Schaeffler-Gelände steht zum Verkauf

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Bamberg bringt Bewegung in den Immobilienmarkt. Vor allem Industriebrachen bergen für die Stadtentwicklung neue Chancen. Nun könnte auch Bamberg-Nord mit dem Schaeffler-Gelände von diesem Trend profitieren. Hier bahnt sich in wenigen Wochen ein Verkauf an.
Das 5,3  Hektar große Gelände in Bamberg-Nord ist die größte innenstadtnahe Industriebrache Bambergs und könnte nun zum Wohnstandort werden.  Fotos: Ronald  Rinklef
 
An Familienfreundlichkeit mangelt es in Bamberg-Nord nicht. Schule und Kindergarten sind da, die Innenstadt liegt vor der Haustür. Dennoch kam es in der Luitpoldschule schon vor, dass die erste Klasse nur mit Mühe gebildet werden konnte. Diagnose Kindermangel. "Es fehlen uns die Baugebiete und die jungen Familien", sagt Christina Keidel, Vorsitzende des Bürgervereins.

Das könnte sich schneller ändern, als manch einer noch vor Kurzem vermutet hatte: Grund sind Überlegungen der Ideal Automotive GmbH, sich vom ehemaligen Produktionsstandort Schaeffler in Bamberg-Nord zu trennen. Nach Angaben des möglichen Käufers, der J.A. Unternehmensgruppe, stehen die Chancen gut, dass in den nächsten Wochen eine positive Entscheidung fällt. Schon kursieren Pläne, die auf dem Gelände eine Siedlung mit über 100 Reihenhäusern zeigen.

Der Platz wäre da: Das fünf Hektar große Areal zwischen Margaretendamm, Lichtenhaide- und Jäckstraße ist die größte noch unverplante Industriebrache in Innenstadtnähe. Die Verhandlungen zwischen Eigentümer und Projektentwickler seien fortgeschritten, heißt es in einer Erklärung. Ideal Automotive wolle Betrieb und Arbeitsplätze am Standort erhalten.

Vieles spricht dafür, dass es tatsächlich zu Wohnungsbau kommt: Die J.A. Unternehmensgruppe hat auf der Erba-Insel das Baumwolllager saniert und schafft über 300 Studentenwohnungen im Ziegelbau.
Zumindest bei den Stadträten aus Bamberg-Nord rennen die Investoren offene Türen ein. "Das wäre eine sehr erfreuliche Sache für Bamberg Nord, wenn sich auf dem Schaeffler-Gelände nach Jahren etwas tut. Wir hoffen, der Wohnungsbau kommt. Bamberg-Nord braucht dringend Flächen für Häuser und Wohnungen", sagt CSU-Stadtrat Pankraz Deuber. Ähnlich urteilt auch Wolfgang Wußmann von den Freien Wählern. Wußmann, früher Konrektor der Luitpoldschule, wohnt in der Jäckstraße, und hat selbst erlebt, dass viele Leute dem Stadtteil den Rücken gekehrt haben, weil es in Bamberg-Nord keine Möglichkeiten gab, sich niederzulassen. Nun knüpft er große Hoffnungen an die Umwandlung der Industriebrache: " Bamberg-Nord ist stark überaltert. Junge Familien täten dem Stadtteil gut."

Auch die Stadtverwaltung steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber. In ersten Gesprächen hat sie den Interessenten signalisiert, dass sie sich auf dem Areal reines Wohnen, aber auch ein gemischtes Quartier vorstellen kann. Einzelhandel oder oder industrielle Nutzung kämen nicht infrage. "Natürlich begrüßen wir, dass hier möglicherweise neuer Wohnraum entsteht, denn daran herrscht in Bamberg mehr und mehr Mangel. Zudem hat das Gebiet eine gute Anbindung und befindet sich in Stadtnähe", sagt Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar.
Die Umwandlung einer Industriebrache zum Wohnbauland folgt einem Muster, das in Bamberg wegen seiner beengten Fläche seit Jahren vorangetrieben wird, aber oft auch auf Hürden stößt. Beispiel Glaskontor-Gelände in der Wunderburg: Erst dadurch, dass die Stadt vor wenigen Wochen selbst ein großes Grundstück gekauft hat, scheint der Knoten nach jahrzehntelangem Stillstand geplatzt, rückt das Areal dem Ziel einer Wohnbebauung näher.

Auf einen Befreiungsschlag wartet man beim Gelände der früheren Ziegelei Megalith in Gaustadt bislang vergeblich. Auf dem ca. 13 Hektar großen, naturnah gelegenen Grundstück tut sich trotz Wohnungsmangels seit Jahren nichts. Grund: Der Ausgleich zwischen den Interessen ist nicht leicht zu finden. So will sich die benachbarte Brauerei Kaiserdom durch ein Wohnbaugebiet nicht in ihren Entwicklungschancen einschränken lassen.
Mehr Bewegung auf dem Immobilienmarkt wünscht sich auch OB Andreas Starke (SPD). Noch immer ziehen aus seiner Sicht zu viele junge Familien ins Umland: "Ich wünsche mir, dass es in Bamberg endlich einmal Häuser gibt, die sich junge Familien leisten können", lautet Starkes wohnungspolitisches Bekenntnis.

Dieses Ziel verfolgen nach eigenen Angaben auch die neuen Eigentümer des Maisel-Geländes in der Wunderburg. Das Grundstück der insolventen Brauerei soll zum Wohnbauland umfunktioniert werden. Auch hier sind allerdings Interessen von Nach barn tangiert. Einer davon ist die Robert-Bosch GmbH, der wichtigste Arbeitgeber Bambergs.

