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In der Fastenzeit ist Naschen für Victoria tabu

Fasten hat viele Gesichter. Mutter Mechthild aus dem Kloster Kirchschletten verzichtet zurzeit auf so manchen Genuss. Aber auch die 13-jährige Victoria Bontjes fastet.
Die Chips-Packung bleibt bei Victoria Bontjes zu. Foto: Ronald Rinklef
 

"Nimm drei, zahl zwei" - "Jetzt mit noch mehr Inhalt" - "Schneller als je zuvor". Je mehr desto besser; das ist das Motto, das sich in unserer heutigen Gesellschaft durchzusetzen scheint. Dennoch gibt es Gegenströme zu dieser Entwicklung. Viele Menschen möchten unseren Wohlstand wieder schätzen lernen. Eine gute Gelegenheit dies zu tun, bietet eine Zeit, in der wir uns gerade befinden: die Fastenzeit. Warum man fastet, weshalb es gut tut und manchmal auch schwer fällt - davon erzählen zwei Frauen aus dem Bamberger Umland.

"In einem Blumenbeet raubt das Unkraut den Blumen Licht, Sonne und Nährstoffe. Entferne ich das Unkraut, kann die Blume wieder besser wachsen." Mit diesem Vergleich beschreibt Mutter Mechthild das Fasten. Das Unkraut, das sind die unnötigen Dinge in unserem Alltag, auf die man in der Fastenzeit verzichtet. Während viele Christen beispielsweise Süßigkeiten entsagen, geht es im Kloster in Kirchschletten sogar so weit, dass freitags zum Frühstück neben Müsli und Joghurt nur trockenes Brot gegessen wird, oder man bewusst das Mittagessen wählt, das einem weniger schmeckt. "Mein Vater sagte immer, man braucht nicht Butter und Marmelade auf das Brot, eines von beidem reicht völlig aus", erinnert sich Mutter Mechthild an ihre Kindheit. "Meine Mutter pflegte zu sagen: ,Was gibt es nur für viele schöne Sachen - die ich alle nicht brauche.'"


Nicht der Verzicht allein



Doch es ist nicht der Verzicht allein, der in der Fastenzeit im Mittelpunkt steht. "Sich Zeit nehmen für die etwas langsamere Mitschwester, auch wenn man eigentlich gerade viel zu tun hat. Einmal bewusst nichtgeliebten Tätigkeiten nachgehen." Der Verzicht auf Dinge wie Fernsehen oder unnötiges Surfen im Internet verschafft den Schwestern mehr Zeit zum Beten und zur Vertiefung der Beziehung zu Gott. Außerdem wird in der Fastenzeit ein besonderes Augenmerk auf den Kreuzweg gelegt. "Die meisten Mitschwestern beten in dieser Zeit täglich den Kreuzweg. Dabei stellt jede Schwester ihren ganz persönlichen Bezug zu bestimmten Stationen her: Zum Beispiel kann eine kranke Schwester die Stelle, an der Jesus das Kreuz aufnimmt, in diesem Moment ganz besonders gut nachvollziehen."

Nach 33 Jahren Klosterleben und einer gewissen Fasten-"Erfah rung" kann Mutter Mechthild eines sagen: "Heute fällt mir das Verzichten leichter als früher. Viel wichtiger aber ist, dass ich jetzt die Zeit während des Fastens mehr schätze als in der Vergangenheit. Es macht mich innerlich frei und stark."

Warum sie glaubt, dass heutzutage weniger Menschen fasten als früher? "Zum einen waren die Menschen in der Vergangenheit gewissermaßen gezwungen, zu fasten, da es gerade nach dem Krieg weniger zu essen gab. Auch hatte das Fasten damals in religiöser Hinsicht eine größere Bedeutung für die Leute. Heutzutage herrscht bei vielen Menschen ein großes Maß an Gleichgültigkeit und Desinteresse gegenüber ihrer Umwelt vor. Die Einstellung, ,Hauptsache mir geht es gut' ist leider weit verbreitet." Interessanterweise stellt Mutter Mechthild fest, dass es gerade die Jüngeren sind, die das Fasten sehr ernst nehmen - ernster als so mancher Erwachsener. "Kinder sind in der Fastenzeit oft am ehrlichsten zu sich selbst. Sie machen zum Beispiel keine Ausnahmen, wenn es darum geht, nichts Süßes zu essen."


Der Versuchung widerstehen


Süßigkeiten stehen bei der Schülerin und Ministrantin Victoria Bontjes zwar trotz Fastenzeit auf dem Speiseplan, dafür verzichtet die 13-Jährige auf Frittiertes, Fastfood, isst allgemein ein bisschen weniger und verbringt weniger Zeit vor der Spielkonsole. "Durch das Fasten bereite ich mich auf das Osterfest vor. Aber einige meiner Freunde nehmen die Fastenzeit als Anlass zu einer Diät." Das ist bei Victoria nicht der Fall.

Mit dem Verzicht auf gewisse Genussgüter steht sie in ihrer Familie übrigens nicht alleine da; Vater, Mutter und Schwester fasten ebenfalls. Um "der Versuchung zu widerstehen" macht Victoria auf ihrem Schulweg einen Umweg, um dem McDonald's am Bahnhof auszuweichen. "Doch im Großen und Ganzen geht es. Ich würde es nicht machen, wenn ich es nicht aushalten würde", meint sie. Victoria findet, es könnten ruhig mehr Menschen fasten, um sich auf das Osterfest einzustellen, doch natürlich müsse diese Entscheidung jeder für sich selbst treffen.

Zwar fasten heute womöglich weniger Menschen als früher, die Bandbreite ist jedoch gewachsen. Oder wer hätte sich schon vor 50 Jahren oder auch nur 15 Jahren unter "Facebook-Fasten" etwas vorstellen können?

Kommentare

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  • community  skorpionin Diesen Post kommentierenkommentieren

    Diät...13jährige, also Mädchen der 6. Klasse, die Diät halten??? Oh man, wie traurig ist das denn???

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  • community  Citronaut Diesen Post kommentierenkommentieren

    Wie uncool?Fasten und an Gott glauben? Das ist was für Mädchen!

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  • community  Tegtmeier Diesen Post kommentierenkommentieren

    Sie sind ja wirklich ein ...... höchst unappetitlicher Zeitgenosse.

    (3)
  • community  Citronaut Diesen Post kommentierenkommentieren

    Pleased to meet you, hope you guess my name!And was puzzeling you, is just the natur of my game

    (0)
  • community  Beutebayer Diesen Post kommentierenkommentieren

    hau puzzeling (!)Putzig (putzelig?), wenn der Forums-Oberchauvinist auch noch Englisch radebrecht: ähnlicher Richtigkeitsgrad, ähnlicher Tiefgang!

    (2)

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