"Eine Woche im Club - der Sound-n-Arts-Film" hat am Sonntagabend, 15. Oktober, im Bamberger Lichtspiel-Kino Deutschland- und Europapremiere. Der Berliner Kameramann Andreas Gockel gibt mit dieser atmosphärisch dichten Filmdokumentation über den Bamberger Music-Club Sound-n-Arts (Sandstraße) auch gleich noch ein eindrucksvolles und bezwingendes Regie-Debüt.

Doch damit nicht genug. Ehe es um 21.30 Uhr "Film ab" heißt, werden die Premierengäste, so wie sich das für ein Musik-Club-Event im Kinosaal gehört, von SoulJam gerockt und gerappt. Um 20.45 Uhr will SoulJam loslegen und natürlich ist es da angeraten, den Sonntagabend rechtzeitig im Lichtspiel beginnen zu lassen, denn Karten gibt's für das Lichtspiel (Untere Königstraße 34) nicht endlos viele.

Andreas Gockel und die Protagonisten seines Films werden am Premierenabend selbstverständlich anwesend sein. Gockels Filmdokumentation über den Sound-n-Arts-Club ist international überhaupt erst der zweite Film, der sich mit dem Innenleben eines Musik-Clubs befasst. Gockel, der in Bamberg sein Abitur gemacht hat, ehe er 1991 nach Berlin an die Kamera-Schule ging, ist regelmäßig Gast in seiner früheren Heimatstadt und er war schon als Schüler ein eifriger Musik-Club-Geher. In Berlin habe ihn die Idee, einen Film übers Musik-Club-Leben zu drehen, längst gepackt, als Elli Küchenmeister, Chefin des Sound-n-Arts in der Bamberger Sandstraße, und Wolfgang "Wolle" Geyer, Toningenieur und Hausmeister im Music-Club, vor drei Jahren einmal anfragten, ob er nicht einige schöne Momentaufnahmen von der ganz besonderen Atmosphäre im Music-Club einfangen wolle.

Aus den Aufnahmen wurde schnell jede Menge Filmmaterial, so Gockel im Interview mit unserer Zeitung. "Ich hatte anfangs schon einige Ängste, ich könnte mit der Kamera und den Interview-Aufnahmen die heitere und ausgelassen herzliche Stimmung im Club stören", erklärt Gockel. "Aber es fanden sich, etwa während der Ton eingerichtet wurde oder die Beleuchtung, immer Nischen, wo man die Leute befragen konnte, und oft genug boten mir Gäste ihren Platz mit guter Sicht aufs Podium bereitwillig an, damit ich einen besseren Kamerablick auf die Acts hätte", so Gockel zur authentischen Offenheit vor Ort im Sound-n-Arts.

Herzlich und familiär empfand auch er die Atmosphäre im Club. Immer wieder erklärten das auch die Gäste bei den Interviews oder die Bands und die Mitarbeiter. Versteht sich, dass diese Herzlichkeit, diese Leidenschaft für Livemusik, die Elli und Wolle, aber auch der Türsteher, Fotograf und Musiker "Börny" oder die Tresenkräfte an den Tag legen, in einem Film über das Sound-n-Arts spürbar gemacht werden mussten, sollte er den glühenden Kern, den Herzschlag dieses Bamberger Kulturkleinods sichtbar machen. Da gibt es dann auch keine Tabus. Die Kamera und der Ton sind dabei, wenn Wolle die Abrechnung macht und Börny, der sich vollkommen unbeobachtet wähnt, Gäste herzlich verabschiedet.

Klar, noch immer hängt die erforderliche Sanierung des historischen Altstadthauses, in dessen Kellergewölbe das Sound-n-Arts fröhliche Urständ feiert, wie ein Damoklesschwert über Elli und Wolle und ihren Angestellten. Im Vierteljahrestakt gibt es Aufschub für die Mannschaft des Clubs und für die Gäste vor und auf der Bühne. Umso bewundernswerter, mit welcher Energie und Freude Elli, Wolle und ihr Team den Laden am Laufen halten.

Das alles fängt Andreas Gockel sensibel und einfühlsam mit der Kamera ein. Da brennen nationale und internationale Bands, aber auch die Talente aus Baunach oder Haßfurt und Nürnberg für ihren Club und für den Club, den die Betreiber und Gäste keinen Tag missen wollen, geschweige denn eine Woche. Jetzt gibt's den Film dazu. Und ohne zu viel zu verraten: Eine neugierige schwarze Katze beobachtet das alles sehr genau. Auch, als Wolle kurz vor dem Abspann dem Kameramann entgegenläuft und sich herzlich von ihm verabschiedet. Diese Geste trifft mitten ins Herz, auch den Zuschauer. Bleibt zu hoffen, dass das, diese eine Einstellung, kein Ausblick auf die Zukunft des Music-Clubs werden möge.