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Convention

"Franco" in Bamberg: Nixen und Ninjas an der Regnitz

Zum fünften Mal fand die "Franco" in Bamberg statt. Rund 1200 Anime-Fans kamen am Samstag zum fränkischen Stelldichein der Cosplay-Szene.
"Franco"-Besucherin Julia Schütz in ihrem Meerjungfrau-Kostüm vor der Kulisse Bambergs. Foto: Ronald Rinklef
 
Reger Tourismusbetrieb an der Bamberger Konzerthalle: Ratternde Reisebusmotoren vermischen sich mit den ausgelassenen Gesprächen der Besucher. Doch optisch hat die Szene, die sich an diesem Samstagvormittag im Weltkulturerbe abspielt, etwas Skurriles: Immer mehr Gestalten zeichnen sich von den Reisegruppen ab, umso näher man dem Haupteingang am Regnitzufer kommt.
Schrille Farben, auftoupierte Haare in Knallblau und Neongrün und futuristisch wirkende Roben strömen auf den Betrachter ein. Ein Faschingsumzug im Juli? Mitnichten. Die Warteschlange vor dem Gebäude hat einen anderen Grund, denn die Verkleideten warten auf den Einlass für die fünfte "Franco", ein Treffen für Fans des japanischen Cosplay-Verkleidungstrends.



Sailor Moon und Meerjungfrau

Auch Julia Schütz hat sich in die Reihe der Wartenden eingegliedert. Die Priesendorferin trägt einen türkisfarbenen Rock, eine weiße Bluse und eine schwarze Korsage. Die roten Haarlocken und ein gelber Plüschfisch verraten den Charakter, den die 25-Jährige darstellt: Als Meerjungfrau Arielle nimmt sie an der fränkischen Cosplay-Convention teil.
Julia ist schon seit Kinderjahren bekennender Fan des japanischen Zeichentricks, besser bekannt unter dem Begriff "Anime". Vor allem die Mangafiguren der Fernsehserie "Sailor Moon" hatten es der heute 25-Jährigen angetan. "Ich hab's im Fernsehen gesehen und dann war's um mich geschehen."


Im Ursprungsland gewesen

Anfang zwanzig stieg die ausgebildete Schneiderin in die Cosplay-Szene ein und besucht seitdem mit ihren selbstgenähten Kostümen zahlreiche Veranstaltungen wie die "Frankfurter Buchmesse" und die "Franco". Auch in das Ursprungsland des Manga-Hypes ist sie schon gereist: Mit Freunden verbrachte Julia zwei Wochen in Japan, wo Touristen in bestimmten Vierteln der Großstädte "fast erschlagen" werden, denn ein Anime-Laden reiht sich an den nächsten. "In Franken ist es da eher ein bisschen mau", findet Julia.
Auf den Austellungsflächen der "Franco" kommt allerdings auch ein Hauch des asiatischen Flairs auf. An den Warentischen stehen zahlreiche Begeisterte und stöbern in dem Sortiment aus bunten Perücken, Kissen mit aufgedruckten Manga-Stars und Kontaktlinsen, die die eigene Iris wahlweise in unnatürlichen Farben erscheinen oder millimeterklein wirken lassen.

Die Bamberger Cosplay-Convention findet seit 2013 statt, seitdem sind die Besucherzahlen stetig angestiegen. Im letzten Jahr kamen über 1000 Begeisterte zum Fan-Treffen. Auf dem Tagesprogramm für 2017 stehen verschiedene Workshops, Bühnenauftritte und Videospielwettbewerbe. