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Auflösung

Rotstift raus: Hier ist die Lösung des Diktats!

Das Kosolg'sche Diktat gilt als eines der schwersten Diktate. Selbst Lehrer machen hier im Durchschnitt 14 Fehler. Wir haben im Zuge unserer Reportage "Wer nämlich mit h schreibt" dazu aufgerufen, die eigene Rechtschreibung zu testen. Hier folgt nun die korrekte Fassung. Und: Welche Note geben Sie sich bzw. gebt Ihr Euch?
Wenn man sich nicht sicher ist, wie ein Wort geschrieben wird, hilft eben nur eine Sache: Duden her und nachschlagen!  Foto: Brigitte Löffler
 
Hier finden Sie den ursprünglichen Artikel mit dem Diktat zum Anhören.

Liebe Kinder!

Heute Nacht nahm ich mir vor, Euch diesen Morgen einige Lehren fürs Leben des Näheren niederzuschreiben. Leset sie oftmals durch, so werdet Ihr Euch bei Gelegenheit des Näheren entsinnen und danach handeln.

Zwar kann ich Euch nur etwas weniges hinterlassen; aber Euch etwas Gediegenes lernen zu lassen, dazu habe ich mein Bestes, ja mein Möglichstes getan. Ihr seid alle gut im Stande, sodass Ihr imstande seid, Euch redlich durchzuschlagen. Sollte jedoch einer von Euch je in Nöten sein, so ist es durchaus vonnöten, dass Ihr Euch gegenseitig helft. Seid stets willens, Euch untereinander zu Willen zu sein. Irrt einer von euch, so sollen die Übrigen ihn eines anderen, und zwar eines Besseren zu belehren versuchen.

Achtet jedermann, Vornehme und Geringe, Arm und Reich. Seid keinem Feind; denn jemandes Feind sein, bringt oft Unheil. Tut niemand ein Leid an, so wird man Euch nicht leicht etwas zuleide tun. Euer seliger Vater sagte oft zu seinen Schülern: "Tut nie Böses, so widerfährt Euch nichts Böses." Macht Euch eine abrahamsche Friedfertigkeit zu eigen, indem Ihr im Streit nach dem abrahamschen Wort handelt: "Gehst du zur Rechten, so gehe ich zur Linken." Wer von Euch der Klügste sein will, der handle nach dem Sprichwort: "Der Klügste gibt nach." Tut nie unrecht; seid Ihr aber im Recht, so habt Ihr recht, ja das größte Recht, wenn Ihr Euer Recht sucht, und Ihr werdet dann im Allgemeinen auch recht behalten.

Lasst nichts außer Acht, ja außer aller Acht, wenn Ihr Freundschaft schließt. Wählt nicht den ersten Besten als Freund, und sorgt, dass Ihr unter Euern Mitarbeitern nie die Letzten seid. Wollt Ihr Wichtiges zuwege bringen, so müsst Ihr ernstlich zu Werke gehen.

Sucht, auf dem Laufenden zu bleiben, und zieht nie eine ernste Sache ins Lächerliche; denn etwas Lächerliches gibt es nicht. Verachtet nie das Leichte, dann wird es Euch schließlich ein Leichtes, auch das Schwierigste zu überwinden. Es ist aber das Schwierigste, dass man sich selbst bezwingt. Seid Ihr in einer Angelegenheit im Dunkeln, so übt Vorsicht, denn im Dunkeln stößt man leicht an. Seid auch im Geringsten nicht im Geringsten untreu. Zum Letzten rate ich Euch Folgendes: Befolgt das Vorstehende, so braucht Euch nicht angst zu sein; ohne Angst könnt Ihr dann zu guter Letzt auf das Beste standhalten, auf das Beste hoffen und zeit Eures Lebens dem Schicksal Trotz bieten.

Quelle/Hintergrund: Das Kosog'sche Diktat hat sich eigentlich der Germanist Joseph Lammertz einfallen lassen. Unter der Überschrift "Aus dem Testamente einer Mutter" veröffentlichte er es in seinem Buch "Ausführliche Rechtschreiblehre" . Richtig bekannt machte den Text dann der Breslauer Lehrer Oskar Kosog, der ihn in seinem Buch "Unsere Rechtschreibung und die Notwendigkeit ihrer gründlichen Reform " (Berlin, 1912) aufgriff. Der hier veröffentlichte Text wurde natürlich der heute gültigen Rechtschreibung angepasst!

zum Thema "Klartext"



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