Razzia

Neonazi-Gruppe Weiße Wölfe Crew auch in Bamberg durchsucht

Am Mittwochmorgen hat Bundesinnenminister de Maizière den rechtsextremistischen Verein "Weiße Wölfe Crew" verboten, der Verbindungen nach Bamberg hat.
Die Ermittler stellten im Oktober 2015 zahlreiches Propagandamaterial, Waffen und Fahnen bei Rechtsradikalen in Bamberg sicher.  Foto: Matthias Hoch
 
von SEBASTIAN MARTIN
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat am Mittwoch den rechtsextremistischen Verein "Weiße Wölfe Terrorcrew" (WWT) verboten. Am Mittwochmorgen seien bei bundesweiten Razzien Datenträger, Propagandamaterial und auch Waffen gefunden worden, so de Maizière. Demnach soll der Verein im Kern rund 25 Mitglieder haben. Der Kopf der Gruppierung stamme aus Hamburg.

Die Gruppe bekennt sich laut dem Bundesinnenminister offen zu den Werten des Nationalsozialismus, sie trage Gewalt offen auf die Straße - gegen politische Gegner, Zuwanderer und Flüchtlinge.


Razzien in Bamberg Auslöser

In zehn Bundesländern sollen Durchsuchungen gelaufen sein. Auch im Raum Bamberg. Die Bamberger Staatsanwaltschaft war allerdings nicht mit dem Fall betraut: "Die Durchsuchungsaktion ist vom Bundesinnenministerium durchgeführt worden", sagte Oberstaatsanwalt Christopher Rosenbusch gegenüber inFranken.de. Er sagte jedoch, dass es möglicherweise Überschneidungen mit Personen aus dem Umfeld des Bamberger Kreisverbands der rechtsextremen Partei "Die Rechte" gibt, gegen die seit Oktober 2015 ermittelt wird.

Diese Ermittlungen sollen auch zum Verbot der WWT-Gruppe geführt haben. Der Innenminister verwies auch auf das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bamberg wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen WWT-Mitglieder.

Rechtsextreme sollen im vergangenen Jahr einen Anschlag auf das Balkanzentrum und das studentische Vereinslokal "Balthasar" in Bamberg geplant gehabt haben. Die Ermittlungen dazu laufen weiter, so Rosenbusch. Zwei Personen seien derzeit weiter inhaftiert.

Im Zusammenhang mit dem Verbot des Vereins WWT erklärte Innenminister de Maizière: "Wir können noch nicht von einem Rechtsterrorismus sprechen, aber wir werden jeden Ansatz dazu unterbinden.". Bei Hass und Gewalt sei eine Grenze erreicht. mit epd

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