Bamberg
Basketball-Euroleague

Champion zu stark: Brose Bamberg unterliegt Fenerbahce Istanbul deutlich

Brose Bamberg unterliegt gegen das Starensemble von Fenerbahce Istanbul deutlich mit 57:80.
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Brose-Center Augustine Rubit schließt gegen Nicolo Melli mit einem Dunking ab. Jan Vesely (r.) von Fenerbahce Istanbul beobachtet die spektakuläre Aktion. Fotos: Daniel Löb
Brose-Center Augustine Rubit schließt gegen Nicolo Melli mit einem Dunking ab. Jan Vesely (r.) von Fenerbahce Istanbul beobachtet die spektakuläre Aktion. Fotos: Daniel Löb
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Kein Geringerer als der amtierende Euroleague-Champion Fenerbahce Istanbul hat die Erfolgsserie der Bamberger Brose-Basketballer gestoppt. Nach zuletzt drei Siegen in Folge in der europäischen Königsklasse musste sich der deutsche Meister trotz einer kämpferisch starken Leistung dem Starensemble aus der Türkei um die beiden Ex-Bamberger Nicolo Melli und Brad Wanamaker mit 57:80 (33:43) geschlagen geben. Jetzt gilt es die Kräfte zu bündeln, denn bereits am Sonntag (19.15 Uhr/Sport 1 live) kommt mit den Fraport Skyliners Frankfurt eine Mannschaft in die Arena, die bisher in der Bundesliga für Furore sorgte und mit 6:2 Siegen als Tabellenvierter vier Plätze vor dem Brose-Team (5:3) rangiert.
Gänsehaut-Atmosphäre - erst wurden die Rückkehrer Melli und Wanamaker von den Fans mit tosendem Applaus begrüßt, dann gab es nach der Spielervorstellung herzliche Umarmungen zwischen den ehemaligen und verbliebenen Meisterspielern. Und auch die 300 Fenerbahce-Anhänger trugen ihren Teil zur fantastischen Stimmung bei.
Nach einem starken Start mit fünf Taylor-Punkten (7:4) drehte Fenerbahce auf und zog, angeführt von Wanamaker und Jan Vesely. mit einem 12:0-Lauf auf 16:7 davon. Eine Auszeit von Andrea Trinchieri bewirkte dann eine deutliche verbesserte Verteidigung der Hausherren, und auf der anderen Seite des Feldes brachten Luka Mitrovic, Augustine Rubit und Maodo Lo die Bamberger bis auf 18:21 heran.
Fenerbahce zeigte sich aber wenig beeindruckt von dieser Aufholjagd und fand nach starkem Passspiel immer wieder die freien Schützen. Mit seinem bereits dritten Dreier brachte Wanamaker die Gäste nach 15 Minuten erstmals zweistellig in Front (39:29). Sieben Distanzwürfe versenkte der Champion in den ersten 20 Minuten und leistete sich dabei nur zwei Fehlwürfe. Die Gastgeber trafen bei zehn Versuchen viermal, taten sich aber insgesamt gegen die aggressive Defensive der Obradovic-Truppe schwer, in einen offensiven Rhythmus zu kommen. Dorell Wright, der lange kein Wurfglück hatte, war es dann zu verdanken, dass der Brose-Rückstand zur Pause nur zehn Punkte betrug.
Nach dem Seitenwechsel ging der Kampf auf beiden Seiten mit unverminderter Intensität weiter. Die Bamberger Offensivaktionen wirkten teilweise etwas überhastet und gezwungen, doch auch bei Fenerbahce lief nicht mehr alles rund. Lo brachte den Rückstand der Gastgeber per Dreier erstmals wieder in den einstelligen Bereich. Die Bamberger gewannen das korbarme dritte Viertel mit 13:11 und durften beim 46:54 noch auf die Überraschung hoffen.
Am Ende ohne Chance
Allerdings taten sich die Bamberger auch in der Anfangsphase des Schlussviertels schwer, gegen die harte Verteidigung der Türken zu Punkten zu kommen. Sechs Minuten vor dem Ende lag der Favorit wieder deutlich mit 64:48 in Front. Nach weiteren zweieinhalb Minuten ohne Korberfolg der Hausherren sorgte der starke Gigi Datome mit seinen Punkten zum 68:48 dann schnell für die Vorentscheidung.
Die Statistik
Brose Bamberg - Fenerbahce Istanbul 57:80
(16:21, 17:22, 13:11, 11:26)
Bamberg Rubit (12 Punkte), Lo (10/2 Dreier), Wright (9/1), Mitrovic (6), Taylor (5/1), Hickman (5/1), Staiger (3/1), Nikolic (3/1), Zisis (2), Radosevic (2)
Istanbul Vesely (15), Wanamaker (13/3), Datome (12/2), Sloukas (11/1), Nunnally (11/3), Melli (6), Thompson (5), Guduric (5/1), Duverioglu (2), Mahmutoglu
SR Hierrezuelo (Spanien), Hordov (Kroatien), Difallah (Frankreich)
Zuschauer 6150 ausverk.
Gesamtwurfquote Bamberg 40 Prozent (23 Treffer/58 Versuche), Istanbul 55 (28/51)
Dreier Bamberg 33 Prozent (7/21), Istanbul 50 (10/20)
Freiwurfquote Bbg. 66 Prozent (4/6), Istanbul 87 (14/16)
Rebounds Bamberg 29 (20 defensiv/9 offensiv), Istanbul 29 (26/3)
Ballgewinne/-verlusteBamberg 6/13, Istanbul 7/11
Assists Bamberg 16 / Istanbul 21
Fouls Bamberg 19 / Istanbul 15

