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Flashmob

Zornige Junglehrer protestieren auf dem Maxplatz

Am Samstag demonstrierten mehrere hundert angehende Lehrer und Referendare gegen die geplanten Stellenstreichungen. Sie erregten mit ihrer stummen Aktion viel Aufsehen.
Zuerst war der Platz leer. Doch dann kamen Menschen von allen Seiten und nach wenigen Minuten war die Schlange riesig und reichte fast einmal um den ganzen Maxplatz.  Foto: RiegerPress
 
von HARALD RIEGER
Am frühen Samstagnachmittag zeigte sich der Maxplatz in seiner gewohnten Leere. Nur einzelne Menschen liefen drüber. Gegen 15 Uhr kam eine junge Frau, zog mit roter Kreide einen Strich auf den Boden und schrieb "Bewegung in Bildung" daneben. Kaum war sie damit fertig, kamen gleichsam aus dem Nichts von allen Seiten vorwiegend junge Leute auf den Maxplatz und reihten sich hinter der jungen Frau mit dem Stirnband ein. Nach wenigen Minuten war es eine beeindruckend lange Menschenschlange, die nahezu einmal um den ganzen Maxplatz reichte.

Stiller Protest

So verharrten die Beteiligten schweigend, etwa fünf Minuten. Plötzlich warf die Frau an der Spitze ein Stück Kreide auf den Boden, zertrat es und ging stumm weg - ohne die rote Linie zu übertreten. Alle anderen folgten nacheinander ihrem Beispiel. Am Ende war der Maxplatz genauso leer wie vorher, nur auf den Boden blieben die zertretenen Kreidestücke zurück.

Zahlreiche Passanten verfolgten die Aktion und wunderten sich über den Hintergrund. Niemand aus der Menschenschlange hatte auch nur ein Wort gesprochen. Erst hinterher wurden die Zuschauer aufgeklärt, worum es gegangen war.

Es soll weitergehen

"Mit diesem Flashmob wollten wir gegen die Stellenkürzungen protestieren", erläuterte die Frau an der Spitze, Heike Temmel. Ins Leben gerufen wurde der so genannte Flashmob von einer Facebook-Gruppe. Er war bereits in München und Regensburg in der gleichen Weise durchgeführt worden. In anderen Städte sollen ähnliche Aktionen folgen.

Die Bamberger Organisatorin erklärt, was es mit Farbe und Kreide auf sich hat: "Die rote Linie signalisiert den Einstellungsstopp und mit dem Zertreten der Kreide wollten wir unsere Wut veranschaulichen." Nach ihren Angaben werden alleine bei den Realschulen von rund 2000 ausgebildeten Referendaren gerade einmal 287 eine Stelle bekommen. Und dies, obwohl es laut Temmel an Bayerns Realschulen noch immer rund 1000 Klassen mit mehr als 30 Schülern gebe. Es falle dort auch noch immer viel zu viel Unterricht aus.

Noch etwas kritisierte die Realschullehrerin aus Erlangen heftig: "Es kann doch nicht sein, dass nunmehr Referendare unsere Arbeit machen!" Normalerweise müssten Referendare zehn Pflichtstunden in der Woche unterrichten. In Zeiten des großen Lehrermangels sei die Zahl der Pflichtstunden auf 17 pro Woche erhöht worden. Jetzt könnte man sie laut Temmel wieder reduzieren, "will man aber nicht. Wohl, weil diese unsere Arbeit für weniger Geld machen". Der Flashmob sei eine Aufforderung an die Staatsregierung, ihr Wahlversprechen einzulösen und aufzuhören, weitere Lehrerstellen zu streichen.

zum Thema "Einstellungssituation Lehrer in Bayern"



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