Erlangen
Influenza 2017/2018

Grippewelle: Bereits vier Tote in Franken

Die Zahl der Grippe-Infektionen hat einen Höchststand erreicht. In Franken gibt es schon vier Tote. Experten empfehlen die Schutzimpfung.
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Die Zahl der Grippe-Infektionen hat einen Höchststand erreicht. In Franken gibt es bereits vier Tote.  Experten empfehlen die Schutzimpfung. Foto: Patrick Pleul dpa
Die Zahl der Grippe-Infektionen hat einen Höchststand erreicht. In Franken gibt es bereits vier Tote. Experten empfehlen die Schutzimpfung. Foto: Patrick Pleul dpa

Es ist eine traurige Statistik: In der laufenden Grippesaison starben bereits vier Menschen in Franken an den Folgen einer Influenza. Zwei Todesfälle wurden in Oberfranken registriert sowie je einer in Mittel- und in Unterfranken. Drei weitere Erkrankungen mit tödlichem Ausgang meldet das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus Oberbayern.


Aktuell ist außerdem die Zahl der Grippefälle drastisch angestiegen, von Woche zu Woche werden es mehr. "Seit dem Start der Grippesaison Anfang Oktober wurden 5.954 Influenzafälle an das LGL übermittelt", sagt auf Nachfrage Aleksander Szumilas, Sprecher der Erlanger Behörde. "Allein seit Anfang des Jahres waren es zum Stand 5. Februar insgesamt 5.504 Fälle." 499 davon entfallen auf Oberfranken, 1.176 auf Mittelfranken und 329 auf Unterfranken. Auch wenn die Zahl der Grippefälle erfahrungsgemäß im Februar ansteigt, macht Szumilas deutlich: "Die Zahl der Erkrankungen in Bayern in der Saison 2016/2017 war mit 8.657 Fällen höher."

Die Statistiken erstellt das LGL anhand der Daten, die von den Gesundheitsämtern übermittelt werden. Diese registrieren die Meldungen von Ärzten und Laboren, wobei melden in diesem Zusammenhang einen doppelten Wortsinn hat: Grippe ist laut Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Krankheit.

 


Ein Netzwerk von Ärzten

Um zeitnahe Daten zur aktuellen Influenzazirkulation in Bayern zu erhalten, wurde am LGL außerdem ein Netzwerk von niedergelassenen Allgemein-, Haus-, und Kinderärzte aus Bayern gebildet, die zusammen im "Bayern Influenza Sentinel" (BIS) die Influenzaviren-Aktivität in Bayern erfassen und überwachen.

Zusätzlich melden die Ärzte wöchentlich die Häufigkeit von "akut respiratorischen Erkrankungen" zur weiteren Auswertung direkt an das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Trotz dieser eigentlich engmaschig angelegten Überwachung muss laut LGL von einer Dunkelziffer bei den Grippefällen ausgegangen werden. Nicht jeder Erkrankte konsultiere einen Arzt, und nicht jeder akute Atemwegsinfekt werde in einem mikrobiologischen Labor auf Influenzaviren untersucht. Dies führe in der Meldestatistik zu Lücken bei der Erfassung der tatsächlichen Influenzafälle.

 

 


Wie stark fällt die Grippewelle aus?
 

Eine Prognose, ob der Höhepunkt der Grippewelle schon erreicht ist, kann Szumilas nicht geben. "Es kann in den kommenden Wochen durchaus noch zu steigenden Erkrankungszahlen kommen." Nicht möglich sei auch eine Vorhersage, ob es sich um eine stärkere Influenza-Saison als in Vorjahren handelt. "Wie stark eine Grippewelle ausfällt, hängt unter anderen von den aktuell vorkommenden Virustypen ab sowie von der Immunität in der Bevölkerung."

Wer den empfohlenen Zeitpunkt für die Grippeimpfung im Herbst verpasst hat, kann sie jetzt nachholen. "Eine Impfung gegen Grippe ist auch jetzt noch sinnvoll", sagt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Die Impfung sei gut verträglich und werde vor allem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen und in Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr empfohlen. Für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff als Nasenspray.

 

 


Schutz ist möglich

Vor banalen Infekten schützt eine Influenza-Impfung übrigens nicht: Mit einem Schnupfen und Erkältungen muss man immer rechnen. Während sich diese früh durch Vorzeichen ankündigen, tritt eine Grippe mit schlagartig beginnendem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Halsweh und Husten auf. Das RKI empfiehlt zum Schutz vor Ansteckung unter anderem häufiges Händewaschen.

 

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