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Pflanzung

Hopfen sehen, fühlen und schmecken

Bald sprießt der "Hallertauer Mittelfrüh"-Aromahopfen im ersten oberfränkischen Schau-Hopfengarten in Buttenheim. Der Garten soll mit Schautafeln versehen werden und für jedermann zugänglich sein.
Noch sieht der Schaugarten in Buttenheim kahl aus, aber unter der Erde wartet der Aromahopfen schon darauf, 30 Zentimeter pro Tag gen Himmel zu wachsen.  Foto: Barbara Herbst
 
Hopfen ist nuancenreicher Geschmacksgeber und Grundbestandteil des Bieres. Die Kultursorten werden in sogenannten Hopfengärten gezüchtet. Die bayerischen Anbaugebiete um Spalt und die Hallertau sind weltberühmt. In der Brau-Region Oberfranken war die Schlingpflanze, die zur Familie der Hanfgewächse zählt, bislang nicht weit reichend vertreten. Das wollte Braumeister und Brauerei-Inhaber Norbert Kramer von der St. Georgen Bräu Buttenheim ändern und legte den ersten oberfränkischen Schau-Hopfengarten an: "Anhand von Schautafeln, wie man sie von Naturlehrpfaden kennt, können bald alle Interessierten etwas über die Hopfenpflanzen, ihre Veredelung, ihre Kultivierung und ihre Verarbeitung erfahren."

Im November letzten Jahres wurde innerhalb von zwei Tagen die Gerüstanlage des 1250 Quadratmeter großen Gartens von Braumeister Norbert Kramer und Hopfenbauer Willi Schneider aus Obersteinbach bei Spalt angebaut. Im Vorfeld wurde etwa ein halber Meter Schotter aus dem Gelände ausgebaggert und anschließend neuer Humus hineingelegt. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser "Hallertauer Mittelfrüh"-Aromahopfen auf dem jungfräulichen Boden gut wachsen wird", meint Schneider. Der Garten liegt in Markt Buttenheim direkt an der Kellerstraße.

"Unser Grundgedanke war, den Hopfengarten in unmittelbarer Nähe zum Bierkeller und zum Brauhaus anzulegen, damit wir Führungen rund um’s Thema Hopfen anbieten können. Ich werde auch Anfang Mai auf dem Keller der St. Georgen Bräu eine Ausstellung organisieren, die sich ausführlich mit den Grundstoffen des Bieres und dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 beschäftigt. Das Brauhandwerk soll so für die Leute einfach transparenter werden", erklärt Kramer.

Der Brauerei-Inhaber und der Hopfenbauer setzen in dieser Woche rund 150 "Hallertauer Mittelfrüh"-Aromahopfenpflanzen. Nächstes Jahr soll sich die Zahl auf 300 verdoppeln. Willi Schneider erklärte, dass einzelne Triebe nach wenigen Wochen um einen Draht gelegt werden, der als Kletterhilfe dienen soll. Daran würden die Schlingpflanzen im Uhrzeigersinn auf eine Höhe von bis zu acht Metern heranwachsen. Bei guter Witterung können sie täglich 30 Zentimeter schaffen. "Zwar handelt es sich bei der alten historischen Sorte "Hallertauer Mittelfrüh" nicht um die ertragreichste, dafür aber um eine der besten Aromasorten", so Kramer. "Ich glaube, der Schau-Hopfengarten wird ein schöner Blickfang für Buttenheim. Hopfen schmeckt schließlich nicht nur gut, sondern sieht auch toll aus. Deshalb wird der Garten abends auch beleuchtet."

Die Hopfendolden können Mitte August gepflückt werden. Zu diesem Anlass plant der Braumeister, ein Hopfenzupferfest auf dem Gelände abzuhalten. Aus dem gewonnen Hopfen soll anschließend ein Spezialbier gebraut werden. Für einen Hektoliter Bier benötige man ungefähr 120 Gramm Hopfen, errechnete der Braumeister. Doch mit dem Hopfen kann man nicht nur Bier brauen. Bereits nach einem Zeitraum von etwa drei Wochen, also im April, kann aus den weißen, frischen Trieben Hopfensprossensalat gemacht werden. Diese Delikatesse soll dann im St. Georgen Bräu angeboten werden.



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