Bamberg
Fußball-Bayernliga Nord

DJK Don Bosco ist beim Spitzenreiter gefordert

Die Bamberger freuen sich auf das Duell beim Topteam in Aschaffenburg und wittern eine Außenseiterchance.
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In höchster Not klärt Pascal Niersberger (l.) gegen den überragenden Aschaffenburger Björn Schnitzer, der bereits 19 Treffer für den Spitzenreiter erzielt hat. Foto: sportpress
In höchster Not klärt Pascal Niersberger (l.) gegen den überragenden Aschaffenburger Björn Schnitzer, der bereits 19 Treffer für den Spitzenreiter erzielt hat. Foto: sportpress
Ohne großen Druck kann sich die DJK Bamberg ihrer Herkules-Aufgabe am 21. Spieltag widmen, wenn sie heute (14 Uhr) beim Topfavoriten auf die Meisterschaft in der Bayernliga Nord ihre Visitenkarte abgibt. Beim Gastspiel im legendären Stadion am Schönbusch, wo der aktuelle Spitzenreiter Viktoria Aschaffenburg seine Heimspiele austrägt, sind die Wildensorger krasser Außenseiter.
Trotz dieser klaren Ausgangsposition ist DJK-Coach Mario Bail zuversichtlich gestimmt. "Wir dürfen uns alle darauf freuen, uns mit der besten Mannschaft der Liga zu messen, die mit Björn Schnitzer auch den mit Abstand stärksten Akteur in ihren Reihen hat." Bail ist voll des Lobes hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der "Fast-Hessen", sieht seine nicht zuletzt durch den jüngsten Heimdreier gegen Jahn Forchheim wieder mehr Mut schöpfende Elf jedoch keinesfalls chancenlos. Er weiß aber, dass bereits für einen Teilerfolg nahezu alles stimmen muss. "Wir wollen mutig auftreten." Im Vorrundenspiel dominierte das Viktoria-Team in allen Bereichen, was sich auch im klaren Ergebnis (0:3) widerspiegelte.
Der Bamberger Chefanweiser bezeichnete das eigene 1:0 im Derby gegen Forchheim als "überlebenswichtig" und gewann viele positive Erkenntnisse. "Wir haben einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, nach der Führung in der zweiten Halbzeit nichts mehr zugelassen." Seine Schützlinge "rackerten unermüdlich", was im DJK-Lager die Hoffnung in Sachen Klassenerhalt wieder steigen lässt. "Bis auf das Spiel gegen Sand, was unser absoluter Tiefpunkt war, agierten wir immer auf Augenhöhe", so der ehrgeizige Trainer, dem der Sportliche Leiter Holger Denzler uneingeschränkt beipflichtet. "Die Mannschaft zeigte in den letzten zwei Begegnungen eine prima Reaktion. Unsere Spieler sind gewillt, weiterhin alles in die Waagschale zu werfen. Die Niederlagenserie zuvor zehrte bei allen im Club an den Nerven. Die Antwort gegen Forchheim war richtig gut. Mit diesem Erfolgserlebnis fahren wir nach Aschaffenburg, wo wir nichts zu verlieren haben."
Die Schützlinge des Ex-Profis Jochen Seitz (u. a. für den Hamburger SV und Schalke 04) kamen lange Zeit mit der Favoritenbürde nicht zurecht, belegten nach zehn Spieltagen lediglich Rang 5 und hatten bereits sechs Zähler Rückstand auf den damaligen Tabellenführer SC Eltersdorf. Erst im Laufe der Saison wuchsen sie zu einer verschworenen Gemeinschaft und gewannen in zuletzt elf Partien neunmal. Mit dem jüngsten 2:1-Sieg beim TSV Aubstadt krönten sie die Aufholjagd und erklommen erstmals den Platz an der Sonne, da der bisherige Erste Würzburger FV beim SV Erlenbach nicht über ein 1:1 hinauskam.
Matchwinner war einmal mehr Offensivakteur Björn Schnitzer, der beide Treffer erzielte und sein persönliches Torekonto auf 19 schraubte. Der in der Talentschmiede der Frankfurter Eintracht ausgebildete 25-Jährige glänzt zudem als Spielmacher und effektiver Freistoßspezialist, verbindet Technik und Spritzigkeit wie kein zweiter in dieser Bayernliga und überzeugte mit seinen dynamischen Auftritten die Verantwortlichen des Zweitligisten SV Darmstadt 98, die intensiv über eine Verpflichtung der Aschaffenburger "Lebensversicherung" nachdenken.
Von seinen Vorlagen profitiert vor allem Christian Breunig, der schon achtmal einnetzte. Der 26 Jahre alte, spielstarke Mittelstürmer steckt die Belastungen der unter Profibedingungen arbeitenden Aschaffenburger immer besser weg, entpuppte sich zum Leistungsträger und bestätigte damit seine Vorschusslorbeeren als Königstransfer (ehemals Haibach). Der 41-jährige Seitz hat mit dem wieselflinken und vor dem Tor kaltschnäuzigen Gökhan Aydin einen weiteren Topangreifer zur Verfügung, der mit Breunig oftmals eine nur schwer zu kontrollierende Doppelspitze und mit Schnitzer ein "magisches Dreieck" bildet.
Ferner verlangt der akribische Coach seinen Mannen in der Trainingsarbeit viel ab, was sich gerade in jüngster Zeit immer wieder lohnend auswirkte. Seine Truppe konnte im physischen Bereich immer wieder in der Schlussphase zulegen und von einstudierten Standards profitieren. Neben Schnitzer unterstrich Abwehrspieler Hamza Boutakhrit seine Kopfballstärke. Innerhalb von zehn Tagen "erlegte" er zweimal die Forchheimer, indem er im Heimspiel (3:2) in der Schlussminute und auch in Forchheim (0:1) jeweils den Siegtreffer markierte.
Keine Frage, die Don-Bosco-Elf trifft auf einen in allen Mannschaftsteilen erstklassig besetzten Gegner, der mit allen Mitteln Platz 1 verteidigen will. Möglicherweise muss Mario Bail bei seiner Aufstellung improvisieren, denn Kapitän Markus Fischer und Timo Strohmer haben sich eine Erkältung eingefangen, Christopher Kettler hat weiterhin mit seiner Schulterverletzung zu kämpfen. Ihr Einsatz ist fraglich. Ali Eckert und Nicolas Esparza stehen wieder zur Verfügung.
DJK Bamberg: Glos, Trunk - Eckert, Esparza, Fischer (?), Jessen, Kane, Kettler (?), Leicht, Ljevsic, Niersberger, Schäffler, Schmoll, Schwinn, Sengül, Spies, Strobler, Strohmer (?), Wunder, Zoumbare
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