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DNA-Fund

Spektakuläre Wende im Fall Peggy: Auch ein Experte ist überrascht

Christoph Lemmer kennt den "Fall Peggy" wie kein Zweiter. Der Buchautor sagt: "Die Polizei wird den Fall erst zu den Akten legen, wenn er gelöst ist."
Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben. Am Fundort von Peggys Knochen sind DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden worden. Foto: David Ebener/dpa
 
von CHRISTIAN PACK
Auf die neuen Entwicklungen im "Fall Peggy" angesprochen, atmet Christoph Lemmer am Telefon zunächst einmal tief durch. "Dass diese beiden Themen irgendwie zusammenhängen, konnte niemand ahnen. Damit habe ich nicht gerechnet." Dabei hätte man vermuten können, dass Lemmer irgendwann schon einmal mit dieser Theorie konfrontiert worden ist. Der Journalist und Autor kennt den "Fall Peggy" wie kein Zweiter. "Diese Entwicklung hat mich trotzdem von den Socken gehauen."


Viele Spekulationen

Jahrelang hat sich Lemmer intensiv mit dem mysteriösen Verschwinden der neunjährigen Schülerin aus Lichtenberg befasst. An der Fülle von Spekulationen, die derzeit verbreitet werden, will er sich aber nicht beteiligen. Besonders nicht an der Theorie, dass Uwe Böhnhardt damals Kontakt zur Familie von Peggy Knobloch gehabt haben könnte. "Da gibt es aus meiner Sicht keinerlei Verbindung." Auch nicht daran, dass das NSU-Trio in der Gegend um Lichtenberg gesehen wurde. "Sonst wäre diese Info schon längst aufgetaucht", sagt Lemmer, der fast alle NSU-Prozesstage im Gerichtssaal verfolgt hat.

Für Ermittler und die Staatsanwaltschaft sei der DNA-Treffer sicher auch eine Überraschung gewesen. Sie müssten jetzt ein neues Faktum zur Kenntnis nehmen und den Fall mit allen Aspekten neu aufrollen. Auch aufgrund der Pannen in der Vergangenheit dürfte der Ehrgeiz enorm sein. "Die Polizei wird den Fall erst zu den Akten legen, wenn er gelöst ist."


"Es wurde viel Unfug verzapft"

Aus Sicht des Journalisten ist die Chance daher groß, dass der für ganz Deutschland "außergewöhnliche Fall" doch noch abgeschlossen wird. Das sei auch in gewissem Maße ein Verdienst der Öffentlichkeit, die in der Vergangenheit vieles kritisch hinterfragt habe. Das führte zu einigen positiven Wendungen, wie den Freispruch des zu Unrecht verurteilten Ulvi K..

Allerdings habe auch oft die nötige Distanz gefehlt. "In den letzten Jahren wurde leider auch eine Menge Unfug verzapft." Darunter habe auch Peggys Mutter gelitten.

Die ließ gestern über ihre Anwältin Ramona Hoyer mitteilen, dass sie seit dem Verschwinden und Auffinden ihrer Tochter hofft, dass "die Umstände ihres Todes vollständig geklärt werden können". Dass nun eine DNA-Spur auf Uwe Böhnhardt und damit eventuell auf die NSU-Szene verweist, habe die Mutter "tief erschüttert und viele neue Fragen aufgeworfen". Weiter dazu äußern wolle sie sich nicht. "Meine Mandantin benötigt Zeit, diese neuen Entwicklungen zu verarbeiten."

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