Kommentare

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Der Schlachthof?Der wird nach Hallstadt (Ecke Dr.-Robert-Pfleger/Emil-Kemmer-Straße) umgesiedelt. Dort ist die Verkehrsanbindung besser.
    FKK Germania stört nicht...ist auch kaum bekannt...und könnte man im Vergnügungspark integrieren grinsen grinsen grinsen

    Alles aufregen nützt nichts. Die machen was sie wollen und verkaufen es hinterher als gelungenes Projekt. Ich glaube aber nicht daß ICH das noch erlebe. Manchmal kann der Tod doch was positives sein....

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  • community  Pustefix Diesen Post kommentierenkommentieren

    und dann...........................???.... keiner denkt an den schlachthof mit seinen gerüchen oder dem nahen , auch neu errichteten, Freizeitstätten mit seinen anrüchigen Image.....FKK Germania...
    die kinder lernen dann auch gleich, womit sie später ihr geld verdienen können
    oder....wer denkt an das Verkehrsaufkommen direkt an der Kreuzung.... wird da auch wieder eine Festung aus Sozialwohungen um das Baugebiet herum - wie an der Starkenfeldstraße, oder an der Memmelsdorfer Str. (Greiff) bereits zu sehen - gebaut.

    Macht lieber einen Stadtpark daraus, so gegenüber der ERBA.....

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Naja......wenn ICH den Zuschlag bekommen würde mache ich einen Riesen-Vergnügungspark daraus...und das alles ohne irgendwelche Beteiligungen oder Blasen die platzen könnten, auf eigenes Risiko. Und für Geocacher gäbe es eine LP-Ecke.
    Da ich aber nicht zur Mauschelecke gehöre werden die Bamberger das bekommen was sie nicht verdienen (können).

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  • community  HansKasper Diesen Post kommentierenkommentieren

    HahahihiJo, Michael Ehlers und Konsorten werdens schon schaukeln... Wird alles gaaaaaanz toll hier in Bamberg. Und bitte keine Kritik an den Entscheidungen unserer einmaligen Stadt und ihren Mitarbeitern (Freak City ist genau der richtige Ausdruck), das ist so negativ und unfair !!
    So hab mich genug ausgekotzt, Adios !

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  • community  HansKasper Diesen Post kommentierenkommentieren

    war eigentlich als Antwort für steinbruechlein...s.o.

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  • community  HansKasper Diesen Post kommentierenkommentieren

    auf deutschOder besser auf deutsch:

    Meinen Sie mit dem riesigen wirtschaftlichen Einfluß die völlig überzogenen Mieten, die die amerikanischen Soldaten zahlen (besser gesagt die dummen USA, die anscheinend keinerlei Einschränkung ihres Budgets haben jedenfalls noch nicht) oder die horrenden Preise, die für Einrichtung, Umzug usw gezahlt werden? Oder die falschen und überhöhten Abrechnungen die Firmen den USA (und auch unseren Behörden) abknöpfen und sich dabei schlapplachen?
    Oder die Ausgaben für Bier und Schnaps in der Green Goose oder im Irish Pub?

    Nur mal angenommen, ganz hypotethisch und völlig unrealistisch wie ich bin, die Truppen ziehen ab... Was ist dann mit den Wohnungen die jetzt noch (zu w.o erwähnht völlig überzogenen Mieten vermieten werden) in Stadt und Land? Wohnen da dann Tauben drin und zahlen Miete oder ist das dann auf einmal freier Wohnraum? Will man die 450 ha frei werdende Fläche mit Wohnungen Stadion Infrastruktur usw. einfach ignorieren und so tun als wär das unbebaute Wiese?
    Was passiert damit?
    Wir können ja so tun als wären sie nicht da wie es Spanien gerade tut oder China, die Millionenstädte in die Wüste gebaut hat in denen kein Mensch wohnt. Ist doch alles völlig normal und dem Normalbürger natürlich auch vermittelbar.
    Und was passiert mit den leerstehenden Häusern in der Mayerschen Gärtnerei, der Erba, dem Schaeffler Gelände, wenn die Immoblase irgendwann mal platzt? Werden die dann auch an die Stadtbau und die Stadt verkauft (von den guten Spezln) wie die Arena? Natürlich ohne Schaden für den Bürger und alles völlig legal und ohne Mauscheleien.

    Die Weitsicht und Kompetenz unserer Herren Politiker und Wirtschaftsbosse ist schon sagenhaft.

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  • Wie wäre es.......mit Umwandlung in völlig überteuerte Studiappartments Modell: "Fast Love".

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  • community  HansKasper Diesen Post kommentierenkommentieren

    AUABrizzel, brizzel.... Hirn langsam hochfahren... 2 übrig gebliebene Neuronen verknüpfen... System overload!!!!

    Log: US Stützpunkt- Fläche Stützpunkt ca. 450 ha - ca. 10 % Stadtfläche - USA pleite - USA zieht ab -
    Bamberg ist und bleibt einfach nur pieps ....

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  • community  Zaungucker Diesen Post kommentierenkommentieren

    So ein Gequatsche...Der US-Standort ist einer der größten Wirtschaftsfaktoren in Stadt und Umland. Was hilft der ganze Wohnraum, wenn keine Betriebe mit angesiedelt werden? Bamberg ist jetzt schon eine Auspendelstadt.

    Ja: Hirn einschalten ....

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  • community  HansKasper Diesen Post kommentierenkommentieren

    ugga uggaBrizzel Brazzel...
    Neuronen einschalten... Truppen ziehen ab... 450 ha leer... was dann mit Schaefler Gelände... Megalith... ERBA... Immobilienpreise...kein Problem... Stadt wirds schon richten... brizzel brizzel

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