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Region  // Bamberg

Bierkonsum

Trends auf dem Biermarkt: Biermischgetränke, Craft Beer oder alkoholfrei?

Der weltweite Bierkonsum geht zurück. Brauer passen sich an - und produzieren immer mehr Sorten. Doch welche Trends werden sich durchsetzen?
Eine Frau schenkt am 08.11.2016 während der Fachmesse der Getränkewirtschaft BrauBeviale in Nürnberg (Bayern) ein Glas "Craft Beer" ein, Bier welches von unabhängigen Brauern in kleineren Mengen gebraut wird. Obwohl der Bierkonsum zurück geht, werden die Wünsche und Bedürfnisse von Biertrinkern spezieller - und Brauer passen sich an. Foto: Daniel Karmann/dpa
 
von DPA
Weltweit wird weniger Bier getrunken. Und das macht erfinderisch. Kleine und große Brauereien in Deutschland lassen sich immer mehr einfallen, um Biertrinkern etwas zu bieten und neue Kundschaft anzulocken. Damit gehen sie auch auf eine veränderte Nachfrage der Verbraucher ein. Von ungewöhnlichen Geschmackssorten bis zu Biermischgetränken und alkoholfreiem Bier: Das Angebot wird individueller und vielfältiger. Wie entwickeln sich diese Trends - und machen sie dem traditionellen Bier Konkurrenz?


Alkoholfreies Bier:

 Branchenexperten sehen alkoholfreies Bier als starken Trend. Der Absatz stieg 2015 dem Deutschen Brauer-Bundes (DBB) zufolge um vier Prozent auf 5,24 Millionen Hektoliter. Inzwischen mache er immerhin 5,6 Prozent der Gesamtbierproduktion aus. "Wir erwarten auch, dass dieser Anteil weiter steigt", sagt der Sprecher des DBB, Marc-Oliver Huhnholz.
"Für uns Brauer halte ich das für ganz wichtig", sagt der Präsident der Privaten Brauereien Bayern, Gerhard Ilgenfritz. Somit könne man neue Verbraucher erreichen, die normalerweise alkoholfreie Getränke trinken. Laut Huhnholz haben deutsche Brauereien durch nichtalkoholisches Bier mehrere Zehntausend Haushalte dazugewonnen. Ilgenfritz zufolge können Brauereien mit alkoholfreiem Bier auch Biertrinker an sich binden.


Craft Beer: 

Der Trend ist aus den USA herüber geschwappt. Indian Pale Ale oder Bier mit dem Aroma von Orangenschalen und Koriander - für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mit den gut 100 neuen Brauereien, die zwischen 2005 und 2015 gegründet worden seien und sich zum großen Teil als Craft-Beer-Brauereien bezeichneten, gebe es eine immer größer werdende Biervielfalt in Deutschland, erklärt Huhnholz.
Zudem würden kleine und mittlere Brauereien vermehrt innerhalb des Reinheitsgebots etwa durch neue Hopfenarten oder Brautechniken Craft Beer produzieren, sagt Jens Kalrait, der die Craft Beer Corner an der Nürnberger Getränkefachmesse BrauBeviale organisiert. Selbst große Brauereien, etwa Beck's, bringen inzwischen ihre eigenen sogenannten Craft Biere auf den Markt.
Mehr Vielfalt, ja - aber mehr Absatz? Nicht wirklich. "Der Markt hat sich dadurch nicht wesentlich verändert", sagt Huhnholz. Die reinen sogenannten Craft-Beer-Brauereien brauen nach Einschätzungen des DBB nur maximal 0,2 bis 0,5 Prozent der Biermenge. Wie viel Craft Biere von mittleren oder großen Brauereien abgesetzt werden, könne man zudem nicht messen. Huhnholz meint, diese Biere würden in den kommenden Jahren ihre Nische auf dem Markt finden - das Segment werde aber vom Volumen her nicht stark wachsen.


Biermischgetränke: 

Das Radler ist altbekannt. Im Getränkeregal übertreffen sich aber inzwischen die Brauereien mit den unterschiedlichsten Geschmackssorten: Von Beck's Summer Holunder bis Veltins V+ Curuba und Schöfferhofer Grapefruit. "Dieses Segment hatte bis vor einigen Jahren eine sehr positive Entwicklung im Biermarkt", sagt Huhnholz. Allerdings sei es seitdem nicht stark gewachsen. Dem DBB zufolge lag der Marktanteil der Biermischgetränke im vergangenen Jahr bei 4,2 Prozent. "Es gibt immer wieder neue Geschmacksrichtungen, aber wir erwarten keine große Expansion des Segments." 2015 ging der Absatz nach Angaben des DBB um 2,9 Prozent auf rund 4 Millionen Hektoliter zurück. Allerdings entwickeln sich die alkoholfreien Mischgetränke laut Huhnholz ähnlich gut wie alkoholfreie Biere.

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