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Engagement

Tafel Burgebrach feiert ihren zehnten Geburtstag

Aus einst fünf Kunden wurden in zehn Jahren 50 Familien, die von der Tafel Burgebrach St. Vitus mit Lebensmitteln aus der Region versorgt werden.
Essensausgabe: Die Taschen der Kunden werden befüllt. Hinein kommen Obst, Gemüse, Kühl- und Backwaren.  Foto: Ronald Rinklef
 
Mittwoch, 14.30 Uhr. Vor dem ehemaligen Trafohaus in der Grasmannsdorfer Straße versammelt sich eine Gruppe von etwa 20 Leuten. Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, manche mit Kinderwagen, alle mit Taschen.Es kommen weniger als sonst. "Man merkt, dass Monatsanfang ist, da freuen sich die Leute, dass sie selbst einkaufen gehen können, was ihr Selbstwertgefühl unheimlich steigert", kommentiert Debrah Neser die Größe der Gruppe. Jeder der Wartenden erhält für 2,50 Euro eine kleine, nummerierte Holzmünze, wird einzeln nach aufgerufen und ins Innere gebeten. Dort gibt er die Münze und vier Taschen ab, die nun befüllt werden mit Obst, Gemüse, Kühl- und Backwaren.

Seit zehn Jahren gibt es die Tafel in Burgebrach mittlerweile schon. Im Oktober 2007 wurde sie als Zweigstelle der Bamberger Tafel gegründet, 2015 übernahm die Katholische Kirchenstiftung St. Vitus die Trägerschaft. Die 52-jährige Burgebracherin leitet die Einrichtung seit der Gründung und kümmert sich begeistert um ihre Kunden. Sechs Tage die Woche wird gearbeitet, zusätzlich findet Mittwoch und Samstag von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr die Ausgabe statt, die restliche Zeit werden Lebensmittel von zahlreichen Supermärkten und Bäckereien der Region gesammelt und für die Ausgabe vorbereitet. Unterstützt wird die Burgebracherin von 35 ehrenamtlichen Mitarbeitern, unter ihnen drei Geflüchtete und Kunden der Tafel, die sich aus Dankbarkeit engagieren.


Pfarrgemeinden unterstützen

Außerdem arbeitet die Einrichtung mit der örtlichen Mittelschule im Rahmen des Projekts "Wir für Andere" . Weitere Unterstützung kommt von verschiedenen Pfarrgemeinden, die mit Sach- und Geldspenden im Advent und zu Erntedank den Menschen in Not helfen.

In den zehn Jahren seit der Gründung hat sich vieles verändert. Aus anfangs privaten Fahrzeugen, die zum Sammeln der Lebensmittel herhalten mussten, ist ein Kühlwagen geworden, finanziert durch Spenden.

Aus drei bis fünf Kunden pro Ausgabe wurden 30. Doch die Kapazitäten sind endlich, ausgegeben werden kann nur, was vorher auch gespendet wurde. "Ich muss über einen Aufnahmestop nachdenken, wir können nicht mehr alle versorgen, die berechtigt wären", sagt Debrah Neser. Berechtigt sind Aufstocker, also Menschen, die arbeiten gehen, jedoch nicht von ihrem Gehalt alleine leben können, dieses daher mit staatlicher Unterstützung auf einen zum Leben notwendigen Betrag aufstocken müssen.


Ein Teufelskreis

Das absurde daran: Würden diese Menschen nicht arbeiten gehen und stattdessen das volle Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV) beziehen, hätten sie Anfang des Monats mehr Geld auf dem Konto. Auch Rentner, die unter Altersarmut leiden, und Arbeitslosengeld-2-Empfänger dürfen sich hier Verpflegung für die Woche holen. Zudem wird den Rentnern in Notfällen auch finanziell geholfen. Mitverantwortlich dafür, dass Kunden oft jahrelang auf die Essensausgabe angewiesen sind, sei die sogenannte Leiharbeit, meint Debrah Neser. Unternehmen stellen hierbei befristet Personal über eine Zeitarbeitsfirma ein, wodurch sie sich einen Teil der Sozialabgaben sparen. Nach Auslaufen des befristeten Arbeitsvertrages wird der Arbeitnehmer entlassen und durch einen neuen Leiharbeiter ersetzt. So entstünde ein Teufelskreis, der es den Betroffenen beinah unmöglich mache, sich aus eigener Kraft aus der Armut zu befreien.


Kontakt zur Tafel Burgebrach St. Vitus

Informationen: Fragen zur Tafel beantwortet Debrah Neser, Telefon 09546/8166.

Bankverbindung: Spenden: Raifeisenbank Burgebrach, IBAN: DE 48 7706 2014 0700 0150 40, BIC: GENODEF1BGB
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