Psychologie

Testen Sie sich in unserem Rassistencheck!

Menschen sehnen sich nach Zugehörigkeit - deshalb denken wir in Gruppen und haben Vorurteile. Sind Sie frei von Vorurteilen? Machen Sie den Rassistencheck!
Foto: PDPPics/Pixabay
 
von NATALIE SCHALK
Die Flüchtlinge - das sind Syrer und Aserbaidschaner, Analphabeten und Akademiker, Alleinstehende, Familien, Senioren, Kinder, völlig verschiedene Leute. Dass sie als eine Gruppe wahrgenommen werden, liegt daran, dass Menschen sich nach Zugehörigkeit sehnen. Nur deshalb denken wir in Gruppen. "Denn wo es ein Wir gibt, muss es auch ein Die geben", erklärt Oliver Lauenstein.

Der Sozialpsychologe ist unter anderem spezialisiert auf Gruppenidentitäten und Vorurteile. Der Rassismus des 21. Jahrhunderts hat sich dem assoziierten Wissenschaftler der Bamberger Universität zufolge gegenüber dem 19. und 20. Jahrhundert verändert: Heute wird kaum noch biologistisch argumentiert, Vorurteile werden nicht mit Blut und Genen gerechtfertigt, sondern beispielsweise mit kulturellen Unterschieden. "Doch letztlich läuft auch der so genannte New Racism darauf hinaus, dass die Anderen weniger produktiv sind, gewalttätig oder schlechtere Menschen." Aber Vorurteile funktionieren nur bei Gruppen. Sie verschwinden, wenn sich Einzelne auf Augenhöhe begegnen. "Ausgerechnet dort, wo Menschen wenig Berührungen mit Fremden haben, gibt es besonders viele Vorurteile."

Lauenstein spricht über diejenigen, die "unsere Kultur" in Gefahr sehen: häufig Männer, die beispielsweise beim Sexismus eines Rainer Brüderle fanden, Frauen sollten sich nicht so anstellen und jetzt mahnen, "unsere Frauen" zu verteidigen. "Die Rechten entdecken auch ihre soziale Ader und sagen: Für Flüchtlinge wird alles getan, aber nichts für unsere Obdachlosen." Außerdem gebe es diejenigen, die selbst mit sozialen Problemen kämpfen und jemanden suchen, dem sie die Schuld dafür geben können.

"Klar kann man fragen, was man macht, wenn die Ressourcen knapp sind. Es ist berechtigt, angesichts der Zahl der Flüchtlinge zu fragen, wie wir die nötige Infrastruktur organisiert bekommen." Aber es gibt keine Berechtigung, Menschen aufgrund ihrer Ethnie Eigenschaften zuzuschreiben oder soziale Ungerechtigkeit zu rechtfertigen. Das ist Rassismus.


Der Rassistencheck

Wer prüfen will, wie vorurteilsfrei er selbst ist, kann dafür im Internet den Rassismus-Check nutzen, den wir mit Unterstützung von Oliver Lauenstein entwickelt haben.


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