Stadelhofen
Kirche

Das Juwel leuchtet wieder

Erzbischof Ludwig Schick besucht am kommenden Sonntag die frisch renovierte St. Martinskirche in Steinfeld und weiht Altar und Ambo.
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Blick ins Innere der renovierten Kirche St. Martin in Steinfeld  Fotos: Joseph Beck
Blick ins Innere der renovierten Kirche St. Martin in Steinfeld Fotos: Joseph Beck
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Hoch steht die St. Martinskirche von Steinfeld über dem Wiesenttal und noch höher ragt der 38 Meter hohe Turm. Die Renovierung wurde nun abgeschlossen und deshalb kommt Erzbischof Ludwig Schick am kommenden Sonntag, 19. November, um Altar und Ambo zu weihen und mit der Gemeinde und Pfarrer Michael Herrmann ein feierliches Hochamt zu zelebrieren.

Architekt Georg Schilling und die Handwerker haben es trefflich verstanden, das Kirchen-Juwel herauszukristallisieren und wieder zum Leuchten zu bringen. Die Renovierung startete im Januar 2017. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde die Kirche leergeräumt und das Mobiliar in die Pfarrscheune gebracht. Die Heiligenfiguren und Kreuzwegstationen holte die Firma Hofmann nach Hollfeld und renovierte sie fachmännisch. Dasselbe machte die Firma Scheffler mit der Orgel in Jakobsberg bei Frankfurt/Oder. Um eine moderne elektrische Wandtemperierung im Innenraum anzubringen, mussten große Teile des Wandputzes erneuert werden.

Weithin sichtbar und hörbar waren die Zimmerleute der Firma Donath, denn sie mussten den fast schon berühmten schiefen Turm von Steinfeld wieder einigermaßen ins Lot bringen. Er wurde auf der Wetterseite um 17 Zentimeter angehoben und somit oben an der Spitze wieder um 40 Zentimeter gerichtet. Dabei stellte sich heraus, dass viele Balken marode waren und ganz oder teilweise ersetzt werden mussten. Die Spitze hat drei Kreuzbalken und oben den Wetterhahn, der sich nun dank Schmiedemeister Siegfried Lang wieder drehen kann und den Steinfeldern die Windrichtung anzeigt.

Fest verankert ist dagegen das Kreuz, das in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet ist. Die etwa 1,80 Meter lange Spitze und die Kugel darunter, die zusammen rund 50 Kilogramm wiegen, wurden von der Bamberger Firma Robert Dörfler sandgestrahlt, verzinkt und schließlich vergoldet. Auch die Glocken wurden in diesem Bauabschnitt wieder tiefer in ihre ursprüngliche Glockenstube gebracht.

Sämtliche Installationen für Elektrik, Heizung und Beschallungsanlage wurden neu vorgenommen. Die Wände und das Gesims des Kircheninneren wurden in Altweiß gestrichen. Ein neuer Holzfußboden wurde verlegt und zur Stabilisierung der Emporen neue Eichensäulen angefertigt.
Das Hauptanliegen von Architekt Schilling war die Neufassung der Tonnendecke von St. Martin. Nach genauer Dokumentation wurde zusammen mit dem Amt für Denkmalpflege ein Farb- und Lichtkonzept erstellt. Während für den gesamten Innenraum Grün die Leitfarbe ist, wurden die Altrosa- und Grautöne der Decke durch Smalteblau ersetzt.

In die Decke wurden zwei Reihen neuer Lampen eingelassen, die wie Sterne am Himmel strahlen, dennoch aber auch die nötige Lichtstärke für die Kirchenbesucher in den Bänken garantieren. Sie sind von oben auswechselbar. Deckenfluter über dem Wandgesims erleuchten die Decke zusätzlich. "Der Himmel auf Erden kommt ungemein gut zur Geltung", ist sich Schilling sicher, "und durch die hellen Flächen an den Wänden und Seitenaltären und im Chor kommt die Leichtigkeit des Barock wieder wunderbar zur Geltung."

Die Deckenrippen im Chor sind bei der Renovierung in ihrer Geltung zurückgenommen worden und erhielten keine farbigen Ränder. Genauso wurde auch das sehr alte Sakramentshäuschen links hinter dem Hochaltar gefasst.

Neu in den Chorraum kamen der Zelebrations-Altar und Ambo aus Jurakalk, den der Steinmetzmeister Markus Engelhardt aus dem Altmühltal nach Entwürfen von Architekt Georg Schilling schuf. Sie werden nun beim Besuch des Erzbischofs in einer feierlichen Zeremonie geweiht.
Die Statue des Kirchenpatrons St. Martin zu Pferd stand früher rechts im Chorraum und war fast nicht sichtbar. Sie erhielt einen würdigen Platz unterhalb eines Fensters neben dem Seiteneingang und kommt hier geziemend zur Geltung.

"Endlich strahlt die Kirche wieder wie sie immer beschrieben wurde. Außerdem kann man neben dem Bischof Martin auf dem Hochaltar jetzt sofort auch unseren Kirchenpatron auch auf dem Pferd beim Mantelteilen sehen, wenn man in die Kirche kommt", meinte dazu Kirchenpfleger Georg Linz. Wenn man ihn auf die Gesamtwirkung der renovierten Kirche anspricht, hört der Geo gar nicht mehr auf zu schwärmen ebenso wie Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Kunzelmann, die Verfasserin der Steinfelder Chronik, die sie nun um einige Seiten erweitern muss.

Die Gottesdienste während der letzten Monate ließ man nicht ausfallen. Pfarrer Michael Herrmann zelebrierte sie im Saal von Ortssprecher und Gastwirt Wolfgang Schrauder und ab Palmsonntag in der Kreuzkapelle außerhalb des Dorfes. Nach dem Gottesdienst am Patronats- und Kirchweihfest aber wird das Allerheiligste wieder in einer feierlichen Prozession in die Kirche gebracht. Dann fiebern alle Steinfelder dem Besuch des Erzbischofs entgegen. Das Pontifikalamt mit Altar- und Orgelweihe durch Erzbischof Schick am Sonntag beginnt um 9 Uhr.
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