Es war das Duell "David gegen Goliath" in gleich doppelter Hinsicht. Ohnehin ging der Bundesliga-Aufsteiger aus Erfurt als krasser Außenseiter in die Partie gegen den neunfachen deutschen Basketballmeister aus Bamberg. Doch damit nicht genug: Die vom Verletzungspech gebeutelten Thüringer hatten nur sieben einsatzfähige Spieler zur Verfügung, während die Bank der Gäste voll besetzt war. Das Ergebnis fiel entsprechend deutlich aus. Mit 92:64 (61:32) fuhren die Bamberger am Freitagabend in der Messehalle Erfurt den erwarteten Kantersieg ein.


Gerüchte um Quincy Miller

Die Bundesliga-Regularien sehen vor, dass zehn Spieler auf dem Mannschaftsbogen aufgeführt sein müssen. Bei den Erfurtern waren es nur sieben - mit acht verletzten Akteuren ist ihre Ausfallliste länger. Die Bamberger mussten dagegen aufgrund der Ausländerregelung auf zwei Akteure verzichten. Neben Aleksej Nikolic traf es erneut Quincy Miller, der schon zuletzt gegen Gießen zuschauen musste. Am Freitag kamen bereits Gerüchte auf, dass die Zeit des im Sommer verpflichteten US-Amerikaners in Bamberg schon wieder vorbei ist. "Wir glauben, dass das derzeit das Beste für unser Team ist", sagte Ilias Kantzouris auf die Frage bei telekombasketball.de, warum Miller erneut aussetzen müsse. Der griechische Co-Trainer vertrat in Erfurt - nicht zum ersten Mal - Chefcoach Andrea Trinchieri.
Die Partie nahm von Beginn an den erwarteten Verlauf. Das Brose-Team lag bereits nach vier Minuten zweistellig in Führung (14:2). Dass der Vorsprung dann nicht weiter anwuchs, lag an Daniel Schmidt. Der Ex-Bamberger übernahm in der Offensive viel Verantwortung und hatte zur Pause bereits elf Punkte auf seinem Konto. Allerdings konnte der Erfurter Aufbauspieler nicht verhindern, dass die Bamberger dann doch davonzogen. Dank vieler Punkte nach Schnellangriffen, fintenreichen Aktionen unter dem Korb von Luka Mitrovic und einer starken Dreierquote von Bryce Taylor lag der Favorit zur Halbzeit klar mit 61:32 vorne.


Vorsprung nur noch verwaltet

Die Erfurter Rumpftruppe fügte sich aber nicht in ihr Schicksal, sondern leistete weiterhin größtmöglichen Widerstand und gewann den dritten Spielabschnitt sogar mit 20:12. Die Bamberger gaben sich auch im Schlussdurchgang zufrieden, ihren großen Vorsprung zu verwalten und spielten lange nicht mehr so druckvoll wie vor der Pause. Damit versäumten sie es, nach den beiden holprigen Leistungen gegen Würzburg und Gießen Selbstvertrauen zu tanken.
Am Sonntag (17.30 Uhr) sind die Bamberger zu Gast bei den Walter Tigers Tübingen. Die Schwaben verloren nach ihrer Heimniederlage gegen Bayreuth am Freitagabend auch ihr zweites Saisonspiel in Berlin mit 63:99 recht deutlich.


Die Statistik

Oettinger Rockets -
Brose Bamberg 64:92

(19:30, 13:31, 20:12, 12:19)

Erfurt Schmidt (20 Punkte/4 Dreier), Obasohan (16/2), Kullamäe (10/2), Dizdarevic (9/2), Oehle (6), Stanic (3), Ibekwe

Bamberg Radosevic (19), Taylor (16/4), Mitrovic (12), Hickman (9/1), Zisis (9/1), Rubit (9/1), Heckmann (8/2), Hackett (3/1), Lo (3/1), Harris (2), Staiger (2), Müller
SR Barth, Groll, Krüper
Zuschauer 2391
Gesamtwurfquote Erfurt 31 Prozent (18 Treffer/58 Versuche), Bamberg 54 (36/67)
Dreier Erfurt 42 Prozent (10/24), Bamberg 37 (11/30)
Freiwurfquote Erfurt 75 Prozent (18/24), Bamberg 90 (9/10)
Rebounds Erfurt 35 (23 defensiv/12 offensiv), Bamberg 37 (30/7)
Ballgewinne/-verluste Erfurt 3/15, Bamberg 11/4
Assists Erfurt 9 / Bamberg 27
Fouls Erfurt 13 / Bamberg 17