Bamberg
Polizeiarbeit

Tatort Sandstraße: Ermittlungen der Kripo sorgen in Bamberg für Aufsehen

Schwarz-weiße Messpunkte kleben auf Autos und selbst auf der Elisabethenkirche: Ermittler vermessen in Bamberg den Ort eines brutalen Übergriffs vom Sommer.
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Tatort-Dreh in Bamberg? Nein, Realität: In der Oberen Sandstraße haben Spezialisten vom bayerischen Landeskriminalamt die Kriminalpolizei Bamberg bei  Ermittlungen unterstützt. Sie wollen mit 3D-Messungen einen Tathergang aus dem Sommer ergründen. Foto: News5/Herse
Tatort-Dreh in Bamberg? Nein, Realität: In der Oberen Sandstraße haben Spezialisten vom bayerischen Landeskriminalamt die Kriminalpolizei Bamberg bei Ermittlungen unterstützt. Sie wollen mit 3D-Messungen einen Tathergang aus dem Sommer ergründen. Foto: News5/Herse
Szenen wie aus einem Tatortfilm haben sich am Mittwochmorgen in der Oberen Sandstraße in Bamberg abgespielt. Die Polizei sperrt am Vormittag immer wieder für kurze Zeiträume mit Einsatzfahrzeugen den Bereich um die Elisabethenkirche ab, Beamte bringen schwarz-weiße Messpunkte in DIN-A4-Größe auf Autos und Hauswänden an. Was wirkt wie ein Krimidreh, ist in Wirklichkeit echte Polizeiarbeit: Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken gegenüber inFranken.de bestätigt, handelt es sich um Ermittlungsarbeiten von Spezialisten des bayerischen Landeskriminalamts (LKA). Die Experten unterstützen die Kriminalpolizei Bamberg im Fall eines versuchten Totschlags aus dem Sommer.

Bildergalerie: Ermittlungen in der Oberen Sandstraße in Bamberg

Denn ein 28 Jahre alter Mann steht nach Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft Bamberg im Verdacht, für einen gewaltsamen Übergriff am 30. Juli verantwortlich zu sein. Der Mann soll damals einen 35-Jährigen an dem frühen Sonntagmorgen gegen 4.45 Uhr in der Oberen Sandstraße mit Schlägen und Tritten erheblich verletzt haben. Auch ein 19-Jähriger könnte als Mittäter in Frage kommen. Selbst als der 35-Jährige am Boden lag, soll der 28-Jährige noch auf ihn eingetreten und ihn dabei weitere Verletzungen am Kopf zugefügt haben.

Das Opfer schwebte damals in Lebensgefahr, ist derzeit laut Staatsanwaltschaft auf dem Wege der Besserung, wird aber wohl bleibende Schäden davon tragen. Passanten leisteten damals Erste Hilfe und riefen später die Polizei. Die Beamten konnten durch die sofort eingeleitete Fahndung die zwei Tatverdächtigen in der Nähe des Tatorts festnehmen. Gegen den 28-Jährigen war daraufhin Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. "Der Mann saß rund zwei Monate in Untersuchungshaft, derzeit aber nicht mehr, da kein dringender Tatverdacht mehr gesehen wird", erklärt Oberstaatsanwalt Matthias Bachmann am Mittwoch auf Nachfrage. Allerdings könnte der Mann weiterhin als Täter in Frage kommen. "Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen."

Das zeigt sich auch an den Messungen am Mittwochvormittag in der Oberen Sandstraße: Mithilfe des Landeskriminalamts haben die Ermittler den Tatort dreidimensional vermessen, um so neue Erkenntnisse in dem Fall zu gewinnen.

Die Ermittlungsarbeit sorgte zeitweise für Irritationen in der Sandstraße, mehr dazu im Premium-Artikel.
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