Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Region  // Bamberg

ICE-Trasse

ICE macht Bambergs Denkmalschützern Angst

Der Stadtrat steuert den Risiken durch die ICE-Trasse mit einer "Bamberger Erklärung" entgegen. Während Denkmalschützer von einer Gefahr für das Welterbe Bamberg ausgehen, freuen sich die Anwohner am Distelweg auf die Lärmschutzwand.
Auch in Bamberg-Nord   werden sich die Ausbaupläne für die ICE-Trasse bemerkbar machen. Hier ist ein 1,1 Kilometer langes Brückenbauwerk geplant, über das die Züge ungebremst nach Norden rauschen.  Unser Bild zeigt den Blick von der  Kronacher Straße auf den Friedhof.  Foto:  Ronald Rinklef
 
Es ist nicht so, dass sich Hans Beck auf den ICE freuen würde. Allerdings, auf die Lärmschutzwände schon! "Wir hier im Distelweg warten seit Jahren darauf, dass wir einen vernünftigen Lärmschutz erhalten." Der kommt aber nur, wenn der ICE kommt, weiß Beck. Solange das nicht der Fall ist, müssen er und seine Nachbarn am äußersten südlichen Stadtrand weiter ihre Gespräche unterbrechen, wenn sie im Sommer im Garten sitzen und ein Zug fährt vorbei. Vor allem die Güterwagenkolonnen sind wahre Gesprächskiller. Ca. 190 davon rumpeln am Tag vorbei. "Es bläst es einen regelrecht um", sagt Beck über den Sog, der am Gleis entsteht.

Die "Bamberger Mauer" ist noch lange nicht da - und schon ist Bamberg eine geteilte Stadt. Während sie im Süden die Aussicht auf fünf Meter hohe Lärmschutzwände zum Teil herbeisehnen, gibt es an anderen Stellen in der Stadt nichts, was mehr Schrecken einjagt als die Vorstellung einer fünf Meter hohen Mauer.

Einigkeit herrscht ausnahmsweise im Rathaus. Dort kündigte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) diese Woche den Schulterschluss mit anderen Städten entlang der Bahnstrecke an. Gleichzeitig wurde die "Bamberger Erklärung zum Erhalt des Welterbes" einstimmig verabschiedet, eine Resolution zum viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke. Darin macht die Stadt klar, dass "Stadtrat, Stadtverwaltung und Bevölkerung" die Anbindung an das europäische ICE-Netz begrüßen. Aber ebenso dringlich wird gefordert, den besonderen Status des Welterbes als Lebensnerv der Stadt bei den Sichtachsen, der Gärtnerkultur und den Einzeldenkmälern zu berücksichtigen. Die visuelle Integrität, so lautet die Formel aus dem Rathaus, müsse gewahrt bleiben, die Stadt qualifiziert an der Planung beteiligt werden.

Die Befürchtung, die sich hinter den diplomatischen Formulierungen verbergen, hatte Michael Ilk, der neue Baureferent, anklingen lassen: Der Bau der Waldschlösschenbrücke hat dem Dresdner Elbtal 2009 wegen der Zerstörung einer Sichtachse den Welterbetitel gekostet. Dieses Schicksal soll Bamberg unter allen Umständen erspart bleiben.

Doch stellt die Verdoppelung der Gleisanlage zwangsläufig Bambergs Denkmalcharakter in Frage? Sind Lärmschutzwände wirklich etwas so Bedrohliches? Die Bahnlinie berührt zwar das Stadtdenkmal, verläuft aber nicht innerhalb der Grenzen des Weltkulturerbes.

Achim Hubel, Bamberger Denkmalpfleger und Mitglied der Icomos-Expertengruppe für das Monitoring der deutschen Welterbestätten, will denBamberger Fall bei der nächsten Sitzung in Stralsund vortragen. Der Experte fürchtet erhebliche Verluste, wenn es zur Verwirklichung der Bahnpläne kommt und wenn die geplanten Höchstgeschwindigkeiten umgesetzt werden. "Die Strecke verläuft durch die Pufferzone des Welterbes und sie bedroht wesentlich zum Welterbe gehörende Sichtachsen." Was Hubel "fürchterlich" findet, ist nicht nur die Zerschneidung der Stadt durch drei bis zu fünf Meter hohe Lärmwände. Für ebenso bedrohlich hält er die Dimensionen des so genannten Überwurfbauwerks nördlich des Bamberger Bahnhofs. Dieses extrem flach geneigte und daher 1,1 Kilometer lange und ca. acht Meter hohe Brückenbauwerk soll die Abzweigung der Bahnlinie nach Würzburg und Erfurt ohne Tempoverluste ermöglichen.

zum Thema "ICE-Ausbau Bamberg"



noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.