Bamberg
Stadtführung

Die 10 Top Sehenswürdigkeiten in Bamberg

Bamberg, Weltkulturerbe mit elf Brauereien, wird auch "fränkisches Rom" genannt. Wir stellen die zehn wichtigsten Sehenswürdigkeiten vor.
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Der Bamberger Reiter ist eine der bekanntesten und rätselhaftesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wieso wurde eine Pferdefigur in einer Kirche angebracht, wer ist der Reiter und welchen Bezug hat er zu Bamberg? Foto: David Ebener dpa/lby
Der Bamberger Reiter ist eine der bekanntesten und rätselhaftesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wieso wurde eine Pferdefigur in einer Kirche angebracht, wer ist der Reiter und welchen Bezug hat er zu Bamberg? Foto: David Ebener dpa/lby

Auf über 1000 Jahre Geschichte blickt die Stadt Bamberg an der Regnitz mit ihrem Reichtum an herrlichen Gebäuden zurück. Mit der Gründung des Bistums Bamberg wollte Kaiser Heinrich II. nördlich der Alpen ein zweites Rom schaffen. Ganz wie die italienische Hauptstadt wurde Bamberg auf sieben Hügeln erbaut. Mit ihren 2000 Einzeldenkmälern ist die oberfränkische Stadt ein Gesamtkunstwerk und besitzt den größten unversehrt erhaltenen Altstadtkern in Deutschland, weshalb die Unesco sie im Jahr 1993 zum Weltkulturerbe ernannte.
 


Der Bamberger Dom


Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählt der Bamberger Dom. Mit seinen vier schlanken Türmen überragt der eindrucksvolle Sakralbau die Bürger- und Bischofsstadt und begeistert mit einer einzigartigen Innenausstattung.

Auf eine Stiftung von Kaiser Heinrich II. geht der 1012 den Heiligen St. Peter und St. Georg geweihte Kaiserdom zurück, er brannte jedoch wie sein Nachfolgebau nieder. Die Errichtung des Doms in seiner heutigen Gestalt begann im Jahre 1211. Das Bauwerk wurde 1237 vollendet. Ursprünglich war der alte Dom nach allen Seiten abgeschlossen. Der Neubau der Stauferzeit von 1215-1237 wandelte den Plan ab und errichtete vier Türme.

Sehenswert ist das Hochgrab von Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde. Die Gebeine des Königspaares befinden sich im Osttor, welches 1499 von Tilmann Riemenschneider geschaffen wurde. Nicht weniger faszinieren der prachtvolle Bamberger Altar, das Fürstenportal, dessen Figuren eine fast comicartige und für die Entstehungszeit sehr außergewöhnliche Mimik aufweisen, und der neuzeitliche Sandsteinsarkophag König Konrads III. Interessant ist auch das einzige nördlich der Alpen gelegene Papstgrab, das Marmorgrab von Clemens II im Westchor des Doms.

 

 


Der Bamberger Reiter wirft viele Fragen auf


Der Bamberger Reiter ist die bekannteste Sehenswürdigkeit des Doms und lockt Touristen und Kunsthistoriker aus aller Welt an. Die Figur aus mehreren Sandsteinblöcken gibt viele Rätsel auf und erschien sogar schon als Playmobilfigur. Sie entstand vermutlich um 1230 oder 1235 und gilt als die erste lebensgroße Reiterfigur des Mittelalters. Eine Pferdefigur in einer Kirche ist sehr ungewöhnlich, und wen die Figur darstellt, ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass sie den heiligen Stephan von Ungarn zeigt, der ein Schwager von Kaiser Heinrich II. gewesen ist. Die Krone ist bezeichnend für einen König und der Baldachin für einen Heiligen. Aufgrund der Standhöhe wirkt die sagenumwobene Figur eher klein. In der Tat beträgt die Gesamthöhe von den Kufen bis zur Krone über zwei Meter.

 

 

 

 


Alte Hofhaltung und Neue Hofhaltung


Die beiden bischöflichen Residenzen in direkter Nachbarschaft des bedeutenden Domes haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Bamberger Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde.

An die Nordseite des Doms schließt die alte Hofhaltung an. An gleicher Stelle hatte Kaiser Heinrich II. im Jahr 1020 zusammen mit dem Dombau seine Pfalz errichtet. Die Fachwerkflügel vermitteln den Eindruck eines ländlichen Gutshofs. Sie stammen aus dem 15. Jahrhundert. Der Raststubenbau aus dem Jahre 1570 hat schön geschweifte Giebelstücke und einen reich gearbeiteten Erker.

