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Jahrestag der Axt-Attacke in einem Zug bei Würzburg: Franken lebt - ohne Angst

Ein Jahr ist die Axt-Attacke in einem Zug bei Würzburg jetzt her. Angst vor weiteren Terroranschlägen haben die Franken nicht.
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Kommentar zur Axt-Attacke in Zug bei Würzburg: Franken lebt - ohne Angst. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Kommentar zur Axt-Attacke in Zug bei Würzburg: Franken lebt - ohne Angst. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Wenn die Sicherheitsbehörden über das Risiko eines Terrorangriffs in Deutschland sprechen, dann heißt es: Es besteht eine erhöhte abstrakte Gefahr. Was es bedeutet, wenn Abstraktion plötzlich konkret wird, haben wir vor einem Jahr erlebt. Paris, Brüssel, Nizza - wir Franken haben mit den Opfern und Angehörigen dieser Anschläge aus der Ferne gelitten. Mit einem Mal aber war das Böse unter uns - im Herzen Frankens, mitten in Würzburg.

Der Schock saß tief, die Auswirkungen spüren traumatisierte Tatbeteiligte und Helfer heute noch. Sicherheit steht an oberster Stelle - mit der Folge, dass viele Veranstalter über die hohen Auflagen stöhnen und die Bamberger Sandkerwa für 2017 sogar abgesagt werden musste.

Doch wer am Wochenende "Bamberg zaubert" oder das "Samba"-Festival in Coburg miterlebt hatte, der spürt, dass Franken nichts von seiner Lebenslust eingebüßt hat. Franken feiert - ohne Angst. Verdrängung mag eine Rolle spielen, aber eine bessere Antwort auf Terror gibt es nicht. In einer abstrakten Gefahr kann jeder Konkretes tun: aufmerksam sein, Verantwortung übernehmen. Wem der herrenlose Rucksack am Bahnsteig gleichgültig ist, der riskiert mitunter das Leben von anderen - und auch seins.
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