Frankfurt kommt am Sonntag mit den starken Schützen Webster und Scrubb
Der Tabellenvierte aus Frankfurt ist am Sonntag (19.15 Uhr/Sport 1 live) beim Rangachten in Bamberg zu Gast. Die Skyliners sorgten zuletzt mit dem 93:82-Heimsieg gegen Vizemeister Oldenburg für eine weitere Überraschung und wollen nun auch den Titelträger ärgern.
Für die Hausherren gilt es vor allem darauf zu achten, dass Spielmacher Tai Webster nicht erneut heiß läuft. Gegen Oldenburg zeigte der Neuseeländer mit 31 Punkten (drei Dreier), elf Rebounds und vier Assists eine herausragende Vorstellung. Der Topwerfer der Hessen in dieser Saison, Philip Scrubb, verbesserte mit 22 Punkten seinen Saisonschnitt auf stattliche 18,3 Zähler und rangiert damit hinter dem Würzburger Robin Benzing (18,4) auf dem zweiten Platz.
Herbert adelt Trainerkollegen
"Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Wenn wir weiter eines der Top-Teams in der Liga bleiben wollen, dann müssen wir eine Sache haben, die wir großartig beherrschen. Dazu kommen dann noch viele Dinge, die wir gut können müssen", betont Frankfurts erfahrener Trainer Gordon Herbert. "Ich glaube nicht, dass Bambergs Spiel am Freitag für die Partie gegen uns einen Vorteil für uns darstellt. Dafür ist ihr Kader zu tief, dafür haben sie zu viele ausländische Spieler, die sie einsetzen können. Sie sind zwar etwas langsam in die Saison gestartet, aber in den letzten zwei Wochen sahen sie schon wieder ganz wie die alten Bamberger Teams aus."
Insgesamt sei das hohe Niveau in der BBL den guten Trainern geschuldet: "Andrea Trinchieri in Bamberg, Sasa Djordjevic in München, Aito Reneses in Berlin - das sind alles absolute Top-Trainer aus ihren Ländern. Dazu ist mit Dirk Bauermann der vielleicht beste deutsche Trainer aller Zeiten in Würzburg an der Seitenlinie. All dies spricht für die hohe Qualität der Liga."
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