Dem Renaissancebau gegenüber befindet sich die barocke Neue Hofhaltung, auch Residenz genannt. Mehr als 40 Prunkräume vermitteln ein eindrucksvolles Bild von fürstlicher Raumgestaltung mit wertvollem Mobiliar, gewirkten Teppichen und Stuckdecken. Im Kaisersaal findet sich der Höhepunkt aller Pracht, dem sich im zweiten Obergeschoss das Kaiserappartement anschließt. Im Hof der Neuen Residenz breitet sich ein Rosengarten mit schönem Blick auf die Dächer der Altstadt aus. Wie die Gebäude ringsum hat auch der Garten seine kleine Geschichte, die bis ins späte 16. Jahrhundert zurückreicht.

 

 

 

 


Klein Venedig - ein Stück Italien in Franken


Zu den romantischsten Sehenswürdigkeiten in Bamberg zählt das malerische Viertel
Klein Venedig. Am Ufer der Regnitz reihen sich viele kleine mittelalterliche Fachwerkhäuser aneinander. Dabei handelt es sich um eine kleine Fischersiedlung, die als Klein Venedig bezeichnet wird. Besonders schön muten die alten Fischerhütten mit ihren von Geranien geschmückten Holzbalkonen an. In einer wunderschönen Atmosphäre laden echte venezianische Gondeln zu einer bezaubernden Gondelfahrt auf der Regnitz ein. Anschließend lässt es sich herrlich in einer der alten Kneipen verweilen. Hier wird unter anderem das berühmte Bamberger Rauchbier, auch "Schlenkerla genannt, ausgeschenkt.

 

 

 

 


Ein Bauwerk im Fluss: das Alte Rathaus


Aus der Menge der barocken Bürgerhäuser der Altstadt ragen einige besondere Bauten heraus. Auf der zwischen 1453-1456 angelegten Oberen Brücke befindet sich, mitten in der Regnitz, das Alte Rathaus. Das im Kern gotische Gebäude von 1463 wurde auf einem Pfahlrost errichtet und bekam in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein barockes Gewand. Bemerkenswert sind das geschweifte Mansardendach mit der durchbrochenen Laterne und die beiden Balkone an beiden Seiten. Hierbei handelt es sich um mainfränkisches Rokoko höchsten Ranges. Den Ratssaal schmücken biblische Personen und Imperatorenbüsten aus dem Jahr 1750. Als kurioses Detail agiert das Bein einer Putte, welches an der südwestlichen Seite des Gebäudes herausragt.

 

 

 

 


Kloster St. Michael


Zu den ältesten Sehenswürdigkeiten in Bamberg zählt das ehemalige Benediktinerkloster St. Michael auf dem Michelsberg, dessen Errichtung Heinrich II. 1015 anregte. Nach einem Erdbeben wurde die Klosterkirche im Jahr 1117 zerstört und bis in das Jahr 1610 nach und nach wieder aufgebaut. Hier wurden auch die oberen Turmgeschosse im Stil der Spätgotik aufgestockt. Später folgt noch die breite Freitreppe mit Balustradenterrasse und ein Gewölbe, welches die Flachdecke ersetzt. Es besticht durch eine prächtige Deckenbemalung, die ein Herbarium zeigt. Mehr als 600 aufgemalte Pflanzenarten ergeben den "Botanischen Garten". Die Grabtumba des heiligen Otto befindet sich unter dem Chor. Für fromme Verehrer des Heiligen gibt es einen Tunnel zum Hindurchkriechen. Bis 2021 wird die Kirche jedoch umfangreich saniert und kann nur von außen besichtigt werden. Ein Besuch lohnt sich trotzdem, denn vom Michelsberg aus bietet sich ein herrlicher Ausblick über die Stadt.

 

 

 

 


Grüner Markt und St. Martin


Barocke Bürgerhäuser und der "Gabelmann"(Auf Bambergerisch "Gablmoo") empfangen den Besucher am Grünen Markt. Hier entfaltet sich die Pracht barocker Stadtplanung. An dieser breiten Marktstraße steht auch die ehemalige Jesuitenkirche St. Martin, die 1686-1691 erbaut wurde. Nach dem römischen Vorbild von "II Gesie" wurde die Schaufassade mit tief eingeschnittenen Bogennischen gegliedert. Die Ausstattung haben Italiener übernommen. Das Mittelgewölbe ist mit einer architektonischen Steinkuppel bemalt. Das an die Kirche anschließende Jesuitenkolleg war eine Zeit lang Universität und beherbergte die Staatsbibliothek mit Handzeichnungen und Handschriften. Heute findet man diese in der Neuen Residenz.

