Wöhrl

Schutzschirm für Wöhrl: Wie geht es in Bamberg und Coburg weiter?

Die Modekette Wöhrl muss saniert werden - nun stellt sich die Frage, welche Filialen erhalten bleiben und wo Geschäfte geschlossen werden.
Die Modekette Wöhrl muss saniert werden - nun stellt sich die Frage, welche Filialen erhalten bleiben und wo Geschäfte geschlossen werden. Eine von 34 Filialen steht in Coburg. Foto: Jochen Berger
 
Seit mehr als 80 Jahren gibt es die Modehauskette Wöhrl aus Nürnberg. Das Modehaus von Rudolf Wöhrl will mit einer Sanierung in Eigenregie eine drohende Insolvenz verhindern. Die Hauptversammlung des Nürnberger Textilhandelsunternehmens mit knapp 2000 Mitarbeitern habe dafür ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beschlossen, teilte die Rudolf Wöhrl AG in der Nacht zum Dienstag mit: "Ziel ist es, die Wöhrl Gruppe als Ganzes zu erhalten und nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen." Das Unternehmen hat nun drei Monate Zeit für einen Sanierungsplan.

Das operative Geschäft an den 34 Standorten der Gruppe in Ost- und Süddeutschland soll zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen. Defizitäre Filialen ohne Wachstumspotenzial sollen aber geschlossen und ein Online-Shop aufgebaut werden.


Wie geht es in Bamberg weiter?

Der Bamberger OB Andreas Starke stellt nach dem Bekanntwerden des Schutzschirmverfahrens für Wöhrl klar: "Der Standort Bamberg muss gesichert werden." Man werde nichts unversucht lassen, um den Standort Bamberg für Wöhrl zu erhalten, wird Starke in einer Mitteilung der Stadt Bamberg zitiert.

Aktuell wird im Rahmen der Aufstellung eines Sanierungsplans überprüft, welche Filialen rentabel sind und welche geschlossen werden müssen. Derzeit sei keine Aussage darüber möglich, welche Filialen betroffen sein würden, teilt die PR-Agentur mit, die Wöhrl betreut.

Starke hat schriftlich gegenüber der Geschäftsleitung von Wöhrl dargelegt, wie wichtig Wöhrl für Bamberg geworden ist und welche Vorteile das Unternehmen hat, wenn es sich in der Welterbestadt einem großen Kundenkreis in zentraler Lage präsentieren kann."


Gute Aussichten für Coburg

Konkrete Aussagen gibt es natürlich auch noch nicht zur Wöhrl-Filiale in Coburg, doch der Pressesprecher der Stadt Coburg, Maximilian Heller, zeigt sich auf Nachfrage optimistisch: "Über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt (Wifög) sind wir im Kontakt mit Wöhrl zu diesem Thema. Natürlich macht uns dieser Vorgang hellhörig. Da aber aktuell die Rede davon ist, dass unrentable Filialen geschlossen werden sollen, machen wir uns im Moment keine akuten Sorgen, da die Coburger Filiale unserer Kenntnis nach gut läuft."


Hintergrund: Der Schutzschirm

Verfahren
Das Schutzschirmverfahren schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen weiter verantwortlich lenken und selbstständig sanieren. Ihr wird ein Sachwalter zur Seite gestellt, unter dessen Aufsicht sie selbst einen Sanierungsplan ausarbeiten kann.

Antrag
Voraussetzung für dieses Verfahren ist, dass der Schuldner rechtzeitig den Antrag stellt und die Gläubiger keine Nachteile haben, die mit einer regulären Insolvenz zu verhindern gewesen wären. Das Verfahren soll überlebensfähigen Firmen eine echte Chance zur Sanierung geben.
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