Auf die Fußballer der DJK Don Bosco Bamberg wartet am Sonntag (15 Uhr) zum Abschluss der Vorrunde in der Bayernliga Nord die nächste Herkules-Aufgabe, wenn sie auf der Rudi-Ziegler-Sportanlage den Spitzenreiter Würzburger FV empfängt.
Deutlich verbessert im Vergleich zur Heimpartie gegen den FC Sand präsentierten sich die Wildensorger beim Gastspiel in Eltersdorf, wo sie dem SCE alles abverlangten und ebenbürtig agierten, dennoch aber mit leeren Händen die Heimfahrt antraten (1:0). "Wir waren spielerisch und taktisch gut, standen bei mehreren klaren Chancen zweimal am Fünfer völlig frei, ohne effizient zu sein", skizziert DJK-Trainer Mario Bail einmal mehr das leidige Thema und die ärgerliche Niederlage. Noch enttäuschender war, dass die Entscheidung durch einen sehr fraglichen Elfmeterpfiff fiel. Dennoch nahmen seine Schützlinge viel Positives mit. "Das hat uns Mut gegeben. Gegen Würzburg können wir ein Stück weit befreiter aufspielen, da der Ballbesitz nicht so im Vordergrund steht", so Bails Prognose.
Der WFV schwimmt auf einer Erfolgswelle, übertraf den tollen Saisonstart (vier Siege, ein Remis) in den letzten acht Begegnungen mit weiteren sieben "Dreiern", darunter die Erfolge bei den Spitzenteams in Eltersdorf (1:0) und Ansbach (3:0). Lediglich in der spannungsgeladenen Partie bei Viktoria Aschaffenburg mussten sich die Unterfranken mit 1:2 nach einer 1:0-Führung und Gegentreffern in Minute 84 und 87 unglücklich geschlagen geben. Gut erholt davon wiesen sie zuletzt den Tabellenvierten TSV Aubstadt mit 2:1 in die Schranken.
Paradestück des WFV ist das Offensivquartett mit dem 30-jährigen Rumänen Cristian Dan in der Spitze (letztjährige Topverpflichtung und mit zehn Treffern Führender der internen Torjägerliste), mit dem spritzigen und technisch versierten Dennie Michel (25 Jahre, 6 Tore) auf der linken sowie dem wendigen und trickreichen Patrick Hofmann (25, 2) auf der rechten Außenbahn. Auf der Zehnerposition als hängende Spitze bestimmt der diesjährige "Königstransfer" Sebastian Fries (24, 6), der vom Nachbarn Würzburger Kickers in den Stadtteil Zellerau kam, als unermüdlicher Kämpfer und Antreiber den Rhythmus. Der sofort zum Kapitän bestimmte Fries verpasste wie der herausragende Schlussmann André Koob (26) bisher keine einzige Spielminute, zeigte sich vor allem in den Duellen mit den Topteams der Liga in bester Form und avancierte oft zum Matchwinner. Dass hinter diesen Vier mit Adrian Istrefi (24, 7 Tore) ein weiterer Ausnahmekönner das Spiel als Regisseur aus der Defensive lenkt, hebt das Leistungsvermögen der Truppe des ehrgeizigen Trainers Marc Reitmaier auf das Spitzenniveau in der Bayernliga.
Der 34 Jahre alte Übungsleiter übernahm trotz eines Angebots als hauptamtlicher Trainer im Nachwuchsbereich des Bundesligisten TSG Hoffenheim den WFV nach neun Spieltagen der Saison 2015/16 als Tabellenschlusslicht und brachte die Spielfreude zurück. Er absolviert derzeit seine dritte Spielzeit auf der Kommandobrücke und peilt nach zwei zwölften Plätzen einen in der vordersten Region an. Die zunächst ausgegebenen Ziele "Klassenerhalt" und "so schnell wie möglich 40 Punkte erreichen" sind bei aktuell 36 Zählern fast schon in trockenen Tüchern. Reitmaier legt Wert auf Einsatz, Willen und Leidenschaft. Die Weiterentwicklung seines Teams ist unübersehbar, zumal auch die Abwehr deutlich an Stabilität gewonnen hat.
Für Bails Wildensorger Truppe steht eine große Herausforderung an, zumal sie sich zu Hause oft zu wirkungslos zeigte. Nur ein Sieg und Remis stehen fünf Niederlagen gegenüber - Vorletzter der Heimtabelle. Keine Frage, die Don-Bosco-Elf startet als krasser Außenseiter gegen einen selbstbewussten Kontrahenten und muss sicher auf Daniel Schäffler und möglicherweise Henrik Schwinn (beide krank) verzichten. Kapitän Markus Fischer ist auf dem Sprung zurück in den Kader.
DJK Don Bosco Bamberg: Glos, Trunk - Esparza, Fischer, Jessen, Kane, Kettler, Körner, Leicht, Ljevsic, Niersberger, Schmoll, Schwinn (?), Sengül, Spies, Strobler, Strohmer, Wunder