 

 

 

 


Wasserschloss Concordia und Böttingerhaus


Sehr schöne Beispiele für das Barock sind das Böttingerhaus und das 1716-1722 erbaute Wasserschloss Concordia. Viele Bamberger Prunkgebäude wurden von Johann Dientzenhofer geplant. So auch das Schloss und die Gartenanlage, welche bis 1787 im Besitz der Familie Böttinger waren. Zwei rechtwinklige Flügel bilden nach der Regnitzseite hin eine Gartenparterre mit Tor zum Wasser. Heute ist das Schloss ein Künstlerhaus und bietet zahlreichen Künstlern der Literatur, der Musik und der bildenden Künste ein Stipendium, um an bestimmten Projekten teilzuhaben.
Das Böttingerhaus wurde wie das Palais Concordia für den Geheimrat Böttinger errichtet. Es beeindruckt mit seinem überquellenden Dekor und ist meisterlich in den engen Straßenwinkel eingepasst.

 

 

 

 


E.T.A.- Hoffmann-Haus


Zu weiteren interessanten Sehenswürdigkeiten in Bamberg zählt das E.T.A. Hoffmann-Haus. Im Jahr 1808 kam E.T.A. Hoffmann nach Bamberg und nahm eine Stellung als Musikdirektor am hiesigen Theater an. Vor Ort kann man seinem Wirken in Bamberg nachspüren. Bereits von außen wandern die ersten Blicke auf den Arbeitsplatz des Multitalents. Der Weg in das schmale Haus führt durch eine wunderschöne hölzerne Haustür. Im Haus selbst finden sich keine originalen Gegenstände mehr. Eine Besichtigung lohnt dennoch. Dank dem Bühnenbildner Wolfgang Clausnitzer erfährt der Besucher großartige Eindrücke in die Lebensweise des Schriftstellers. Neben vielen literarischen Werken als Reproduktion kann man zahlreiche Illustrationen bewundern. Bemerkenswert ist das Besucherbuch aus den Jahren 1928-1954, welches von der Stadt Bamberg digitalisiert wurde.

 

 

 

 


Das Diözesanmuseum und weitere sehenswerte Museen


Das bischöfliche Diözesanmuseum beherbergt einen außerordentlichen Reichtum. Zahlreiche Kostbarkeiten, welche Heinrich II. und seine Frau Kunigunde hinterlassen haben, sind hier zu bewundern. Das älteste der Bamberger Domportale ist die um das Jahr 1220 entstandene Adamspforte an der Südseite des Ostchors. Die Originale der Adam- und Eva-Figuren dieser Pforte sind heute im Diözesanmuseum zu sehen. Sie gelten als die größten deutschen Aktfiguren. Ferner zeigt die Sammlung wertvolle Altäre, Gewänder, Bischofsstäbe und liturgische Geräte.
Bamberg zählt insgesamt 16 Museen mit unzähligen Schätzen. Dazu gehört die Staatsgalerie in der Neuen Residenz mit europäischen Malereien und vielen Beispielen für die Wohnkultur des Spätbarock, Klassizismus und Rokoko. Das Historische Museum am Domplatz zeigt Beiträge zum Kunsthandwerk und zur Volkskunde. Auf der Hainstraße befindet sich das Karl-May-Museum als Gedächtnisstätte für den Schriftsteller Karl May. Hier werden die Bibliothek und das Arbeitszimmer gezeigt. Zeugnisse der Geschichte und Frömmigkeit der Bamberger Ackerbürgerstände und eine Trachtensammlung beherbergt das Gärtner- und Häckermuseum.

 

 

 

 


Wissenswertes zum Schluss


Etwa fünf Kilometer nordöstlich von Bamberg befindet sich in Memmelsdorf das Schloss Seehof. Vor den Toren der Stadt ließen die Bamberger Fürstenbischöfe im späten 17. Jahrhundert das Schloss als Sommersitz errichten. Über die Sommermonate können in den Barockgärten die Wasserspiele bewundert werden.

 

 

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