz getauft haben, verbinden das Praktische mit dem Anspruch, etwas Eigenständiges zu schaffen, das es nur hier in Bamberg gibt. Die ebenfalls aus Paletten gefertigten Rückenlehnen sind mit verfremdeten Bamberg-Motiven bedruckt, eine Kreation von Christoph Lilge , Stephan Schaumann, Philipp Zipfel und Bianca Kraus.

Ob sich der Charme der hölzernen Banzis gegen die bunten Enzis durchsetzen kann? Der Stadtrat will im November darüber entscheiden, mit welcher Art von Möblierung das Ziel der Aufwertung umgesetzt werden könnte. Das Budget für diese Investition lag bisher bei 25000 Euro und würde für zehn bis 15 Enzis reichen.

Dagegen sind die in Bamberg zusammengezimmerten Europalettenbänke fast schon ein Schnäppchen: "Für 25000 Euro könnten wir etwa 50 Banzis bauen und künstlerisch bedrucken", sagt Lilge.

Zu einem ausführlichen Bericht mit Hintergründen gelangen Sie hier.