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Kriminalität

Marokkaner und Georgier halten die Bamberger Polizei auf Trab

Die Zahlen im Bamberger Jahrbuch belegen eine gewachsene Ausländerkriminalität in Bamberg. Die Großunterkunft verschärft das Problem zuletzt deutlich.
Das neue Konzept des zur Aufnahmeeinrichtung umgewandelten Balkanzentrums beschert der Bamberger Polizei jede Menge Arbeit.  Foto: Ronald RInklef
 
von MICHAEL WEHNER
Es ist die Seite 117 im Jahrbuch 2015 der Stadt Bamberg, die stutzen lässt. Das Rathaus informiert in seiner Sammlung statistischer Daten auch über die Aufgliederung der Straftatverdächtigen in den vergangenen fünf Jahren. Die Zahlen belegen einen eindeutigen Trend: Die Quote nichtdeutscher Täter hat sich seit 2010 beinahe verdoppelt. Sie stieg von 16,6 auf 28,7 Prozent an. Allein im letzten Jahr war ein Sprung um 6,3 Prozent zu verzeichnen.

Drastisch nach oben zeigen auch die Kurven bei Eigentumsdelikten: So haben sich die Diebstähle, die Nichtdeutschen vorgeworfen werden, mehr als verdoppelt. Bei Diebstählen mit so genannten erschwerenden Umständen liegt die Ausländer-Quote mittlerweile bei fast 40 Prozent. Der Anteil an Ausländern in Bambergs Bevölkerung ist gleichzeitig leicht gestiegen: auf 10,8 Prozent.


Ehrliche Problemlösung

Auf das Missverhältnis dieser Zahlen haben uns Leser aufmerksam gemacht, unter ihnen auch Matthias Kremer. Dem früheren Stadtrat geht es darum, "eine ehrliche und unvoreingenommene Analyse anzustoßen" - ohne die Verhältnisse schön zu reden oder zu Paschalurteilen anzustacheln. "Es ist mir wichtig, dass die Problemlösungen aus der Mitte des politischen Spektrums kommen. Sonst bedeutet das Zulauf für die Ränder, den wir alle nicht wollen."

In der Bamberger Politik sieht man das ähnlich. Zum Beispiel Heinz Kuntke, SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Bürgervereins Bamberg-Ost. Er rät zu einer differenzierten Betrachtungsweise, die erst einmal losgelöst von den Problemen ist, die aktuell die Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) bereitet. Grund: Die Auswirkungen der Flüchtlingseinrichtung sind auch in der neuesten Statistik nur zum Teil erfasst. Die Aufnahmeeinrichtung für Balkanflüchtlinge öffnete bekanntlich erst im Herbst 2015 ihre Pforten.

Für Kuntke mit seinem langjährigen, auch juristischen Erfahrungsschatz spiegeln sich in den Zahlen seit 2010 vor allem die Folgen der Grenzöffnung und der EU-Mitgliedschaft osteuropäischer Länder wider. Es sei bekannt, dass etliche Wohnungseinbrüche, Raubüberfälle und Diebstähle auf das Konto osteuropäischer Banden gingen, die sich die Nähe zu den Grenzen zu nutze machten.

Auch sei klar, dass der Anteil straffälliger Personen unter den überwiegend jungen, meist auch männlichen Ausländern zwangsläufig höher sei als bei älteren Personengruppen. Auch dies erhöhe die Quote. Dennoch fordert Kuntke mit Blick auf die Entwicklungen im Bamberger Osten, dass sich der Sicherheitsapparat auf die derzeitigen Anforderungen besser einstellt als bisher. So habe der Freistaat die versprochenen 20 Stellen für die Polizei in Bamberg noch nicht vollständig besetzt.


"Richtig viel Arbeit"

Thomas Schreiber, Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, möchte sich zu Personalspekulationen nicht äußern. Allerdings berichtet der Polizist von extremen Belastungen im Zusammenhang mit der im August konzeptionell veränderten AEO. "Einige der dort lebenden Personen machen uns richtig viel Arbeit. Mir ist aber wichtig, dass das nur eine kleine Gruppe ist. Der überwiegende Teil der Bewohner ist anständig und versucht, sich in Deutschland ein Leben aufzubauen."

Ganz so klein ist der Anteil von Flüchtlingen, die Polizei und Bürger quer durch das Strafgesetzbuch strapazieren, allerdings gar nicht mehr: Es soll sich um eine Gruppe von 30 bis 50 Personen handeln, die nach FT-Informationen mehrheitlich aus Marokko und Georgien, zum kleineren Teil auch aus Albanien stammen. Sie nutzen den Rahmen der Möglichkeiten in einem Rechtsstaat offenbar weidlich aus, um sich auf kriminellem Wege wiederholt Vorteile zu verschaffen. Schreiber spricht von Raubüberfällen, Schlägereien, PKW-Aufbrüchen und immer wieder Diebstählen. Sie treten mittlerweile so gehäuft auf, dass die Polizei kaum noch mit der Bearbeitung Schritt halten könne.

Das hat auch damit zu tun, dass infolge der nicht vorhandenen deutschen Sprachkenntnisse vieler Täter jeder Vorfall erheblichen bürokratischen Aufwand verursacht. Zur Herkunft der Tätergruppen muss man auch wissen: Noch im Januar 2016 hatten Bambergs OB Andreas Starke (SPD) und Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) Befürchtungen von Anwohnern, dass Nordafrikaner nach Bamberg kommen würden, ausdrücklich dementiert.

Wie sehr sich der Polizeialltag in Bamberg zuletzt geändert hat, zeigt ein Beispiel: Allein im letzten Vierteljahr wurden laut Schreiber 48 PKW-Aufbrüche in der Stadt gemeldet, eine Straftat, die vorher fast ausgestorben schien. Nun würden immer wieder Autos durchwühlt, Geld und Handys daraus geraubt. Zwar kann man diese Taten mangels Zeugen noch niemandem sicher zuweisen, dennoch ist die zeitliche Übereinstimmung mit der Neubelegung in der Bamberger Großunterkunft auffällig.

Schon heute findet Thomas Schreiber die steigende Ausländerkriminalität "besorgniserregend". Einen Monat vor Jahresende sei aber bereits absehbar, dass das Ende der Fahnenstange nicht erreicht ist. Allein bei Eigentumsdelikten rechnen die Ordnungshüter mit einer weiteren Steigerung von fünf bis acht Prozent.

Die Bamberger Polizei schaut dem Treiben nicht tatenlos zu. Wie der Leiter der Polizeiinspektion erklärt, steuert sie mit einem Bündel von Maßnahmen dagegen an, dass die Kriminalität in Bamberg weiter wächst. Die Palette reicht vom verstärkten Streifengehen und von deutlich häufigeren und ausgedehnteren Kontrollen bis zu Haftbefehlen und Wohnungsdurchsuchungen, wenn die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen.

Ob das reicht, wird sich vermutlich bald schon zeigen. Die Kapazität der Großunterkunft in Bamberg soll bekanntlich auf 3500 erweitert werden. Gegenüber der Zahl von heute wäre das eine Verdreifachung.
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