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Bienenschwarm sucht die Sandkerwa heim

Von: Michael Wehner  Fränkischer Tag

Notfall Eine Invasion der ungewöhnlichen Art: Ein Bienenschwarm, der sich am Sonntag einen Popcornstand als Nahrungsquelle ausgesucht hatte, sorgte für einen Feuerwehreinsatz auf der gut besuchten Festmeile. Doch Glück im Unglück: Die Insekten waren weitgehend friedlich. Nur der Standbesitzer musste mit mehreren Stichen ins Krankenhaus.


Zum Zeitpunkt, als dieses Foto entstand, hatten die Bienen den Popcornstand in der Herrenstraße noch nicht als Nahrungsquelle entdeckt. Foto: Michael Gründel
Die magische Anziehungskraft der Sandkirchweih sorgt bisweilen für Begegnungen der schmerzhaften Art. Diese Erfahrung hat am Sonntag Abend der Betreiber des Popcornstands an der Ecke Herrenstraße Karolinenstraße gemacht. Sein Stand mit dem offenbar auch für Insekten verführerischen Geruch nach Popcorn und gebrannten Mandeln wurde zur Einflugschneise eines Bienenschwarms, der seinen Kerwanachmittag weidlich genossen haben soll. Er wurde mit einigen Stichen ins Krankenhaus eingeliefert.

Nach Schilderungen des gegen 19 Uhr alarmierten Stadtbrandrats Matthias waren es viele hundert Honigbienen, die sich am späten Nachmittag dort sammelten, wo sonst massenhaft Süßwaren über die Ladentheke gehen. "Es lag ein Summen und Brummen in der Luft, als ich zum Einsatzort kam", berichtet der oberste Bamberger Feuerwehr-Mann. "Die Insekten hatten es vor allem auf den Zucker abgesehen."
Bedroht mussten sich dennoch weder Moyano noch die vielen Kerwa-Besucher fühlen, die sich am üblicherweise gut besuchten Kerwasonntag durch die Festmeile schoben. "Wer die Bienen nicht bedrängte, den ließen sie in Ruhe. Sie waren im Prinzip friedlich. "

Ein Opfer der Koexistenz von Mensch und Tier war aber doch zu beklagen: Der Stand-Betreiber war im Handgemenge am Tresen einigen Bienen wohl doch zu nahe gekommen und musste mit mehreren Stichen ins Klinikum Bamberg eingeliefert werden.

Zu diesem Zeitpunkt war an die Produktion von Popcorn und gebrannten Mandeln nicht mehr zu denken. Der Stand war geschlossen, und die Feuerwehr hatte eine am Kaulberg ansässigie Imkerin zu Hilfe geholt. Die inspizierte den Ort des Geschehens und konnte Entwarnung geben. Ein Teil der Bienen hatte bereits den Rückzug angetreten, der Rest folgte mit Einbruch der Dunkelheit, so dass die Kerwa-Bude am späten Abend wieder bienenfrei war.

Nach Ansicht von Karl-Heinz Übelacker ist es nicht ungewöhnlich, dass Honigbienen im Sommer auf der Suche nach Nahrung ausschwärmen und bei Bedarf auch über menschliche Nahrungsquellen herfallen. "Wenn es im nahen Umkreis kein Futter gibt, dann fliegen die Bienen zur Not auch über fünf Kilometer weit und sie verbreiten die Nachricht, wo sie fündig wurde, in Windeseile. Das kann dann zur Plage werden ", sagt der Vorsitzende des Imkervereins Bamberg und Umgebung.

Laut Übelacker ist es um das spätsommerliche Nahrungsangebot für Bienen in diesem Jahr besonders schlecht bestellt. Das liegt daran, dass viele Pflanzen früher als sonst abgeblüht sind. Außerdem leiden die Bienenvölker nach Angaben des Experten seit Jahren unter einem Rückgang der sommerlichen Blütenvielfalt: Grund sind die immer noch wachsenden Monokulturen. Übelacker: "Schauen sie doch in die Landschaft. Wo gibt es noch Wiesen? Überall steht nur noch Mais!"