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Eröffnung

Mit Bockbier den "Schimmel" wiederbelebt

Generationen von Gundelsheimern kennen den "Schiml". Die Tradtionsgast- und Begegnungsstätte in der Ortsmitte wurde nach über eineinhalbjähriger Schließung und Sanierung wieder geöffnet.
Bei der Wiedereröffnung des "Schimmel" in Gundelsheim packt der Bürgermeister mit an - am Zapfhahn. Foto: Tobias Hofmann
 
von ANETTE SCHREIBER
Mit einem Leicht-Maßkrug in der Hand hatte Jonas Merzbacher vor nicht allzu langer Zeit auf die beginnenden Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an der Gundelsheimer Traditionsgaststätte "Schiml" aufmerksam gemacht. Diesen Samstag stand der erklärte Abstinenzler zwei Stunden am Tresen - um Bier zu zapfen und auszuchänken: Denn mit dem Bockbieranstich wurde der "Schiml" nach gut eineinhalbjähriger Schließung sozusagen offiziell wieder belebt. "Endlich", so Merzbacher. Nicht, weil er nun doch noch beim Bier auf den Geschmack kommen wollte, sondern weil in Gundelsheim ein Missstand behoben, mit der Gast- vor allem eine Kommunikationsstätte wieder eröffnet wurde. Ein voller Erfolg. 400 Gäste machten dem "Schimmel" beim Bieranstich Beine.

Eine Vielzahl von örtlichen Veranstaltungen - vom Stammtisch zur Familienfeier oder der Vereinssitzung bis hin zur Kerwa - hat über Generationen hinweg eben im "Schiml" statt gefunden. Und so soll es auch wieder sein, lässt Gemeindeoberhaupt Merzbacher wissen. Auch wenn der "Schiml" mit der Wiedereröffnung als "Schimmel", also mit zweitem M und E firmiert. Damit werde einerseits an die Tradition angeknüpft, andererseits eine neue Ära signalisiert, so Merzbacher.

Gut passt das generalsanierte historische Ensemble zur ihrerseits neu und schmuck gestalteten Ortsdurchfahrt, gleichsam der Ortsmitte. Und genau da gehört das Traditionsgasthaus seit jeher hin. Seit jeher - das ist mindestens seit 1612. Seit da gibt es hier ein Schankrecht.

Freilich hieß das Gasthaus "Schiml" auch nicht immer "Schiml", wie die Gemeindechronik verrät. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Gasthof von einer Familie Leicht bewirtschaftet, von der dann auch der Name übernommen wurde. Bis die letzte Leicht-Tochter einen Schiml ehelichte. Margarete Schiml wiederum betrieb den Gasthof bis 1983. Dann folgten wechselnde Besitzer, eine zeitlang stand der "Schiml" auch leer. Zuletzt wurde das Ensemble einer grundlegenden Sanierung unterzogen.

Veranlasst von Jacqueline Erben-Schmittfull und ihrem Mann Manfred Schmittfull, den aktuellen Besitzern. Beide mögen historische Gebäude und waren deswegen angesprochen worden, ob sie sich nicht des "Schimls" annehmen wollten. Jacqueline Erben-Schmittful sagt dazu: "Wir hatten mit Bedauern den Verfall festgestellt. Uns ist es wichtig, alte Dinge für Generationen zu bewahren." Genau das haben sie nun mit dem Gasthaus getan. Freilich sollte der "Schimmel" bereits früher losgaloppieren.

Aber die Arbeiten zogen sich unerwartet in die Länge, weil es jede Menge Überraschungen gab. "Bis auf einige Grundmauern ist nichts stehen geblieben."

In ihrer Form belassen wurden jedoch die beiden Gasträume, also so wie sie die Gundelsheimer kennen.Während der Gasthof im November seinen Betrieb aufgenommen hat, gibt es erst ab kommendem Jahr Übernachtungsmöglichkeiten: in elf Zimmern und zwei Appartements. "Schimmel"-Pächter sind Christine Schreiner und Bruno Mezzofonte, erfahrene Gastronomen aus Strullendorf, die den Gasthof von früher kennen. Unter der Woche werden hier drei Beschäftigte tätig sein, an Wochenenden sieben.
Fertig ist der Traditionsgasthof allerdings noch nicht. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann auch das dankmalgeschützte Brauhaus saniert werden.

Wann sie diese Projekt angehen, darüber möchten sich Jacqueline Erben-Schmittful und ihr Mann derzeit noch nicht äußern. Die Lehre haben sie aus der bisherigen Arbeit gezogen. Vieles wird vom Denkmalschutz abhängen. Wichtig ist ihnen erst einmal, dass sie mit der Sanierung des "Schiml " in Gundelsheim ein wichtiges Stück Geschichte und Infrastruktur für die nächste generation bewahrt haben. Dem kann Gemeindearchivarin Maria Köppl nur zustimmen. Wie viele andere Gundelsheimer ist sie im Sommer auf andere Biergärten und Wirtschaften "ausgewichen". Denn: "Im Ortskern hat irgendwas gefehlt." Bei diesem ganz besonderen Bockbieranstich durfte sie natürlich nicht fehlen.

2014 Kerwa wie gehabt
Nach zwei Kirchweihfesten ohne Kerwa-Essen im "Schiml" freut sie sich ebenso wie sich Bürgermeister Merzbacher und viele weitere Gundelsheimer darauf, dass 2014 dann wieder alles wie gewohnt sein wird - und man nun Versammlungen und andere Veranstaltungen im "Schimmel" ausklingen, man dort wieder mit einander ins Gespräch kommen kann. Bis dahin muss nur noch bekannt werden, dass der "Schimmel" wieder in Betrieb ist.
"Gut war's ", freut sich Merzbacher nach dem Samstag. Er ist aber nicht zum Biertrinker geworden, sondern meint die Resonanz. Angestoßen hat er zwar öfter, aber nur mit Alkoholfreiem.

zum Thema "Bockbier"






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