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Fahrplan 2018: Die Bahn wird schneller - auch in Franken

Ab dem 10. Dezember wird der ICE zwischen München und Berlin schneller. aber auch der Nahverkehr in Franken profitiert vom Streckenausbau.
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Die Bahn-Verantwortlichen sprechen im Zusammenhang mit dem jetzt anstehenden Fahrplanwechsel von der größten Angebotsverbesserung in der Bahngeschichte. Nicht nur, aber eben auch mit Blick auf die Strecke München-Berlin. Immerhin lag im Jahr 1939 die Reisezeit zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und der Hauptstadt des deutschen Reichs noch bei gut sieben Stunden.

Ab Sonntag soll die Strecke in einer Zeit unter vier Stunden zurückgelegt werden. In der Tat eine neue Ära. Dabei ist das Zehn-Milliarden-Projekt noch gar nicht vollendet. Die Bestandsstrecke zwischen Nürnberg und Ebensfeld ist erst teilweise ausgebaut. Auch der bei Fürth vorgesehene Güterzugtunnel muss erst noch realisiert werden. Mit einem vollständigen Lückenschluss wird daher nicht vor dem Jahr 2028 gerechnet.



Kritik konnte bei einem Projekt dieser Größenordnung natürlich nicht ausbleiben. Nicht nur der Kosten wegen. Für die Grünen war das Projekt schlicht sinnlos, eine unnütze Verschwendung von Steuergeldern. Naturschützer beklagten die aus ihrer Sicht massiven Eingriffe in die Landschaft und sprachen zudem von der "teuersten U-Bahn der Welt".

Eine Bürgerinitiative setzte sich für eine Streckenführung über Lichtenfels und damit entlang der A73 ein, nach Angaben der Initiative eine halbe Milliarde Euro günstiger. Es gab viel Widerstand gegen die Neubaustrecke und eine rot-grün geführte Bundesregierung, die einen Baustopp verfügte.

Der damalige Verkehrsminister Franz Müntefering teilte dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber mit, dass die Neu- und Ausbaustrecke vorerst nicht gebaut werde. Der Hauptgrund: Zu hohe Kosten. Drei Jahre später wurde der Baustopp wieder aufgehoben, die Arbeiten wurden fortgesetzt. Mit der Inbetriebnahme sollen jetzt 17 Millionen Menschen entlang der Schnellfahrstrecke profitieren. Weil mit der Neubautrasse auch der Regionalzugverkehr schneller wird.




Zahlen rund um die neue Bahnstrecke

200 Meter lang sind die ICE-Züge der Baureihen 403, 406 und 407. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 330 km/h. Vier von acht Wagen verfügen über einen Unterflurantrieb. Leer bringt der Zug 409 Tonnen auf die Waage. Befördert werden können abhängig von der Baureihe zwischen 425 und 460 Fahrgäste.

107 Kilometer lang ist die Neubaustrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt in Thüringen

3,8 Milliarden Euro verschlang die Neubaustrecke. Zehn Milliarden wurden für die Gesamtstrecke München-Berlin fällig.

22 Tunnelbauwerke mit einer Gesamtlänge von 41 Kilometern wurden errichtet.

29 Talbrücken wurden gebaut. Die Gesamtlänge: 12,3 Kilometer
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