Wildensorg
Damen-Basketball

Die Premiere in Bamberg ist voll gelungen

Am Georgendamm kommt es zum Messen der deutschen Korbjägerinnen aus den 2. Ligen. Der Norden gewinnt mit 86:64.
Artikel einbetten Artikel drucken
Die Lokalmatadorin Julia Förner (r.) und Theresa Simon (Team Nord, Wolfpack Wolfenbüttel) schenken sich hier nichts. Fotos: sportpress
Die Lokalmatadorin Julia Förner (r.) und Theresa Simon (Team Nord, Wolfpack Wolfenbüttel) schenken sich hier nichts. Fotos: sportpress
+24 Bilder
Das bärige Maskottchen Freaky ist in der Brose Arena für gewöhnlich Teil des Business, einer der Stimmungsmacher vor über 6000 ohnehin schon begeisterten Zuschauern. Am Samstag war Freaky gern gesehenes Mitglied einer gut gelaunten Familie, die nicht das Kommen der Sternsinger feierte, sondern Basketball auf ihre eigene, aber auch nicht minder professionelle Art bei der Premiere des "German Allstar Day" (GAD) vor mehr als 600 Fans in der Halle am Georgendamm.
Ohne Unterlass waren viele der 40 U10-/U12-Mädchen hinter dem Brose-Bären her, die am Vormittag in der Gereuther Baskidhall unter der Anleitung von Kai Tzschentke ihr Können gezeigt und erweitert hatten. Am Nachmittag geleiteten die Nachwuchshoffnungen aus ganz Deutschland ihre Vorbilder aufs Spielfeld. Den Vergleich der deutschen Korbjägerinnen aus den 2. Ligen gewann die Nord-Auswahl klar mit 86:64 (53:39) gegen den Süden.
Nicht nur ihrer 25 Punkte wegen durfte sich die Berlinerin Nyara Sabally völlig zu Recht als "MVP" feiern lassen. Im Wettbewerb der Dreier-Schützinnen musste sich Nikola Kacperska (Elangeni Falcons Bad Homburg) klar Liisi Sokman geschlagen geben. Der Estin, langjährige Leistungsträgerin der DJK Brose Bamberg in der 1. und 2. Liga, mittlerweile heimisch im Süden Bayerns, war die Freude über das Wiedersehen in der fränkischen Heimat ins Gesicht geschrieben.
Rolf Beyer, der Geschäftsführer des deutschen Herren-Meisters Brose Bamberg und Förderer des Damen- und Mädchenbasketballs in Bamberg, wird es gerne hören, dass die erste Ausgabe des GAD zu einem vollen Erfolg geriet. Wiederholung? "Natürlich", sagt Birgit Kunel (Leverkusen), die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der 2. Damen-Ligen. "Jederzeit", erklärt Achim Barbknecht (Hannoversch Münden), der Geschäftsführer der Bundesliga, "wenn das so läuft wie hier. Der Zuspruch und die Atmosphäre sind überaus erfreulich." In Bamberg ist es bestens gelaufen, seit sich der Sportliche Leiter Sebastian Gut für die DJK Brose Bamberg im Frühsommer erfolgreich um die Ausrichtung der Premierenveranstaltung beworben hatte und sich auf unzählige Helfer aus den Reihen von Brose Bamberg, DJK Brose Bamberg, DJK Don Bosco Bamberg und SC Kemmern verlassen konnte.
Das Ergebnis am Samstag? Eine runde, von allen Seiten gelobte Sache, vom Catering über den Aktionstag für die Minis bis hin zum Dreier-Wettbewerb und Nord-Süd-Vergleich der 2. Ligen. Die Kemmernerin Julia Förner (DJK Brose Bamberg), von den Fans im Internet in die "Starting Five" des Südens gewählt, erkannte mit ihren Kameradinnen schnell, dass "auf der anderen Seite in der Verteidigung um 50 Prozent aggressiver gearbeitet wird". Gutes Zusammenspiel auch im Angriff und drei Foulp fiffe gegen die Münchnerin Emily Bessoir in den ersten fünf Minuten brachten den Norden schon im ersten Viertel (21:20) nach vorn.
Julia Förner, seit gestern 17 Jahre alt, spricht sicher für alle Protagonistinnen: "Das Spiel hat super viel Spaß gemacht. Wir haben unsere Fehler gelassen genommen. Man hat sich auf dem Spielfeld sehr gut verstanden, auch wenn es ein sehr aggressives Spiel war. Die Abschlussfeier zeigte nochmals, wie alle Leute zusammengewachsen sind, und das an nur einem Tag. Wir hatten alle viel Spaß. Wir haben neue Freundschaften geschlossen und alte bestärkt."
Nord-Allstars: Amojo (8), Sabally (25, beide TuSLi Berlin), Happel (12), Nettersheim (7, beide BBZ Opladen), Reichert (4, Bender Baskets Grünberg), Rosemeyer (5), Simon (2, beide Wolfpack Wolfenbüttel), Strozyk (11), Tews (beide GiroLive Panthers Osnabrück), Tzokov (12, TG Neuss Tigers); Trainer: Mario Zurkowski (GiroLive Panthers Osnabrück)
Süd-Allstars: Bessoir (7, Burger Estriche Jahn München), Elbert (5, Rutronik Stars Keltern II), Förner (7, DJK Brose Bamberg), Georgieva (13), Lehnert (2, beide Elangeni Falcons Bad Homburg), Heise (4, TSV Wasserburg II), Jäger (11), Schiffer (9, beide Bvuk. Sharks Würzburg), Krick (4), Stiller (2, beide SG Weiterstadt); Trainer: Jay R. Brown (Elangeni Falcons Bad Homburg)


Kommentar: Der nachhaltige Weg

Es sind in der Regel ein paar Nullen vor dem Komma, die den Unterschied in der Entlohnung der beiden Geschlechter im Basketballsport ausmachen. Die deutsche Meisterschaft bei den Korbjägerinnen sei schon für die Summe zu haben, die ein besserer Bundesligaspieler im Jahr verdient, heißt es an den Sportstammtischen.
Es dürfte kein Problem sein für Brose Bamberg, den deutschen Serienmeister der Herren, Partner und Förderer in der Nachbarschaft, mit weiteren Gönnern an der Seite die DJK Brose in Kürze zur Nr. 1 der Damen in der Republik zu machen.
Das ist nicht das Ding der Verantwortlichen in der oberfränkischen Basketballstadt. Sie sagen Nein zu diesem Weg. Sie haben sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Die Jugend fördern, ihr die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln, das ist der Geist der Sponsoren, die sich in Bamberg und Umgebung für den Mädchen- und Damen-Basketball engagieren. Schnelle Erfolge mit eingekauften Spielern aus aller Herren Länder ließen sich nur mit weiterem Geld wiederholen.
Die einheimische Jugend und die Nachwuchsarbeit blieben auf der Strecke. Julia Förner, Magdalena Landwehr, Nina Kühhorn und weitere Talente aus dem Bamberger Programm stehen mit ihren Erfolgen für den richtigen, nachhaltigen Weg. Wie auch der "German Allstar Day" der 2. Ligen, bei dem sich die deutschen Spielerinnen präsentieren können - bei der Premiere am Bamberger Georgendamm beachtenswert.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren