Weltkirche

Vitaminspritze aus dem Senegal

Zur Feier des fünfjährigen Bestehens der Bistumspartnerschaft Bamberg - Thiès kamen Aktive aus beiden Diözesen zusammen. Die Kontakte gibt es seit fünf Jahrzehnten.
Festbesucher genossen  Fulgence Fayes Gitarrenspiel. Foto: Matthias Hoch
 
von MARION KRÜGER-HUNDRUP
Veronique Mbengue zieht ihre Wolljacke fester um die Schultern: "Es ist ein bisschen kalt hier", lächelt die Senegalesin entschuldigend auf der Terrasse der Haas-Säle an der Oberen Sandstraße. "Aber die Menschen in Bamberg sind warmherzig", fügt sie schnell hinzu und schwärmt von den "sehr guten Beziehungen zwischen Bamberg und Thiès", von dem "interessanten Besuchsprogramm", das die elfköpfige Delegation aus Westafrika in Franken genießen könne. "Einfach wunderbar", meint Veronique, die aus dem Wallfahrtsort Mont Rolland bei Thiès stammt.

Über 200 Gäste sind in die Haas-Säle gekommen, um das fünfjährige Bestehen der Bistumspartnerschaft Bamberg - Thiès zu feiern. Im September 2007 hatten Erzbischof Ludwig Schick und Bischof Jacques Sarr diese Partnerschaft zwischen ihren Bistümern offiziell bei einem Fest der Weltkirche in Nürnberg besiegelt. Dabei sind die Kontakte zueinander schon gut fünfzig Jahre alt. Gepflegt von der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Bamberg und ihrem Pendant in Thiès.

Alois Berner nennt diese fünf Jahrzehnte eine "lebendige Vorgeschichte" und wehrt in seiner bescheidenden Art ab, dass die fruchtbare Diözesanpartnerschaft auch sein Verdienst ist. Der Waischenfelder war in den 1960er Jahren Entwicklungshelfer im Bistum Thiès und trug wesentlich dazu bei, dass die Partnerschaft aus vielen Komponenten lebt.

Diese Vielfalt würdigt Erzbischof Schick: "Unsere Bistums- partnerschaft wird von vielen Akteuren getragen, daher ist sie gut und wertvoll", ruft er den Festgästen zu. Schulpatenschaften, Jugendaustausch, junge Bamberger, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in Thiès absolvieren, senegalesische Priester, die im Erzbistum Pfarrer im Urlaub vertreten: Das alles trage dazu bei, "dass wir lebendige Christen sind", meint der Erzbischof. Und ganz Weltkirchenbischof spricht Schick von der "Auffrischung, die wir manchmal Lahmen von der Kirche Senegals bekommen".

Schon im vorausgegangenen Pontifikalamt im vollbesetzten Dom hatte Schick die Grundlinien der Diözesanpartnerschaft gezogen: "Wir beten mit- und füreinander, wir lernen uns immer besser kennen und sind solidarisch miteinander." Durch den Austausch "unserer Gaben lassen wir uns neu inspirieren und motivieren, dass es weitergeht", erklärte der Erzbischof. Auch Alexandre Mbengue, Apostolischer Administrator der Diözese Thiès, sprach davon, dass "die ganze Kirche von Thiès durch Gedanken und Gebet mit Bamberg in Verbindung steht". "Vive l'amitié!" - "Es lebe die Freundschaft!" brachte Mbengue seinen speziellen Gruß an die Gastgeber vor.

Abbé Patrice Faye greift beim Plaudern diesen Faden auf: "Dieses Fest lässt unsere Freundschaft tiefer werden", sagt der Priester, der jetzt einige Wochen lang im Missionshaus Bug seelsorgliche Aushilfe geleistet hat. Die Pflege einer Freundschaft "von Angesicht zu Angesicht" sei immer besser, spielt der Pfarrer von Ndondol auf die gegenseitigen Besuche im anderen Land an. Dabei ließen sich Freuden und Nöte teilen. So treibe zum Beispiel das Bistum Thiès derzeit um, dass es seit über eineinhalb Jahren auf die Bischofsernennung durch den Vatikan wartet. Bischof Sarr ist im Januar 2011 verstorben. "Ich weiß nicht, warum wir noch keinen Bischof haben", sagt Abbé Patrice ratlos, lässt sich dann aber von dem fröhlichen Treiben in den Haas-Sälen ablenken.

Die Bamberger Gastgeber und die Gäste aus Thiès tauschen Geschenke aus, lauschen der Waischenfelder Gesangsgruppe Belcanto vocale, laben sich an Bamberger Kartoffelsuppe, Bratwürstchen im Schlafrock und senegalesischem Kokoskuchen. Und bei allem bleibt die Musik aus dem Gottesdienst im Ohr: das melodiöse Gitarrenspiel von Fulgence Faye aus Thiès. Die Lieder in der senegalesischen Sprache Wolof, die die Band Mediation unter der Leitung von Johannes Berner stimmgewaltig darbot.





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.