Bamberg
Basketball-bundesliga

Bamberger trumpfen gegen Alba Berlin auf

Vor den 13 spielfreien Tagen feiert das Brose-Team einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg über Alba Berlin.
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Immer wieder hebelten die Bamberger mit ihrem guten Passspiel die Alba-Defensive aus. Hier dunkt Daniel Theis, Bogdan Radosavljevic bleibt nur die Rolle des Zuschauers. Fotos: Daniel Löb
Immer wieder hebelten die Bamberger mit ihrem guten Passspiel die Alba-Defensive aus. Hier dunkt Daniel Theis, Bogdan Radosavljevic bleibt nur die Rolle des Zuschauers. Fotos: Daniel Löb
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Zweieinhalb Wochen nach dem Abschluss der Euro-league-Saison präsentierten sich die Bamberger im 63. Pflichtspiel dieser Mammutsaison in blendender Verfassung und erteilten Alba Berlin im Klassiker eine Lektion. Beim 88:71 (45:30)-Erfolg, dem 25. Sieg im 54. Aufeinandertreffen mit den Hauptstädtern seit 1998, demonstrierte der achtmalige deutsche Meister gegen die Mannschaft, die um die Jahrtausendwende mit acht nationalen Titeln den Ton angegeben hatte, seine Vormachtstellung und legte den Berlinern am Sonntag einige schwer verdauliche Ostereier ins Nest.
Während sich die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri, der im Gegensatz zum 87:75-Erfolg am Donnerstag in Tübingen wieder auf seine Starter Nikos Zisis, Darius Miller und Leon Radosevic setzte und dafür Jerel McNeal, Ali Nikolic und Vladimir Veremeenko eine Pause gönnte, von Beginn an aufs Tempo drückte, liefen die Berliner der Musik von Beginn an hinterher.


Schnell zweistellig in Front

Die Albatrosse allgemein und im besonderen ihr Topwerfer Elmedin Kikanovic, der bei der 80:89-Heimniederlage im Hinspiel mit 32 Punkten geglänzt hatte, kamen mit der Intensität, mit der Nicolo Melli und Co. verteidigten, nicht zurecht. In der Offensive fanden die Hausherren dank guter Ballbewegung (9 Assists im ersten Viertel) immer den freien Mann, was zu einer überdurchschnittlich hohen Trefferquote (64 Prozent aus dem Feld) führte.
So ging der Pokalsieger mit einem zweistelligen Vorsprung (23:13) in die zweiten zehn Minuten. Trotz etlicher Ballverluste von Maodo Lo (4) und Co. war Alba Berlin nicht in der Lage zu verkürzen. Im Gegenteil: Erst der starke Daniel Theis, dann Fabien Causeur mit zwei Dreiern und schließlich Patrick Heckmann, der mit Volldampf zum Korb zog, bauten die Führung des Favoriten bis auf 45:24 aus. Erst in der Schlussminute von Hälfte 1 gelang dem überzeugenden Alba-Neuzugang Gerald Robinson etwas Ergebniskosmetik (45:30). Nur bei den Ballverlusten (7:12) waren die Berliner im Vorteil, ansonsten lag das Brose-Team (Trefferquote 62:34 Prozent, Rebounds 18:11, Assists 14:4) klar vorn.
Unter der Regie von Routinier Nikos Zisis, der letzte Woche zum dritten Mal Vater geworden war, brannten die Hausherren zu Beginn des dritten Viertels ein Offensiv-Feuerwerk ab: Melli und Miller sorgten schnell wieder für einen 20-Punkte-Vorsprung (55:35). Durch einige Dreier schafften es aber Miller, Gaffney und Akpinar zu verkürzen. Dennoch betrug der Vorsprung vor dem Schlussviertel immer noch 13 Punkte (64:51).
Nach 37 Sekunden im letzten Abschnitt griff Ahmet Caki zu einer Auszeit, um seine Jungs wachzurütteln - das gelang allerdings nicht. "Hier regieren die Bamberger" und "macht sie alle, schießt sie aus der Halle" feierten derweil die Fans aus Freak City schon sechs Minuten vor Schluss bei einer komfortablen 78:56-Führung, die auch in der Endphase nicht mehr in Gefahr geriet.


Schnell weg in den Kurzurlaub

Nach dem Spiel suchten die Bamberger schnell das Weite: Sie wollten die drei freien Tage, das nächste Spiel steht erst am 29. April gegen Bremerhaven am dem Programm, zu einem Kurzurlaub in der Heimat oder in sonnigen Gefilden nutzen.


