Zwei Weltkriege hat die nun 100-Jährige miterlebt. Mit der Bamberger Straßenbahn ist sie in ihrer Jugend noch gefahren. Die Seniorin kann sich an die Zeit erinnern, als das heutige Rathaus am Maxplatz ein Priesterseminar war. Und den "Fränkischen Tag" hatte sie schon abonniert, als er noch "Bamberger Tagblatt" hieß: Katharina Porzelt, geborene Schley, die aus einer alteingesessenen Gärtnerfamilie stammt, ist ihrer Heimatstadt immer treu geblieben.

Die Gesundheit macht bis heute mit: In 100 Lebensjahren musste die Fränkin nie in ein Krankenhaus.

"Ich hab' eben nie was gehabt", sagt sie ganz selbstverständlich. Selbst im hohen Alter von 100 Jahren leidet Katharina Porzelt an keinerlei Schmerzen. Geistig hält sie sich fit und führt sogar noch ihren eigenen Haushalt. Bis vor wenigen Jahren hat die Bambergerin darüber hinaus noch regelmäßig Reisen unternommen, was sie inzwischen aufgab.

Dabei ist Katharina Porzelt seit 1947 verwitwet.

Wie ihre Vorfahren war ihr Mann ein gelernter Gärtner, der aus dem Krieg nicht mehr zurückkam. Er starb in russischer Kriegsgefangenschaft.

Über Einsamkeit kann sich die Witwe aber nicht beklagen. Schließlich leben die beiden Töchter Katharina Porzelts, deren Kinder und Enkel allesamt in Bamberg. Dank der drei Enkel und sechs Urenkel bricht der Kontakt der nun 100-Jährigen zur jüngeren Generation auch nicht ab. Außerdem trifft sich Katharina Porzelt noch regelmäßig mit Bekannten im Gasthaus "Wilde Rose" zum Stammtisch.

Am Sonntagvormittag bekam das "Geburtstagskind" in seiner Wohnung auch Besuch von Oberbürgermeister Andreas Starke, der es sich nicht nehmen ließ, einen Blumenstrauß zum Ehrentag zu überreichen. Im Namen der Kirche gratulierten die beiden Pfarrer Josef Eckert und Günter Höfer. Anschließend feierte Katharina Porzelt ihren dreistelligen Ehrentag mit Verwandten in einem guten Restaurant in der Nähe von Bamberg.