Bamberg
Sandkerwa 2017

Letzte Chance: Veranstalter und Stadt sprechen über Rettung der Bamberger Sandkerwa

Die Erwartungen an das Treffen von OB und Bürgerverein Sand am Dienstagabend sind hoch. Gibt es noch eine Aussicht auf Rettung der Sandkerwa?
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Am Dienstagabend (16. Mai) wird wohl das letzte Wort gesprchen: Findet im Jahr 2017 in Bamberg eine Sandkerwa statt, oder nicht?  Foto: Ronald Rinklef
Am Dienstagabend (16. Mai) wird wohl das letzte Wort gesprchen: Findet im Jahr 2017 in Bamberg eine Sandkerwa statt, oder nicht? Foto: Ronald Rinklef
Sandkerwa 2017 in Bamberg ist endgültig abgesagt

Wird das letzte Wort gesprchen? Entscheidet sich am Dienstag (16. Mai) das Schicksal der Sandkirchweih 2017? Bleibt es bei der Absage in diesem Jahr oder gelingt es Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) doch noch, das Ruder herumzureißen? Am Dienstagabend wollen sich Starke und Vertreter des Bürgervereins treffen, um über die Zukunft des größten Bamberger Volksfests zu reden.


Schockwellen nach der Absage

Knapp zwei Wochen ist die Absage des großen Volksfestes nun her. Auch wenn sich das Ausstiegsszenario angebahnt hatte: Die ohne Vorwarnung an Medien und Behörden am 3. Mai verschickte Nachricht hat Schockwellen ausgelöst. Bürgerverein, aber auch die Stadtverwaltung mussten herbe Kritik einstecken. Teilweise gingen die Vorwürfe unter die Gürtellinie. Manche nutzten die öffentliche Aufregung, um ihr parteipolitisches Süppchen zu kochen. Zuletzt kam es zu einer Solidarisierungswelle: Wirte, Bürgervereine, jetzt auch die Marktkaufleute und Schausteller, nicht zu vergessen der Bamberger Kasperl versammeln sich hinter dem Bürgerverein 4. Distrikt.
 
Vor dem Gespräch halten sich beide Seiten bedeckt. Zu viel steht auf dem Spiel. Klar sind zwei Dinge: Eine abgesagte Kerwa würde auch dem Image des OB als Macher schaden. Und obwohl die Hindernisse objektiv überwindbar scheinen - leicht wird die anvisierte Rettung des Großereignisses 2017 nicht.

Zwar sollen mittlerweile Sponsoren finanzstarke Unterstützung angeboten haben. Doch Geld allein reicht nicht für eine Rettung. Wer die live übertragene Pressekonferenz mitverfolgt hat, konnte förmlich mit Händen greifen, dass die Absage der Veranstaltung auch viel mit Enttäuschung zu tun hat.

Von bürokratischen Hürden wie einer geforderten Besucherzählung bis zur 86-Euro-Laminatgebühr für die Stadtwerk-Busfahrpläne reichte die Liste der aufgezählten Ärgernisse: "Wir wurden teilweise abgekanzelt", formulierte Jürgen Wirth, einer der beiden Sandkerwa-Geschäftsführer, seine Vorwürfe. Eine Einschätzung, die wir aus dem Umfeld der Veranstalter hörten, scheint dies zu bestätigen: "Die Kompromissbereitschaft beim Bürgerverein ist gering."


Bricht der OB das Eis?

Oberbürgermeister Starke wird alle Überzeugungskunst aufbieten müssen, um das Eis zu brechen und die atmosphärischen Verstimmungen auszuräumen, wenn er den Kerwakarren noch aus dem Sand ziehen will. Dass er erprobt ist im Umgang mit Krisensituationen, könnte ihm dabei helfen. Wer erinnert sich heute noch an den Stimmzettelskandal vor der Stadtratswahl 2014? Tausende von Wahlzetteln mussten damals vor dem Stimmengang neu gedruckt werden, um eine Wahlanfechtung zu verhindern.

Auch jetzt gibt es durchaus erfolgsversprechende Szenarien zur kurz- und mittelfristigen Rettung der Kerwa. Eines davon hatte Kerwa-Geschäftsführerin Ulrike Heucken selbst vor der Presse angedeutet, als lange Zeit verfolgtes, aber nie erreichtes Ziel: Eine Trägergesellschaft, in der Stadt und Bürgerverein gleichberechtigt nebeneinander sitzen. Dadurch könnte der Bürgerverein Sand weiterhin den Charakter der Kerwa steuern, ohne die stark gewachsenen finanziellen und rechtlichen Risiken alleine tragen zu müssen.

Auch neuer Sachverstand könnte hinzukommen, wenn Partner in einer solchen Gesellschaft beispielsweise jene städtische Tochter wäre, die als Bamberg Congress und Event GmbH unter Geschäftsführer Horst Feulner heute schon Veranstaltungen durchführt.


Die Stadt muss sich bewegen

Angesichts der zahlreichen Solidaritätsadressen für den Bürgerverein scheint sonnenklar, dass sich in erster Linie die Stadt bewegen muss, wenn es die Sandkerwa auch in Zukunft geben soll. Dass das Positionspapier der SPD-Fraktion dem eigenen Oberbürgermeister die geplante Rettungsaktion erleichtert, darf bezweifelt werden.


Die Position der SPD-Fraktion

Darin hatte die SPD gefordert, dass die Stadt sich in keiner Weise an einer Sandkerwa-Gesellschaft beteiligt. Auch eine einseitige Unterstützung zu Gunsten der Sandkerwa lehnt die SPD-Fraktion im Interesse der Gleichbehandlung aller Bürgervereine ab.












































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