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Bahn-Strecke

Sechs-Meter-Mauer würde Bamberg teilen

Die Stadt Bamberg erarbeitet nach Bahn-Plänen 3D-Ansichten der für die neue Bahntrasse geplanten sechs Meter hohen Lärmwände in Bamberg.
Der Blick über die Pfisterbrücke nach Süden zeigt die teilende Wirkung von vier Mauern, von denen die beiden mittleren sechs Meter hoch sind. Bei den gelb dargestellten  Gebäuden rechts oben handelt es sich um bahneigene Hallen an der Strickerstraße und das Betriebsgebäude von Wolf und Reiser, die dem viergleisigen Trassenbau  im Weg stehen.  Animation: Stadtplanungsamt Bamberg
 
Noch sind es nur 100 Menschen, die sich in der Initiative Bahnsinn Bamberg zusammengefunden haben, um den Ausbau der Bahnstrecke, wie sie sagen, bürger- und stadtfreundlich zu gestalten. Doch Robert W. Bartsch ist sich sicher: Wenn die dreidimensionalen Animationen, die das Stadtplanungsamt derzeit im Auftrag des Stadtrats erarbeitet, erst einmal öffentlich zu sehen sind, dann wird die Protest-Bewegung, deren Sprecher er ist, zur breiten Front wachsen. "Die Bilder sind beeindruckend", sagt er.

Gut möglich, dass Bartsch mit seiner Prognose nicht völlig daneben liegt. Die dreidimensionalen Darstellungen der Bahntrasse, die erstmals am 23. Mai in der Sitzung des Stadtrats der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen, zeigen - beginnend von der Forchheimer Straße bis zum Gleisdreieck - vieles, was in den bisherigen Plänen nur zu ahnen war. Es ist das Bild einer geteilten Stadt.

Wichtig: Die auf der Basis von Google Maps berechneten Daten entsprechen dem Planungsstand der DB Projektbau GmbH vom Dezember 2011, der sich laut Stadt bis heute aber nicht verändert haben soll.

Die teils vierfach gestaffelten Lärmschutzwände haben insgesamt eine Länge von 10,1 Kilometern. 8,7 Kilometer davon werden vier bis sechs Meter hoch sein. Zusätzlich soll das Gleisbett an der Unterführung Moosstraße um 1,6 Meter angehoben werden.

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) fühlt sich durch das plastische Ergebnis in seinem Ziel bestätigt, die Bürgerschaft möglichst gut zu informieren. "Die dreidimensionale Darstellung ist das richtige Instrument, um allen ganz konkret vor Augen zu halten, was die Planungen bedeuten. Damit sie auf einer sachlichen Grundlage über die Pläne der Bahn diskutieren können", sagte Starke.

Unterdessen hält die Initaitive Bahnsinn Bamberg ihre Forderungen nach einem stadtverträglichen Trassenbau aufrecht. Ziel ist es für Bartsch und seine Mitstreiter, dass die Bahn die Geschwindigkeit der durchfahrenden Züge so reduziert, dass keine Gefährdung für die Bürger entsteht und die Lärmschutzwände auf ein erträgliches Maß verkleinert werden können. Auch eine Tunnellösung müsse ernsthaft und nicht nur oberflächlich geprüft werden, sagt Bartsch und verlangt von der Bahn eine Machbarkeitsstudie. Selbstverständlich sei in einer Welterbestadt auch der Einsatz modernster Techniken bei den Gleisen, den Bremsen der Züge, aber auch den Lärmschutzmauern. Hier gebe es interessante Neuerungen aus Österreich und Australien, wo viel niedrigere Lärmwände laut Bartsch deutlich mehr Lärm schlucken.

Frank Kniestedt, Sprecher der Bahn, kennt die vielfältigen "Experimente", die Bartsch meint, wendet aber ein, dass die Bahn nur mit solcher Technik planen kann, die erprobt, zugelassen und auch bezahlbar sei. Das sei die hier geforderte aber noch nicht. Der Vorstellung, dass beim Lärmschutz in Bamberg grundsätzliche Zugeständnisse zu erwarten seien, kann Kniestedt nur verneinen. "Es handelt sich hier um einen gesetzlichen Anspruch. Selbst wenn wir ein Tunnel bauen sollten, gibt es oben weiter Gleise, für die ein Anspruch auf Lärmschutz besteht." Als unwahr lehnt der Bahnsprecher die Darstellung von Bahnsinn ab, beim Planfeststellungsverfahren sei so gut wie alles schon entschieden. Laut Kniesteckt ist die Planfeststellung das gesetzlich vorgeschriebene Abwägungsverfahren, um ein solches Projekt zu realisieren. Das Planfeststellungsverfahren für den Teilabschnitt Bamberg soll 2013 beginnen und dürfte 2015 abgeschlossen sein.

Federführende Abwägungsbehörde ist das Eisenbahnbundesamt. Derzeit befinde man sich aber noch in der Vorplanung, sagte Kniestedt.


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