Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Tradition

Vom "Görchla" bis zum "Kreisla"

In Memmelsdorf, Schammelsdorf und Roßdorf am Forst findet am kommenden Samstag der 1. Tag der offenen Brauereien in der "Fränkischen Toskana" statt.
Auf den erhofften Erfolg stoßen an (von links): Strullendorfs Bürgermeister Wolfgang Desel, Christian Sauer, Johannes Knoblach, Touristikmanagerin Bianca Müller, Georg Höhn, Hans-Ludwig Straub und Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider. Foto: Werner Baier
 
von WERNER BAIER
Den kommenden Samstag sollte man sich für einen Abstecher in die Fränkische Toskana reservieren. Denn am 22. Oktober laden vier Brauereien ein, fränkische Bierkultur zu entdecken: schmecken, schlucken, schnuppern, schauen, staunen, hören. Mit (fast) allen Sinnen eines der ältesten Handwerke der Menschheit ganz aus der Nähe kennenlernen und sich in einer der schönsten Landschaften mindestens des Landkreises Bamberg - pardon - "sauwohl fühlen", das ist es doch mal wert, hinterm Ofen hervorzukriechen. Der "1. Tag der offenen Brauereien" ist angesagt, Braustätten in Memmelsdorf, Schammelsdorf und Roßdorf am Forst laden dazu von 10 bis 18 Uhr ein.

Bier gibt's auch für die Ohren? Ja, antwortortet Bianca Müller, die Managerin der Tourismusregion "Fränkische Toskana". Lustige "Gschichtla" rund ums Bier hätten die Braumeister zu erzählen, wenn sie Besucher durch ihre Brauereien führten. Eine Kostprobe gab bei der Präsentation der Veranstaltung Hans-Ludwig Straub von der Brauerei "Drei Kronen" zum Besten (notgedrungen müssen wir den unvergleichlichen O-Ton in "Schwarz auf Weiß" umwandeln): Während bis in die 1970er Jahre vielerorts die Sperrstunde um Mitternacht begann, durften die Lokale in Memmelsdorf bis 1 Uhr geöffnet sein. Grund: Der damalige Bürgermeister wollte den heimkehrenden Spätschichtlern der Firma Bosch die Gelegenheit geben, noch einen frischen Schlummertrunk zu sich zu nehmen. Dienstags probte zudem der Gesangverein und da blieben ein paar durstige Kehlen gern noch etwas länger hocken.

So gegen "halb Zwei" tauchte dann regelmäßig die Streife von der damaligen Polizeistation Hallstadt auf und sah nach dem Rechten. Der Wirt musste dann gegebenenfalls ein Ordnungsgeld von zwei Deutsche Mark entrichten; jeder späte Zecher hatte 50 Pfennig zu berappen - im Volksmund "Hockersteuer" genannt.


Der gepolsterte Hockerorden

Derweil warteten in der Küche zwei Glas Bier und eine kleine Brotzeit auf die meist verständlichen Schutzleute, Menschen wie du und ich. Bald erfand der Gesangverein den "Hockerorden", den jener Gast erhielt, der in einem Jahr am häufigsten als später Zecher von der Polizei gebührenpflichtig verwarnt wurde. Und wenn derjenige zum Wiederholungstäter wurde? Dann bekam er den "gepolsterten Hockerorden", erinnert sich Braumeister Straub. Eigentlich schade, meinte er, dass der heute für die Einhaltung der Sperrstunde zuständige Bürgermeister frühmorgens keine Lust hat, in den Kneipen nach den Hockenbleibern zu schauen. So bleibt das Schwelgen in Erinnerungen an die gute alte Zeit und davon wollen die Braumeister beim Tag der offenen Tür einiges bieten. So manche Tradition wie der Bockbieranstich feiert ja sogar fröhliche Urständ.

Es soll 80 Sorten Malz aus Gerste, Weizen oder Roggen geben, etwa 150 diverse Hopfen und ebenso viele Hefen - schon daraus ließen sich 1,4 Millionen verschiedene Biere brauen und dann kommt noch die von Ort zu Ort abweichende Wasserqualität hinzu: Das erlaubt handwerklichen Braumeistern, sich zu verwirklichen und wahre Bierkunstwerke zu kreieren. Sie unterscheiden sich von Massenbieren in Qualität und zwangsläufig auch im Preis. "Fernsehbiere" zum Preis von 9,90 Euro die Kiste wären der Tod der kleinen fränkischen Traditionsbrauereien, wäre da nicht längst eine besondere Wertschätzung des oft nach Jahrhunderten überlieferten Rezepten handwerklich gebrauten und gereiften Bieres bei den Genießern hierzulande entstanden.


Deftiges im Angebot

Sie zu vertiefen, ist für den "Tag der offenen Tür" in den Brauereien und Gasthöfen "Drei Kronen" und "Höhn" in Memmelsdorf, "Knoblach" in Schammelsdorf und "Sauer" in Roßdorf am Forst geplant. Mit deftigen "Fleck" oder Biertreber-Schnitzel da, frischem "Görchla"-Bockbier oder dem neuen "36 Kreisla" dort. Ein bisschen gute Laune mitbringen und sich der Köstlichkeiten aus der "Fränkischen Toskana" erfreuen: Gutes ist da wirklich nah!
Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.