Baunach
2. Basketball-Liga Pro A

Baunach Young Pikes lassen sich vom Spitzenreiter überrollen

Der Tabellenletzte gerät beim Spitzenreiter in Crailsheim mit 64:116 unter die Räder.
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Die laute Halbzeitansprache von Trainer Fabian Villmeter verfehlte seine Wirkung. Foto: sportpress
Die laute Halbzeitansprache von Trainer Fabian Villmeter verfehlte seine Wirkung. Foto: sportpress
Beim Tabellenführer Crailsheim Merlins hatten die Baunach Young Pikes über die gesamten 40 Spielminuten nicht den Hauch einer Chance: So musste das Team von Trainer Fabian Villmeter vor knapp 2000 Zuschauern mit 64:116 eine auch in dieser Höhe verdiente Niederlage einstecken. Im 102. Spiel der jungen Hechte in der 2. Basketball-Liga ProA war dies die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte.
Die Baunacher mussten erneut auf einige wichtige Akteure verzichten. Zu den bereits länger verletzten Nicolas Wolf und Gerard Gomila gesellten sich noch kurzfristig Kay Bruhnke und Louis Olinde, die ebenfalls wegen kleinerer Blessuren passen mussten. Durch die gleichzeitigen Siege vom Team Ehingen Urspring und den Nürnberg Falcons hat sich die Lage im Kampf gegen den Abstieg zusätzlich verschärft. Es deutet vieles im Moment darauf hin, dass das Ziel Klassenerhalt in dieser Saison sehr schwer zu erreichen sein wird. Da aber noch 18 Partien zu spielen sind, wäre es verfrüht, die Flinte ins Korn zu werfen.
Gegen den souveränen Tabellenführer gerieten die Baunacher früh in Rückstand. Bis zum 10:15 nach acht Spielminuten konnten sie noch einigermaßen den Anschluss halten, doch dann drehten die erfahrenen Gastgeber auf und setzten sich bis zum Viertelende auf 25:12 ab. Der zweite Abschnitt war noch der beste der Young Pikes. Sie hielten im Angriff einigermaßen dagegen, doch in der Verteidigung fanden sie über die gesamten 40 Spielminuten keinen Zugriff.
Mit schnellem Passspiel waren die Merlins immer wieder in der Lage, freie Würfe herauszuspielen, die sie dann auch hochprozentig trafen. Egal, was Trainer Villmeter in der Verteidigung probierte, die Crailsheimer hatten ein Mittel dagegen. Chris Fowler und Rob Ferguson, die das Team eigentlich führen sollten, waren Totalausfälle. Auch die talentierte junge Garde muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie den Kampf nicht angenommen und sich ihrem Schicksal ergeben hat.


Talent alleine reicht nicht

Talent alleine reicht auf diesem immer besser werdenden Niveau in der ProA sicher nicht aus. Einzig der couragierte Auftritt von Nicholas Tischler ist positiv hervorzuheben. Er wurde von Villmeter daher auch mit fast 20 Minuten Spielzeit belohnt, die er zu seinen ersten fünf Punkten in der zweithöchsten Spielklasse nutzte. Tibor Taras war zwar Topscorer, verzettelte sich allerdings viel zu oft in Einzelaktionen, was gegen eine gut funktionierende Merlins-Defensive selten von Erfolg gekrönt war. So schraubten die Gastgeber das Ergebnis bis zur Halbzeitpause auf 52:33.


Keine Reaktion nach der Pause

Trotz einer lauten Halbzeitansprache von Trainer Villmeter kam keine Reaktion in den zweiten 20 Spielminuten. Im Gegenteil, die Merlins spielten sich jetzt in einen Rausch, und ein "Dreier" nach dem anderen schlug im Baunacher Korb ein. Die Young Pikes ergaben sich zu früh ihrem Schicksal, so dass das Ergebnis bis zum Ende bis auf 116:64 anwuchs. Die Crailsheimer um ihren finnischen Headcoach Tuomas Iisalo werden in dieser Form nur schwer am Aufstieg in die Bundesliga zu hindern sein.
Für die Baunacher Basketballer geht der Weg allerdings genau in die andere Richtung. Teammanager Jörg Mausolf stellte nach dem Spiel in Crailsheim ernüchtert fest: "Wir hatten heute nicht den Hauch einer Chance. Es war uns zwar klar, dass es sehr schwer wird, beim Tabellenführer auswärts zu bestehen. Eine solch heftige Niederlage habe ich aber nicht erwartet. Natürlich haben uns vier wichtige deutsche Spieler gefehlt, doch das darf keine Ausrede sein. Es müssen sich alle hinterfragen, ob sie es überhaupt verdient haben, in diesem Programm zu spielen. Es wird hier ein sehr hoher Aufwand betrieben. Ich erwarte von allen Beteiligten, Spielern und Trainern, dass sie das Maximum herausholen und noch härter für den Klassenerhalt arbeiten. Wenn es dann trotzdem nicht reicht, ist das eine andere Sache, aber so dürfen wir uns nicht mehr präsentieren. Das sind wir unseren treuen Fans und unseren vielen Helfern schuldig." red
Crailsheim Merlins: Gay (21), Cuffee (19), Smith (16), Turner (12), Jost (11), Flomo (10), Griffin (9), Kratzborn (7), Bogdanov (6), Wysocki (5) / Baunach Young Pikes: Taras (15), McDowell-White (12), Keppeler (8), Drell (7), Edigin (6), Tischler (5), Fowler (4), Ferguson (4), Edwardsson (3) / Zuschauer: 1952
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