Stimmen zum Spiel

Ahmet Caki (Alba-Trainer): "Wir haben gegen starke Bamberger gespielt. In der zweiten Halbzeit waren wir etwas stabiler und haben ein paar Dinge ausprobiert, aber Bamberg ist sehr gut darin, sich auf veränderte Situationen einzustellen. Wir haben unser Bestes gegeben, aber es war nicht genug."

Andrea Trinchieri (Brose-Trainer): "Wir haben ein solides Spiel abgeliefert, stabil und konstant in der Verteidigung. Wir hatten uns an das Hinspiel in Berlin erinnert, wo uns Kikanovic viele Probleme bereitet hat. In der Zone haben wir Alba nur eine Trefferquote von 34 Prozent erlaubt. Nur gegen Robinson sahen wir in der Verteidigung einige Male nicht gut aus. Aber wir haben im Angriff die Partie mit Team-Basketball, gutem Passspiel, was zu offenen Würfen führte, kontrolliert. Wir haben jetzt drei Tage Pause und dann werden wir das Team auf die Play-offs vorbereiten."
Patrick Heckmann (Bamberger Flügelspieler): "Jetzt sind wir auf die Bundesliga fokussiert und haben uns sehr gut auf das Spiel vorbereitet. Wir haben vor allem solide verteidigt. In der zweiten Halbzeit hätten wir sicher ein bisschen besser spielen können, haben einige Bälle weggeworfen, aber der Sieg geriet nie in Gefahr. Jetzt freuen wir uns über ein bisschen Freizeit."

Daniel Theis (Bambergs bester Werfer): "Wir wussten, dass Alba sehr physisch spielt. Sie hatten eine Woche Zeit, sich vorzubereiten. Die Berliner haben gesehen, dass wir in Tübingen mit der Presse Probleme hatten. Aber das haben wir heute ganz gut gelöst. Trotzdem sind zwölf Ballverluste in der ersten Halbzeit deutlich zu viel. Die Euroleague ist vorbei. Ich denke, man hat gesehen, dass wir im Training wieder mehr auf uns schauen und an unseren Automatismen arbeiten konnten. Wir bewegen den Ball wieder besser und konnten auch rotieren. Die drei freien Tage und die zwei Wochen ohne Spiel tun uns sicher gut. Ich fahre nach Mallorca mit der Familie, um Sonne zu tanken, ein bisschen auszuruhen und auch mal niemanden zu sehen aus der Mannschaft. Wir verbringen so viel Zeit miteinander, dass es auch mal gut tut, mit der Familie allein zu sein."

Gerald Robinson (Albas Topwerfer): "Ich bin nicht zufrieden mit unserer Leistung. Wir haben uns nicht an unseren Plan gehalten. Die Bamberger waren beim Halbfeld-Angriff sehr gut und sind zu vielen offenen Würfen gekommen. Da haben wir nicht gut verteidigt. Wir sind hierher gekommen, um zu gewinnen. Das wäre ein Sieg gewesen, den wir gebraucht hätten. Meine persönliche Leistung ist nicht wichtig, um so eine Mannschaft zu schlagen, müssen wir als Team besser werden, damit wir in der Tabelle noch ein bisschen nach vorne kommen."


Die Statistik

Brose Bamberg - Alba Berlin 88:71
(23:13, 22:17, 19:21, 24:20)
Bamberg Theis (16 Punkte), Melli (14/2 Dreier), Causeur (13/3), Zisis (11/1), Radosevic (10), Miller (8/2), Heckmann (6), Strelnieks (5/1), Lo (5/1), Olinde, Kratzer
Berlin Robinson (21/3), Miller (12/2), Gaffney (7/1), Milosavljevic (7), Akpinar (7/1), Atsür (5/1), Kikanovic (5), Radosavljevic (4), English (2), Giffey (1), Vargas, Malu
SR Madinger, Neubecker,
Orzugani
Zuschauer 6150 ausverk.
Gesamtwurfquote Bamberg 60 Prozent (34 Treffer/57 Versuche), Berlin 38 (20/53)
Dreier Bamberg 59 Prozent (10/17), Berlin 44 (8/18)
Freiwurfquote Bamberg 63 Prozent (10/16), Berlin 85 (23/27)
Rebounds Bamberg 34(28 defensiv/6 offensiv), Berlin 24 (20/4)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 5/18, Berlin 13/13
Assists Bamberg 21 / Berlin 13
Fouls Bamberg 22 / Berlin 24
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