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Unfall bei Scheßlitz: Der gesuchte Manfred B. ist tot

Auf der Kreisstraße bei Scheßlitz ist ein Auto in einen Baum gerast. Jetzt steht fest: Bei dem toten Fahrer handelt es sich um den wegen versuchten Mordes gesuchten Manfred B.
Auf gerader Strecke kam der Mietwagen von der Fahrbahn ab - am Steuer saß der gesuchte Manfred B.  Fotos: Ronald Rinklef
 

Seit Dienstag wurde der mutmaßliche Gewalttäter Manfred B. bundesweit gesucht. Er soll versucht haben, seine Ex-Frau und seinen Sohn in Ulm zu töten. Am Mittwoch nun hat die Fahndung nach dem 50-Jährigen im Landkreis Bamberg ein jähes Ende gefunden.

Auf der Verbindungsstraße zwischen Scheßlitz und Win dischletten war der Mann am Mittwoch gegen 11.45 Uhr mit einem silbernen Leihwagen frontal gegen eine massive Eiche am Straßenrand gefahren. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Motorblock aus dem Fahrzeug gerissen, die Tür verfing sich nach dem Zusammenstoß in der mächtigen Eiche, die Front des Autos war komplett eingedrückt. Der Fahrer wurde eingeklemmt und verstarb noch am Unfallort.

Da die Leiche stark entstellt war, konnte der Mann zunächst nicht identifiziert werden. Das Fahrzeug wurde aber laut Anne Höfer, Sprecherin der Polizei Oberfranken, unmittelbar mit dem versuchten Tötungsdelikt in Ulm in Verbindung gebracht. Denn auch die oberfränkische Polizei war dem Mann, der zuletzt im Raum Bamberg gewohnt hatte, auf den Fersen. Zivilpolizisten hatten vor dem Unfall das gesuchte Auto entdeckt und waren in sicherem Abstand gefolgt. Anne Höfer betonte, dass es sich dabei um keine offene Verfolgungsjagd gehandelt haben soll.

Suizid des Mannes möglich

Nachdem die Einsatzkräfte die Leiche des Mannes aus dem Fahrzeugwrack geschnitten hatten, konnte die Polizei den Mann am Nachmittag als Manfred B. identifizieren. Warum dieser gegen den Baum gefahren war, wird derzeit noch ermittelt. Die Polizei schließt auch einen Freitod nicht aus.





Der gesuchte mutmaßliche Gewalttäter hatte sich das Fahrzeug angemietet, nachdem er sein eigenes Auto, einen Toyota, in Ulm abgestellt hatte. Wie die dortige Polizei mitteilte, soll der Mann Anfang der Woche seine 36-jährige Ex-Frau und den gemeinsamen achtjährigen Sohn in einer Wohnung im Ulmer Stadtteil Wiblingen gefesselt und geknebelt haben. Als die beiden Opfer am Dienstag gefunden wurden, war der Junge bereits bewusstlos und musste reanimiert werden. Der 50-jährige Mann, der zu der Zeit bereits auf der Flucht war, steht außerdem im Verdacht, mehrere Brände gelegt zu haben.

So soll Manfred B. in der Nacht zum Dienstag in einer Ulmer Schreinerei ein Feuer gelegt und dadurch einen Millionenschaden verursacht haben. Der Verdächtige hatte früher in diesem Betrieb gearbeitet, bis er entlassen wurde. Auch in Nerenstetten, einem Ort in der Nähe von Ulm, war in der selben Nacht nach Polizeiangaben versucht worden, ein Haus anzuzünden. Das Haus gehört dem Inhaber der Ulmer Schreinerei. Ein Nachbar konnte allerdings die Flammen mit einem Gartenschlauch löschen, ohne dass ein größerer Schaden entstanden war.

Sowohl in dem Betrieb in Ulm als auch in einer Scheune in Nerenstetten, in der der Inhaber der Schreinerei Fahrzeuge abgestellt hatte, war es bereits im Frühsommer zu zwei Brandstiftungen gekommen. Insgesamt war damals ein Sachschaden von 350 000 Euro entstanden.

An diesem Dienstagnachmittag dann brannte eine Wohnung in Augsburg, in der Manfred B. mit seiner ehemaligen Freundin gewohnt hatte. Laut Polizei Ulm wurde ein Brandsatz durch das Fenster der Wohnung geschmissen. Die Flammen gingen jedoch von selbst aus. Der Schaden beläuft sich dennoch auf 20 000 Euro.

Auch diesen Brand soll Manfred B. auf seiner Flucht durch Bayern gelegt haben, die dann am Mittwoch tragisch geendet hat. Die Strecke zwischen Scheßlitz und Windischletten war noch bis in die frühen Abendstunden komplett gesperrt. Das Motiv des Mannes ist bisher noch nicht bekannt.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei Bamberg sowie der Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Ulm dauern an.


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