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Kirche

Generalrevision der Orgel im Bamberger Dom

Bröckelt der Putz jetzt etwa auch im Dom, so wie schon in den Kirchen St. Michael und St. Martin? Das große Gerüst im Mittelschiff lässt Bamberger Schlimmstes befürchten. Doch das Amt für Kirchenmusik beruhigt: Baustelle ist nur die Orgel, und zwar geplant.
Orgelbaumeister Benjamin Buob und Kollegen nehmen die Generalrevision der großen Bamberger Domorgel vor. Alle Fotos: Matthias Hoch
 
von JUTTA BEHR-GROH
Ab und zu erklingt ein Orgelton, man hört Männerstimmen und Wortfetzen, es poltert und klappert. Zu sehen ist nichts dort oben, von wo die Geräusche herunter ins Kirchenschiff dringen. Eine Plane am Gerüst versperrt den Blick auf die Orgelbauer, die außerhalb der Gottesdienstzeiten hoch über den Köpfen der Dombesucher arbeiten. Zwischen fünf und acht Fachleute von drei Firmen sind dort zurzeit im Einsatz.

So lange sie am Prospekt zu tun haben, dient das Gerüst ihrer Sicherheit in schwindelerregender Höhe. Wer im Bamberger Dom die Hauptorgel spielt oder wartet sollte frei von Höhenangst sein: Das Instrument ragt in neun Meter Höhe spektakulär in das Kirchenschiff. Sie gehört zur Kategorie der Schwalbennest-Orgeln.

Seit 1995 ist sie Arbeitsplatz von Markus Willinger. Der Diözesanmusikdirektor und Orgelsachverständige der Erzdiözese steigt zwar auch zurzeit täglich hinauf, aber in erster Linie nicht zum Musizieren, sondern um nach dem Stand der Arbeiten zu sehen: Die Orgel ist seit über zwei Wochen und noch länger eine Baustelle.

Den Zeitpunkt habe das Domkapitel mit Bedacht ausgewählt, erläutert er. Liturgisch betrachtet sei jetzt die günstigste Zeit, weil die Orgel in der Fastenzeit seltener erklingt. Außerdem kommen momentan weniger Touristen.

Bis Ostern, wenn die Gläubigen die Auferstehung Jesu mit zahlreichen Festgottesdiensten feiern und parallel der Besucheransturm einsetzen wird, sollen die Arbeiten zu Ende und das Instrument optisch und akustisch wieder auf der Höhe sein.

Tücken der Technik

Für die Arbeiten nennt Willinger zwei Gründe: eine dicke Schmutzschicht und eine veraltete Elektronik, die in Teilen noch aus der Bauzeit in den 1970ern stammt. Jetzt wird das komplette Gewerk Elektronik auf Stand gebracht, "weil es doch Pannen gab", wie Willinger verrät. Wenn die Gottesdienst- und Konzertbesucher so gut wie nichts von den Schwierigkeiten der Organisten mitbekommen haben, dann deshalb, weil sie die Tücken immer noch professionell umschiffen konnten.

Der Verschmutzungsgrad hoch oben über den Kirchenbänken muss enorm sein, glaubt man dem Mann, der in Personalunion Domorganist, Leiter des Amtes für Kirchenmusik der Erzdiözese (seit September 2007) und Professor für Orgelspiel an der Nürnberger Hochschule für Musik (Wintersemester 2008) ist.

Die Ablagerungen aus Kerzenruß, Kleiderstaub unzähliger Besucher und umgewälzter Heizungsluft sind mehr als ein optisches Problem. Der 46-Jährige gibt zu bedenken: "Sie haben den Schmutz ja nicht nur neben sondern auch in den Pfeifen." Immerhin: Von Schimmel, wie andere Kirchenorgeln, ist das Instrument im Dom nicht befallen.

Trotz "Frühjahrsputz" und Elektronik-Austausch: Auf Orgelklänge verzichten muss man im Dom nicht. Es gibt im Ostchor ein zweites, kleineres Instrument, das alternativ bespielt werden kann.

Die Generalrevision mit allem Drum und Dran kostet voraussichtlich knapp 300.000 Euro.


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