Nach dem Ende der Renovierungsarbeiten an und in der Kirche St. Georg in Oberngrub bei Heiligenstadt kam Erzbischof Ludwig Schick und segnete die Kirche. Die Kommunionkinder Charlotte und William begrüßten ihn herzlich mit einem Gedicht und einem Blumenstrauß. Während des Einzuges in die Kirche spielte die Blaskapelle Tiefenpölz unter ihrem Dirigenten Josef Pickel. Die Kirche war brechend voll, so dass auch einige Gläubige der Heiligen Messe per Lautsprecher vor dem Gotteshaus lauschten.
Pfarrer Christian Kaiser begrüßte den Erzbischof in der Kirche. Dieser dankte allen, die an der Renovierung beteiligt waren und lobte die sehr gelungene Ausführung. Er habe nun von den über 800 Kirchen und Kapellen seines Erzbistums etwa 720 besucht und sei nun gerne nach Oberngrub gekommen.
In seiner Predigt ging Schick neben dem Tag der Deutschen Einheit auch auf die renovierte Kirche in Oberngrub ein, die 1925 gebaut wurde. Er dankte den Erbauern, aber auch den jetzt Lebenden für die schöne Renovierung und allen, die hier ihren Dienst tun. "Kirchen sind Gotteshäuser, Häuser, in denen Jesus Christus anwesend ist", so Schick, "anwesend im Gottesdienst, bei Gebet und Gesang." Neben Kirche als Gebäude sei sie aber auch die Gemeinschaft der Christen. Auch diese müsse immer wieder renoviert und saniert werden.
Am Ende des Festgottesdienstes dankte Martina Hattel im Namen des Kirchenrates dem Erzbischof für seinen Besuch und allen an der Renovierung Beteiligten. Die Kirche ist innen und außen zum Teil neu verputzt worden.
Der Kreuzweg, der Altar und alle Figuren wurden restauriert. Die elektrischen Leitungen und auch die Bankheizungen wurden erneuert. Auch die Vergoldung und Sanierung der Turmspitze stand an. Zudem waren Fliesen- und Schreinerarbeiten nötig. Die Oberngruber hätten über 600 Stunden Eigenleistung erbracht, so Martina Hattel.
Architekt Peter Schickel hatte die Gesamtleitung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 150 000 Euro. Die Erzdiözese beteiligt sich mit 65 Prozent, des Weiteren die Oberfrankenstiftung, die Bayerische Landesstiftung, das Landesamt für Denkmalpflege und die Raiffeisenbank Heiligenstadt mit 2500 Euro. Der Dank ging auch an Birgit Bruha, die die neue Orgel beim Festgottesdienst spielte und auch sonst die Gottesdienste musikalisch begleitet.


Frauenpower in der Kirche

Hattel übergab dem Erzbischof als Dank einen Geschenkkorb. Sie selbst erhielt von Kirchenrat Edmund Klaus einen Blumenstrauß für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Renovierung. Dazu bemerkte der Erzbischof: "Ohne Frauenpower geht halt nichts in der Kirche."
Nach dem Schlusssegen marschierten alle in Begleitung der Blaskapelle Tiefenpölz durch den Ort zur Gemeinschaftshalle. Edmund Klaus trug die St. Georgsfahne voraus. In der Halle konnten die Gäste dann mit dem Erzbischof persönlich ins Gespräch kommen. Beim kostenlosen Mittagessen und den Getränken ließen sich die Oberngruber nicht lumpen. Zum Kaffee hatten sie neben zahlreichen Kuchen und Torten auch 250 Krapfen gebacken. Von vielen wurde aber kritisiert, dass sich keiner der drei Heiligenstädter Bürgermeister hatte blickenlassen. Die Gemeinde hatte nach ihrer Satzung keinen Zuschuss zu den Renovierungsarbeiten gegeben - ein Besuch wäre aber trotzdem angemessen gewesen, so die Meinung vieler.