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Schule

Mittagessen für nur einen Euro

An der Hugo-von-Trimberg-Schule in Bamberg begann vor fünf Jahren das Projekt "Hugo's Mittagstisch". Für wenig Geld erhalten Schüler hier ein Mittagessen.
Kerstin Waldvogel (links im Bild) und Schüler verteilen Essen an die hungrigen Kinder.   Fotos: Kevin Cegla
 
von KEVIN CEGLA
"Am liebsten mag ich Pfannkuchen", sagt Tasin, eine sechsjährige Erstklässlerin der Hugo-von-Trimberg-Schule in Bamberg. Heute ist ihr Glückstag: Als Dessert stehen nämlich Pfannkuchen an, zusammen mit Apfelmus, Zimt, Zucker und Bananen. Als Hauptgericht gibt es Kürbissuppe aus Biokürbissen und die obligatorische Rohkost mit Brot.

Seit fünf Jahren gibt es das Projekt "Hugo's Mittagstisch" an der Trimbergschule: Jeden Donnerstag erhalten die Schüler Haupt- und Nachspeise sowie ein Kaltgetränk. Damals hatte die Schule einen halbjährigen Probelauf gestartet, berichtet Schulleiter Bernhard Ziegler. Zuvor hätten sie die Bamberger Tafel als Trägerverein gewinnen können, der Vorstand übernahm auch die Verwaltungsarbeit für das Projekt. Über das Jugendamt hätten sie damals schließlich auch Kerstin Waldvogel, die heutige Projektleiterin, kennengelernt. Durch Umwälzungen bei der Tafel übernimmt nun der Förderverein der Hugo-von-Trimberg-Schule Verwaltung und Trägerschaft. Lebensmittel-, Geld- und Sachspenden der Tafel erhalten sie aber noch immer .


Hilfe für finanziell Schwache

"Viele Familien haben nicht so viel Geld", sagt Jasmin, eine 17-jährige Schülerin der Vorbereitungsklasse 1. "Das Essen hier ist eine günstige und gesunde Alternative."
Viele Schüler an der Trimbergschule haben einen Migrationshintergrund, dazu kommen einige finanziell schwache Familien aus dem Stadtteil Gereuth und der Umgebung. Der Preis von einem Euro kann auch von solchen Familien gestemmt werden.

"Die Kinder erzählen oft, dass sie die Gerichte nachkochen wollen und lassen sich das Rezept dafür geben", erzählt Waldvogel. "Wegen der muslimischen Kinder gibt es bei uns auch nur Rind oder Hühnchen, kein Schwein."

"Nicht vergessen darf man auch, dass ein gemeinsames Essen ein Ritual darstellt, das manche Kinder von zu Hause nicht oder nicht mehr kennen", fügt Ziegler hinzu.

"Es gibt Schüler, die nachmittags nach Hause kommen und dann erst einmal alleine sind", meint Waldvogel, "hier bekommen sie frisches Essen, niemals Fertigprodukte."

Dennoch benötige das Projekt Spenden. "Ehrenamt braucht Stärkung, Würdigung und Wertschätzung - das ist das A und O", betont die Projektleitung. Daher will die Schule den erwachsenen Helfern in der Küche, die ihre Freizeit dafür opfern, einen kleinen Betrag zahlen. "Toll wäre es auch, wenn wir mehr Eltern erreichen würden. Wir brauchen immer Helfer."

Doch vor allem das Essen koste Geld. Zwar erhalten Waldvogel und ihr Team Lebensmittelspenden, meist aber nur Obst und Gemüse. "Von der Tafel bekommen wir kein Fleisch, manchmal muss ich daher auch Dinge selbst kaufen", sagt die 52-Jährige.

Auch Ziegler sorgt sich um Spendengelder. Die Kosten würden sich jährlich auf mindestens 5000 Euro belaufen. Der Preis von einem Euro kann das nicht decken. "Uns war es einfach wichtig, dass kein fremder Träger das Projekt übernimmt. Es muss gewährleistet sein, dass alle Spenden ohne Ausnahme in das Projekt fließen und dadurch an unsere Kinder gehen. Durch die Trägerschaft unseres Fördervereins können wir das sicherstellen."
Die Resonanz sei vor allem in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 sehr groß, so der Schulleiter.


"Gelebte Integration"

Durch das gemeinsame Essen der Schüler kämen natürlich auch diese in Kontakt, sagt Waldvogel. Gerade bei Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund habe das einen positiven Effekt. "Das hier ist auch gelebte Integration", meint die 52-Jährige.
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