Schweinfurt
Einkommen

Wo in Franken das meiste Geld verdient wird

Erlangen ist top. Im Landkreis Schweinfurt ist der Durchschnittslohn dagegen am geringsten. Wer hier wohnt, dem geht es aber nicht unbedingt schlechter.
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Grafik: Klaus Heim Quelle:Statistische Ämter des Bundes und der Länder
Grafik: Klaus Heim Quelle:Statistische Ämter des Bundes und der Länder
25 685 Euro - so hoch war 2014 der durchschnittliche Bruttojahreslohn eines Arbeitnehmers im Landkreis Schweinfurt, Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber nicht mitgerechnet. Damit ist der Landkreis Schlusslicht in Franken. Überall wird mehr gezahlt, auch in Wunsiedel oder Weißenburg.
Das heißt nicht, dass die Bewohner des Landkreises Schweinfurt weniger verdienen als alle anderen Franken. Im Gegenteil: Sie verfügen im Schnitt sogar über mehr Einkommen als die Bewohner Bambergs.


Stadt-Land-Gefälle

Der Landkreis Schweinfurt schneidet als Arbeitsort schlecht ab: Frank Deubner vom Landratsamt in Schweinfurt erklärt das mit der geringen Industriedichte. "Die Struktur ist geprägt durch kleine und mittlere Unternehmen." So arbeiten im Landkreis Schweinfurt nur 15,7 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit mindestens 250 Arbeitsplätzen. Der bayerische Durchschnitt beträgt hier 34,4 Prozent.

Warum die im Schweinfurter Land lebenden Franken dennoch bayernweit nicht schlecht verdienen? Sie pendeln. Ziel von nahezu der Hälfte der Landkreisbürger ist die Stadt Schweinfurt mit ihren Industriebetrieben der Branchen Autozulieferer, Maschinenbau oder Medizintechnik.

Die Stadt Schweinfurt liegt, was den Durchschnittsbruttolohn angeht, an zweiter Stelle in Franken - noch vor Nürnberg oder Coburg. Spitzenreiter in Franken ist aber die Stadt Erlangen. Hier liegt der Durchschnittsverdienst brutto bei 44 051 Euro und damit sowohl über dem deutschen (31 615 Euro) als auch dem bayerischen (33 657 Euro) Durchschnitt.



Gute Nachrichten für alle

Für den Lebensstandard entscheidend ist allerdings nicht das Einkommen allein, sondern es sind auch die Kosten. Der größte Faktor bei den Ausgaben ist die Miete. Und diese ist in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich. Genau wie beispielsweise die Kosten für Kinderbetreuung oder für eine Brotzeit im Wirtshaus. Damit relativiert sich der Vergleich der Löhne. Aber es gibt eine gute Nachricht für alle Regionen: Die Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren überall gestiegen. Und zwar über das Maß der Inflationsrate hinaus. Der Wohlstand steigt also - und nicht nur überall, sondern auch in allen Schichten. Fast die Hälfte der Bundesbürger gehören der Mittelschicht an. Dass diese ausstirbt, ist ein moderner Mythos.
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