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Frühlingserwachen auf der Landesgartenschau

Endspurt auf dem Gartenschaugelände in Gaustadt: 60.000 Frühjahrsblüher müssen in die Erde. Ein Wachdienst hat rund um die Uhr zu tun, um Neugierige abzuhalten.
Weil der Regen fehlt, müssen die neu gepflanzten Frühjahrsblüher im Historischen Erba-Garten  gewässert werden.   Fotos: Ronald Rinklef
 

Es sind die nicht nur die farbenprächtigen Blumenschauen und phantasievollen Gartenkunstwerke. Es sind auch die scheinbaren Kleinigkeiten, die den Erfolg einer Landesgartenschau ausmachen: Ob die Beschilderung ausreicht und so verständlich ist, dass die Besucher das Veranstaltungsgelände ohne Umwege erreichen. Ob sich die Stadt entlang der Promenadenwege angemessen präsentiert, oder ob es Wartezeiten an den Kassenhäusern gibt.

Daran, dass ein stimmiges Ganzes entsteht, wenn die Gartenschau am 26. April für 165 Tage ihre Pforten öffnet, arbeiten derzeit viele Dutzend Menschen in Bamberg. Nicht nur bei der Gartenschau GmbH, die nach jahrelangen Vorbereitungen nun den Endspurt auf der Erba-Insel einläutet. Auch beim Baubetrieb der Stadt, beim Garten- und sogar beim Planungsamt haben die Mitarbeiter derzeit alle Hände voll zu tun.


Spielplätze und Bänke werden repariert



Zum Beispiel der Rosengarten Geyerswörth, das Plateau des Klosters St. Michael oder die Uferwege, die Bamberg entlang der Flussläufe erlebbar machen. Seit Wochen sind die Stadtgärtner damit befasst, die besonderen Anziehungspunkte der Stadt in einen "gartenschautauglichen Zustand" zu versetzen, wie Pressesprecher Franz Eibl sagt. Dafür wurden und werden Wege werden hergerichtet, hunderte von Blumen und Stauden nachgepflanzt, struppiges Buschwerk in Form gebracht. Nicht zuletzt stehen Spielplätze und das Parkmobiliar auf dem Ausbesserungsprogramm.

Frische Farbe bringt die Gartenschau auch auf die Geländer der Stadt: Wo zwischen Gaustadt und Buger Spitze Rost und Staub für eine Patina gesorgt hatten, sah man die Männer des Baubetriebs zuletzt fleißig den Pinsel schwingen. Auch das viel beklagte Taubenklo unter der Heinrichsbrücke wandelt sich im Zeichen der Gartenschau. Die zentimeterhohen Ablagerungen sind wie von Zauberhand verschwunden. Eine Stadt putzt sich heraus.

Auch auf dem Veranstaltungsgelände ändert sich das Bild wie im Flug. Wo viele Dutzend Handwerker gleichzeitig hämmern, sägen und schrauben, schießen neue Pavillons und Ausstellungshallen wie die Pilze aus dem Boden. Das Mosaik der Ausstellungspunkte entlang des Insel-Rundwegs - es wächst zu einem großen Erlebnispark.


Sehenswerter Endspurt



Einen sehenswerten Endspurt legen die Gartenkünstler derzeit im Herzen der Erba-Insel hin, wo 19 sogenannte Patchwork-Gärten die Geschichte der Erba mit der Darstellung von Institutionen aus der Region verbinden. Beispiel: Der behütete Garten eines Hutherstellers oder der vegetarische Garten der Metzgerinnung. "Wir brauchen Orte, die dem Geist etwas bieten: Spiel, Abenteuer, Poesie und Traum", sagte Landschaftsarchitekt Christian Loderer, der das Ausstellungskonzept zusammen mit Hans Brugger entwickelt hat.

Nicht zuletzt die Farbe: Das Gelände, das sich noch vor Kurzem in triste Brauntöne hüllte, beginnt, mit Macht zu ergrünen. Das liegt auch an den Unmengen von Rollrasen, der zur Zeit ausgebracht wird. Gleichzeitig sorgen Gärtnerkolonnen mit jedem Handgriff für neue Farbtupfer in Rot, Violett, Blau und Gelb. "Rund 60.000 Frühjahrsblüher müssen in die Erde. Veilchen, Bellis, Goldlack und Vermißmeinnicht", sagt Stephanie Schirken -Gerster.

Bislang zumindest hatten die Gartenschaumacher Wetterglück: So verhinderten die zuletzt kühlen Temperaturen, dass das Heer von Tulpen zwei Wochen zu früh erblüht ist. Nur der Regen fehlt: "Wir müssen ganz viel wässern", sagt Lisa Geißler.

Um die wachsende Neugier vieler Bamberger zu zügeln, wird das Gartenschaugelände jetzt rund um die Uhr bewacht. "Wir müssen den Nutzerdruck begrenzen", erklärt Geißler. Wer keinen gelben Passierschein hat, darf nicht aufs Gelände.

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