Der Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof wird aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut für den Bayerischen Landtag kandidieren. Das teilte der CSU-Politiker am Freitagnachmittag mit. Er habe seinen Entschluss bereits dem CSU-Kreisvorsitzenden Thomas Silberhorn, mitgeteilt. Silberhorn war am Freitag telefonisch nicht mehr erreichbar. Sein Stellvertreter im Kreisvorstand, Landrat Johann Kalb, zeigte sich von der Nachricht überrascht. Gedanken über die Nachfolge werde man sich aber erst machen, wenn sich Heinrich Rudrof offiziell erkläre. Bislang sei im Vorstand der CSU Bamberg-Land noch nicht darüber gesprochen worden.


"Der richtige Zeitpunkt"

"Jetzt, nach der Bundestagswahl und ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl, ist der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt, der mir nicht leichtgefallen ist", schreibt Rudrof in seiner Mitteilung. "Damit herrscht auch rechtzeitig vor der Nominierung der CSU-Landtagskandidaten Klarheit, dass ab Herbst 2018 ein oder eine neue Abgeordnete den Stimmkreis Bamberg-Land in München vertreten wird." Laut Kalb plante die CSU bislang, ihren Kandidaten erst im Frühjahr zu nominieren. Nach seiner Einschätzung werde es dabei wohl auch bleiben.


Stimmenkönig

Der 62 Jahre alte Rudrof vertritt seit 20 Jahren den Stimmkreis Bamberg-Land im Maximilianeum. Bei den Landtagswahlen 1998, 2003, 2008 und 2013 erzielte er jeweils das beste Erststimmenergebnis in Oberfranken und Spitzenergebnisse in ganz Bayern. "Für diesen großen Vertrauensbeweis der Wählerinnen und Wähler bin ich sehr dankbar. Ich habe mich in den vergangenen 20 Jahren mit großer Leidenschaft und Freude für die Menschen im Bamberger Land eingesetzt. Allen, mit denen ich in dieser langen Zeit vertrauensvoll zusammengearbeitet habe, danke ich sehr herzlich. Gleichzeitig bitte ich um Verständnis für meine Entscheidung", schreibt Rudrof. Er erklärte, er werde bis zum Ende der Legislaturperiode seiner parlamentarischen Arbeit nachgehen und Bürgern, Kommunen und Institutionen weiterhin zur Verfügung stehen.