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Bundestagswahl

Geht wählen! Ein Appell aus Bamberg

Am 24. September sind 55.700 Bamberger aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Warum sechs überzeugte Demokraten zur Wahl gehen.
Sechs  überzeugte Demokraten aus Bamberg und dem Landkreis rufen dazu auf,  am 24. September wählen zu gehen. Foto: Archiv
 
von SEBASTIAN MARTIN
Bei der vergangenen Bundestagswahl im Jahr 2013 lag die Beteiligung im Wahlkreis 236 Bamberg-Forchheim bei 70,5 Prozent (Wahlkreis Kulmbach bei 70,96 Prozent). Das bedeutet nicht nur, dass fast 30 Prozent der Wahlberechtigten den Gang zur Urne ausgelassen hat, auch im Vergleich zur Wahl im Jahr 2009 hatte die Wahlbeteiligung um ein paar Prozentpunkte nachgelassen: ihre Stimme gaben damals 72,83 Prozent ab. Die Frage ist: Wird es bei dieser Wahl am 24. September einen weiteren Rückgang geben?

Das wollen sechs Menschen mit einem Appell verhindern: Sie alle gehen selbstverständlich zur Wahl.


Johannes Marx, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Bamberg: "Politikwissenschaftler beobachten eine zunehmende Entfremdung von Bürgern zum politischen System und ihren Eliten. Dieser Prozess ist mir ein Rätsel. Würden Sie folgendem Handel zustimmen? Sie tauschen Ihr Leben hier gegen eines in einem von mir zufällig gewählten Land. Dabei stehen unter anderem Wohlfahrtsstaat, Gesundheitssystem, Freiheits- und Beteiligungsrechte auf dem Spiel. Ich würde nicht tauschen. Dies heißt nicht zu verneinen, dass Deutschland große Aufgaben zu bewältigen hat. Aber Demokratien eröffnen Ihnen vielfältige Chancen, sich in diesen Prozess einzubringen. Wählen gehen zu dürfen, ist ein Privileg. Nutzen Sie diese Chance."

Reinhold Braun, Pfarrer St. Peter und Paul Rattelsdorf: "Ich habe selber noch keine einzige Wahl, seitdem ich 18 war verpasst - bis auf eine, als ich zu spät von einer Wochenendreise zurückkam. Inspiriert hat mich mein Großvater, der als Gemeinderat in der Politik war. Sein Schwiegervater wurde von den Nazis als Bürgermeister abgesetzt. In der Diktatur hat man keine Möglichkeit zur Wahl zu gehen, das habe ich von meinem Großvater gelernt. Wir aber haben die Freiheit und sollten nicht aus Desinteresse oder Frust nicht zur Wahl gehen. Wer Frust hat, muss niemanden ankreuzen, aber kann zur Wahl gehen. Auch mit ungültiger Stimme nimmt man sein Wahlrecht wahr. An jedem Wahlsonntag rufe ich in der Kirche dazu auf, zur Wahl zu gehen. Ich selbst bin immer schon früh um 8 Uhr im Wahllokal."

Konstantia Gourzi, Komponistin, Dirigentin, Stipendiatin in der Villa Concordia 2017/18: "Vom Wahlergebnis hängt für uns alle und für die Menschen zumindest in Europa, aber sehr stark auf der gesamten Erde, sehr viel ab. Man kann zwar sagen: 2017 in Deutschland - worin besteht denn die wirkliche "Wahl"? Es gibt Spielraum, es gibt auch Unterschiede - und am wirksamsten ist dann das eigene langfristige Engagement, daran etwas zu ändern! Wir sind abhängig voneinander, wir leben gemeinsam und wir müssen die Verantwortung für das eigene Leben mit Mut und Glauben tragen. Ich bestärke jeden, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen! Es lohnt sich für Dich, für Deine Kinder, für uns alle!"

You Xie, Bamberger Lokalpolitiker aus China: "Ich bin ein fränkischer Chinese und gehöre zur Persona non grata in Peking. Ich kämpfe immer noch für Pressefreiheit, Glaubensfreiheit und Demokratie in China. Eine echte demokratische Beteiligung in China ist noch unmöglich und auch in vielen anderen Ländern so wie Nordkorea und Iran, wo es Diktaturen gibt. Ich bin sehr stolz, dass ich seit 2010 in Deutschland wählen darf. Eine dauerhaft niedrige Wahlbeteiligung wird all denen recht geben, die ein reelles Abbild der Bevölkerung in den Vertretungen nicht mehr als gewährleistet sehen und die Einführung einer Wahlpflicht fordern, um genau diese Repräsentation des Volkes sicherzustellen. Lassen wir es nicht dazu kommen, uns selbst die Freiheit beschneiden zu lassen. Ich appelliere an potenzielle Nichtwähler: bitte wählen gehen!"

Corinna Bail, Erstwählerin: "Ich bin Erstwählerin und werde am Sonntag persönlich zur Wahl gehen. Was mir aufgefallen ist: Die Wahl wird von manchen gar nicht ernst genommen. Das finde ich schade, in anderen Ländern sind demokratische Rechte gar nicht selbstverständlich. Der Sonntag entscheidet darüber, wie wir in Deutschland in den nächsten vier Jahren leben werden. Mein Appell geht an die Erstwähler, aber auch an Altwähler, sich vielseitig zu informieren, sich selbst ein Bild darüber zu machen, für was die Parteien stehen, und sich auch mal das Parteiprogramm durchzulesen. Ich habe selbst den Wahl-O-Mat ausprobiert und mir neutrale Berichte durchgelesen. Ich bin gespannt, wie ich mich in der Wahlkabine fühle."

Elias Harris, Kapitän Brose Bamberg: "Wir leben in einer Demokratie, in der wir - Gott sei Dank - das Recht zum Wählen haben. Jeder sollte das wahrnehmen und sich dieses Privilegs bewusst sein. Da ich am Sonntag nicht persönlich ins Wahllokal gehen kann, weil ich mit meiner Mannschaft bei einem Turnier in Kroatien im Einsatz bin, habe ich von der Briefwahl Gebrauch gemacht."

zum Thema "Bundestagsswahl 2017"

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