Würdigung

Sie geben die Liebe Christi weiter

Erzbischof Ludwig Schick zeichnete Ehrenamtliche aus dem Erzbistum Bamberg aus. Darunter waren Gruppen aus Burgebrach, Hollfeld und Zapfendorf.
Von den elf Mitgliedern der Burgebracher Kirchenband "Motive" konnten fünf zur Ehrung kommen.  Von links:   Günter Schreiner, Andrea Kraft, Birgit Winkler, Brigitte Kraft und Karin Gerner. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
 
Erzbischof Ludwig Schick ließ sein vorbereitetes Redemanuskript in der Tasche. "Ich will es kurz machen: Was soll ich sagen? Sie sprechen doch für sich selbst", meinte er sichtlich beeindruckt ob des überfüllten Festsaals im Bamberger Bistumshaus St. Otto. Ehrenamtliche aus dem ganzen Erzbistum hatten sich zu ihrem Festtag versammelt: "Sie stehen für Tausende, die sich im Erzbistum engagieren und die Liebe Christi weitergeben", erklärte der Erzbischof und fügte hinzu: "Schön, dass Sie Zeugnis geben von dieser Liebe und sie durch Ihre Dienste zum Ausdruck bringen."

Zum zwölften Mal wurde der "Preis des Erzbistums Bamberg für das Ehrenamt" verliehen. Der damalige Erzbischof Karl Braun hatte 2001 eine entsprechende Stiftung ins Leben gerufen und mit Mitteln des Erzbischöflichen Stuhles ausgestattet. Bisher konnten 205 Gruppen für besonders verdienstvolles ehrenamtliches Wirken ausgezeichnet und die damit verbundenen Projekte unterstützt werden. Der eigentliche Preis besteht in der öffentlichen Ehrung und in einem Scheck, "mit dem sich die Gruppen selber etwas Gutes tun sollen", wie Stiftungsratsvorsitzende Anne Kurlemann (Erzbischöfliches Ordinariat) sagte. Das Engagement der Ehrenamtlichen "in und für die Kirche zeigt, dass es nicht bergab geht mit der Kirche", rief sie der Festversammlung zu. 21 Gruppen wurden heuer stellvertretend für viele andere geehrt, die zumeist schon jahraus, jahrein ihre Pfarreien lebendig halten: mit Einsätzen für Senioren, für sozial Benachteiligte, für Kranke, für die Gestaltung von Gottesdiensten, für blitzblank geputzte Kirchen, für die Mission und Weltkirche und etliches mehr.

Dass die Kirchenband "Motive" aus St. Vitus in Burgebrach ebenfalls zu den Geehrten zählt, war für die Festversammlung nicht verwunderlich: Die Sängergruppe brachte in der Feierstunde einige Kostproben ihres Könnens und löste tosenden Beifall aus. Ihre modernen, aussagekräftigen Lieder begeisterten. "Ich hatte Lampenfieber wie vor 27 Jahren, als wir uns gründeten", lachte Sängerin Brigitte Kraft und schob schnell nach: "Lampenfieber, aber nicht wegen dem Erzbischof!" Gitarrist Günter Schreiner nickte. Gleichwohl "ist die Auszeichnung für uns eine besondere Ehre", machte er klar. Schließlich ist der Name der Band "Motive" auch Programm: "Der Glaube ist das Motiv, das uns in unserer Vielfalt als einzelne, einzigartige Menschen mit unseren unterschiedlichen Vorstellungen, Ideen und Sehnsüchten verbindet", formulieren die Mitglieder, die etwa zwanzig Mal im Jahr bei Jugendgottesdiensten, Erstkommunion, Firmung, Hochzeiten oder Kindermetten singen: "um Glaubensbotschaften und Motive mitzugeben und in den Alltag der Menschen zu tragen".

Helferkreis ausgezeichnet


Ein herzliches "Vergelt's Gott" und ein persönliches Dankeschön sagte Erzbischof Schick auch dem Helferkreis der Sozialstation in Hollfeld. Acht Frauen aus der Pfarrei besuchen seit fast 25 Jahren regelmäßig ältere und kranke Mitbürger, die von der Sozialstation betreut werden. Die Unterstützung der Schwestern erwuchs aus einem häuslichen Krankenpflegekurs. Seit dieser Zeit treffen sich die Ehrenamtlichen regelmäßig zusammen mit dem Stadtpfarrer und der Sozialstation zur gemeinsamen Abstimmung anstehender Aufgaben. Dazu gehören neben Hausbesuchen auch Einkäufe, Fahrten zum Arzt oder gerade das, was sich die Schützlinge von ihren ehrenamtlichen Helferinnen wünschen: "Die positive Resonanz der Besuchten bestärkt uns in unserem Engagement", erklären sie unisono.

"Selbst ist der Mann" sagt sich das Vorbereitungsteam des "Dämmerschoppens" in Zapfendorf, ein spezielles Angebot ausschließlich für Männer. "An diesen Abenden im Pfarrheim ist keine Frau in der Küche zu sehen", betont Rudolf Helmreich, der Leiter des "Dämmerschoppen". Nach dem Abendgottesdienst treffen sich nicht selten zwischen 45 und 50 Männer aus der Pfarrei Zapfendorf und Kirchschletten zu Bildvorträgen, Singen von Volksliedern, jahreszeitlichen Aktivitäten wie Nikolausbesuch oder Oktoberfest. Der Erlös aus der Bewirtschaftung fließt einem guten Zweck zu, so etwa einem Schulprojekt in Indien oder der neuen Orgel.

"Ein interessantes Projekt der Männerseelsorge. Auch Männer haben einen Platz in der Kirche", lobte Erzbischof Schick. Er sei ja auch "Männerbischof, was nicht so bekannt ist", beleuchtete er den Hintergrund seines besonderen Wohlwollens. Ein fester Händedruck, der Scheck: Rudolf Helmreich nahm das alles als Ansporn für künftige Aktivitäten entgegen. Nach der ausgiebigen Gratulationscour gab es für alle Geehrten einen Imbiss. Und ein Fotoshooting: Jede Gruppe stellte sich mit dem Erzbischof für ein Erinnerungsbild auf. Die Stiftungsräte Alfons Galster, Elisabeth Schillab und Sonja Flanse sorgten dabei für den reibungslosen Ablauf.





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