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Eisenbahnnostalgie

Mit 20 "Sachen" Richtung Schlüsselfeld

Auf der für den Personenverkehr stillgelegten Strecke des "Steigerwald-Express" fuhr ein Doppeltriebwagen als Sonderzug.
Am Bahnhof in Frensdorf stiegen Familien mit Kindern zu.  Fotos: Evi Seeger
 
Plötzlich, kurz vor Sambach, nur wenige Meter von dem Platz entfernt wo in den 50er Jahren ein Ochse einen Zug zum Entgleisen brachte, hielt Zugführer Maik Pester an. Was war passiert? Ein Baum hing über die Gleise, wohl durch den vielen Regen der letzten Tage verursacht. Eine Handvoll gestandener Männer machte sich an die Arbeit, um die Strecke wieder frei zu bekommen. "So ein Erlebnis", sagte eine junge Mutter zu ihrem Sprößling - und so sahen das auch die anderen Eisenbahnfreunde, die am Samstag die Gelegenheit nutzten, mit einem Doppeltriebwagen von Bamberg nach Schlüsselfeld (und zurück) zu fahren.

Der "Steigerwald-Express", wie das einst zwischen Bamberg und Schlüsselfeld verkehrende "Eisenbähnla" im Volksmund genannt wurde, hat eine Geschichte: Am 29. September 1900 fuhr er erstmals bis zum Endpunkt Schlüsselfeld. Ob er auch eine Zukunft hat, steht in den Sternen. In jüngster Zeit flammt der Gedanke an eine Revitalisierung der Nebenstrecke als Touristenattraktion immer wieder mal auf.

Uns so kamen am Samstag die Freunde der Eisenbahnnostalgie wieder einmal auf ihr Kosten. Auf der 1977 still gelegten Strecke, die sonst nur noch von einem Güterzug befahren wird, fuhr ein Sonderzug von Bamberg nach Schlüsselfeld. Mit 80 Fahrgästen voll besetzt, zuckelte er gemächlich der Steigerwaldmetropole entgegen. Denn für mehr als 20 Stundenkilometer ist die Strecke nicht zugelassen. Der "Förderverein Steigerwaldexpress" mit dem Mühlhausener Wolfgang Schürmann hatte es möglich gemacht: Ein Doppeltriebwagen der Wisenta-Talbahn (Baureihe 772), der ansonsten auf der Strecke Schönberg-Schleitz Touristen befördert, fuhr mit Fahrgästen nach Bamberg, die die Weltkulturerbestadt besichtigen wollten. Die "Stillstandzeit" in Bamberg wurde dann für die Nebenstrecke in den Steigerwald genutzt.

Mit allem was dazu gehört war der aus Thüringen entliehene Doppel-Triebwagen unterwegs. Schaffner Karl Herrmann Schorn verkaufte die Fahrkarten und Zugbetreuer Siggi Wagenländer war um die Sicherheit der Fahrgäste bemüht. Entlang der Bahnlinie, vor allem an markanten Punkten wie Brückenbauwerken oder Bahnübergängen hatten sich Eisenbahnbegeisterte eingefunden, um das Ereignis im Foto festzuhalten. In Frensdorf, wo aus dem alten Bahnhof längst ein Café wurde, stieg eine ganze Menge neuer Fahrgäste zu. Der kleine Lasse (mit Papa) aus Stegaurach beispielsweise, der in seinem jungen Leben noch nie mit der Eisenbahn gefahren ist.

Die Fahrgäste mussten sich allerdings in Geduld üben. Fast ist man geneigt zu sagen: Wie im richtigen Leben! Denn der Zug konnte in Bamberg erst mit einer Viertelstunde Verspätung losfahren. Und - die Eisenbahnfreunde mögen es verzeihen - im Triebwagen herrschten Temperaturen beinahe wie im ICE ohne Klimaanlagen. Die Fahrgäste dachten aber gar nicht daran, deshalb zu stöhnen. Sie genossen vielmehr das seltene Vergnügen der gut zweistündigen Fahrt.



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