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Missbrauchsprozess

So berichten andere Medien über das Urteil im Chefarzt-Prozess

Der Fall um Heinz W. sorgt deutschlandweit für Aufmerksamkeit. Hier einige Pressestimmen.
Der öffentliche Interesse am Chefarzt-Prozess war und ist groß. Foto: Ronald Rinklef
 
von ANNA LIENHARDT
Das Medien- und Publikumsinteresse war enorm, als die Zweite Strafkammer des Landgerichts am Montag das Urteil im sogenannten Chefarzt-Prozess verkündete. Nach eineinhalb Jahren Verhandlungsdauer wurde der Gefäßspezialist Heinz W. (51) zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Zudem schließt sich ein fünfjähriges Berufsverbot an.

Die Platzkarten für Zuschauer waren bereits ab 7.30 Uhr morgens vergriffen, auch für Medienvertreter war der Raum begrenzt. Wir zeigen Ihnen in einer Presseschau eine Auswahl von Textpassagen aus Artikeln anderer Medien, die am Tag der Urteilsverkündung veröffentlicht wurden.

Bayerischer Rundfunk
"(...) Der Fall war erst ans Licht gekommen, als eine Medizinstudentin, die auf Bitten des Angeklagten ebenfalls an der angeblichen Studie teilnahm, ihre Erinnerungslücken befremdlich fand und ihr Blut untersuchen ließ. (...) Zwar endete der Mammutprozess heute (...), allerdings ist es nach Meinung von Juristen unwahrscheinlich, dass dieses Bestand haben wird. Eine Berufung ist nicht möglich, eine Revision allerdings schon. Das heißt, wenn Verteidigung oder Staatsanwaltschaft mit dem Urteil nicht zufrieden sind, können sie dieses am Bundesgerichtshof auf Verfahrensfehler und materielle Fehler hin prüfen lassen."

Süddeutsche Zeitung
"Der Angeklagte kämpfte bis zum Schluss. Kurz vor dem Urteil, eine Woche, nachdem die Plädoyers gehalten worden waren, ergriff Heinz W. das Wort noch einmal und sagte: ,Ich habe niemanden betäubt. Insbesondere wurde niemandem Gewalt angetan. Ich kann versichern, dass ich nie Böses im Schilde führte. Alle Patientinnen wurden bestmöglich behandelt.‘ Und auch seine Verteidiger forderten noch einmal, einen Experten für Betäubungsmittel im Blut zu hören - sie wollten damit bis zuletzt die Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin infrage stellen. (...) Der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt erklärte, die Vorwürfe hätten sich ganz überwiegend bestätigt, er habe den Untersuchungen nur ein wissenschaftliches Gepräge gegeben. Der Richter sprach Heinz W. in sechs Fällen der schweren Vergewaltigung schuldig, in weiteren sechs Fällen der sexuellen Nötigung und der gefährlichen Körperverletzung. Der Arzt habe sich zudem des Missbrauchs Widerstandsunfähiger schuldig gemacht, sagte der Richter. "

Stern
"Dreimal platzt es während des Urteilsspruchs wütend aus Heinz W. heraus. Erst mit der Androhung eines Bußgelds bringen ihn der Richter und der Oberstaatsanwalt zum Schweigen. Der zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilte ehemalige Chefarzt des Bamberger Klinikums ist tief gefallen, doch gebrochen ist er nicht. Er sieht sich als ein Justizopfer - das Gericht dagegen sieht bei ihm sexuelle Abgründe (...) Richter Manfred Schmidt schildert nun in seinem Urteil, dass W. Sexspielzeug anal und vaginal bei der wehrlosen Frau einführte. Das bestreitet W. auch gar nicht - er nennt es bei dieser und bei elf weiteren Frauen aber medizinisch notwendig. Für den Richter eine nachgewiesene Falschbehauptung: ,Hier zu behaupten, dass die medizinische Indikation in allen Fällen das Maßgebliche war, ist für uns ausgeschlossen.‘"

Bild
"Sex-Arzt Heinz W. (51): Jetzt muss er sieben Jahre und neun Monate in den Knast! (...) Mindestens zwölf meist jungen Frauen zwischen 17 und 28 Jahren hat W. von Juli 2008 bis 2014 immer wieder ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht. Dann hat er Fotos von ihrem Intimbereich gemacht, mindestens zweien hat er Sexspielzeug (Anal Plugs) eingeführt. (...) Sexuelle Motive habe es bei ihm nie gegeben. Zugegeben hatte W. lediglich, dass er die 18-jährige Patentochter seiner Frau betrunken gemacht hat und dann mit Dildos über ihren Körper gefahren ist."

Spiegel online
(...) Eine junge Medizinstudentin hatte den Fall mit ihrer Anzeige ins Rollen gebracht. Nach einer angeblichen Untersuchung durch den Mediziner hatte die Frau sich über Schwindelgefühl und Erinnerungslücken gewundert. Ihr Vater, der selbst ein Arzt ist, entnahm ihr daraufhin eine Blutprobe, bei der das Betäubungsmittel nachgewiesen wurde. Richter Schmidt bezeichnete die Hauptbelastungszeugin sowohl von ihren Aussagen als auch ihrem Verhalten als ,absolut glaubhaft‘. Versuche der Verteidigung, sie als ,Betäubungsmitteljunkie‘ darzustellen, seien völlig ungerechtfertigt. Es handele sich um eine im Leben stehende junge Frau, die keinen ,Belastungseifer‘ gezeigt habe."

Nordbayerischer Kurier
"Heinz W. kam wie immer im dunklen Anzug, er wirkte extrem angespannt, die Lippen schmal, der Blick dunkel und die Arme oft krampfhaft verschränkt. Nur wenige Male gelang ihm ein Lächeln. Seine Bekannten begrüßte er nur kurz im Saal. (...) Mit dem Urteil ging einer der längsten Indizienprozesse der Bamberger Justiz zu Ende. Anderthalb Jahre verhandelte das Gericht, mehr als 70 Verhandlungstage, immer wieder torpedierten W.s Verteidiger das Gericht mit Anträgen. Sie lehnten die Gutachter ab, hielten die Ermittlungen für fehlerhaft und das Gericht sogar für befangen. Verteidiger Klaus Bernsmann hatte schon längst angekündigt, bei einem hohen Strafrahmen in die Revision zu gehen."

Welt
"Der Angeklagte unterbrach den Richter während der Urteilsbegründung, die öffentlich verlesen wurde, mehrmals. Die medizinische Indikation werde völlig außer Acht gelassen, rief der 51-Jährige. Daraufhin forderte der Staatsanwalt eine Geldstrafe, der Richter ermahnte den Mann jedoch lediglich. ,Wir haben Sie lange reden lassen‘, sagte Schmidt. ,Sie werden sich jetzt beherrschen können.‘ Noch vor der Urteilsverkündung hatte es eine Verzögerung gegeben. Die Verteidiger des Angeklagten hatten einen neuen Beweisantrag gestellt, und der Angeklagte hatte eine Erklärung abgegeben. Darin wiederholte er, was er mehrmals während des Prozesses beteuert hatte: dass er sich als Opfer ,völlig absurder Vorwürfe‘ sehe."

zum Thema "Chefarzt-Prozess Bamberg"

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