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Kampfmittel

Lebensgefahr auf Feld und Acker bei Rattelsdorf

Seit dieser Woche geht auf den landwirtschaftlichen Flächen bei Rattelsdorf, Richtung Unterbrunn nichts mehr: Bomben werden entschärft.
Derzeit ist es streng verboten, von derartigen Schildern gesäumte Flächen zu betreten. Foto: Ronald Rinklef
 
von ANETTE SCHREIBER
Im Vorbeifahren fallen sie nicht wirklich auf, die kleinen Warntafeln an den Rändern von Äckern und Feldern jenseits der Straße, die Richtung Unterbrunn führt. Höchstens die Häufung der Täfelchen könnte den Passanten stutzig machen. Fernhalten macht in jedem Fall Sinn, denn auf den landwirtschaftlichen Flächen sind Experten mit dem Aufsuchen, Bergen und Entschärfen so genannter Kampfmittel beschäftigt. "Lebensgefahr", wie die mit dem Wappen des Marktes Zapfendorf versehenen Tafeln informieren, besteht bei Betreten, das auch deutlichst untersagt wird.

"Da hatten die Bauern bislang wohl großes Glück", mutmaßt FT-Fotograf Ronald Rinklef, der respektvollen Abstand zu ein paar rostigen Klumpen und neuen Holzkisten hält. Einer der zwei Herren mit der Aufschrift "Feuerwerker " auf dem Hemd nickt bestätigend. Auf Nachfrage erklärt er bereitwillig, was ein Feuerwerker überhaupt ist.


Fachkräfte am Werk

Das sind Fachkräfte, die alte Munition suchen, bergen, vernichten und entschärfen. Im Moment laufen auf den landwirtschaftlichen Flächen bei Rattelsdorf Arbeiten, die für ein kampfmittelbezogenes Bodengutachten erforderlich sind. Dabei nehmen der 35-Jährige und sein Kollegen mithilfe eines 11-Tonnen-Baggers Bodenproben, und machen nach Rücksprache mit Geologen auch Schürfungen. Wie sie wissen lassen, ist man durchaus auf Explosives gestoßen. Unschädlich machen dieses dann die Kollegen vom Sprengstoff-Kommando, das bayernweit im Einsatz und stets in Rufbereitschaft ist. So ist die Gesetzesvorgabe, sagt der Feuerwerker, der genau deswegen auch am gestrigen Freitag vor Ort im Einsatz war.

Die Bevölkerung kriege dabei so gut wie nichts mit, erklärt er weiter: dank der Abdeckung der Kampfmittel mit Erdmaterial und Gummimatte sei von der Detonation fast nichts zu hören.

Warum die ganze Aktion bei Rattelsdorf? Die Nachfrage bei der Marktgemeinde Zapfendorf hat ergeben, dass das Landratsamt federführend tätig ist. Kreisjurist Steffen Nickel lässt dazu wissen, dass im Landkreis Bamberg seit Ende des Zweiten Weltkrieges mehrere so genannte Sprengplätze der amerikanischen Streitkräfte existieren. Dort seien gefundene Blindgänger zusammengetragen und gezielt gesprengt worden. Das sei jedoch nicht immer zu 100 Prozent gelungen, weshalb immer noch Blindgänger existieren. Das Landratsamt Bamberg führe deswegen nach und nach Bodenuntersuchungen durch, um dabei Kampfmittel beziehungsweise Bodenverunreinigungen beseitigen zu lassen.

Nach Untersuchungen auf dem Sprengplatz Rattelsdorf schienen großflächige Sondierungsmaßnahmen sinnvoll, so Nickel. Die Eigentümer der Grundstücke seien informiert worden. Aus sicherheitsgründen habe der Marakt Rattelsdorf dann in Absprache mit dem Landratsamt ein entsprechendes Betretungsverbot verfügt (sichtbar an den kleinen Hinweis-Tafeln). "Ein erfahrenes Kampfmittelbesitigungsunternehmen ist regelmäßig vor Ort und führt die notwendigen Arbeiten fort."

Die Eigentümer der gesperrten landwirtschaftlichen Flächen würden am Montag bei einer Informationsveranstaltung über das weitere Vorgehen informiert, so Nickel.


Eindringliche Warnung

Der Feuerwerker vor Ort rechnet indes damit, dass er und sein Kollege in der kommenden Woche wohl noch zu tun haben werden. Beide warnen eindringlich davor, sich den gesperrten Flächen zu nähern. Sollte das Betretungsverbot missachtet werden, haben sie keine Hemmungen, die Polizei zu rufen. "Nicht hingehen!" Das gilt auch für die Presse. "Das ist eine SD 2", eine Streubombe klären sie uns auf.
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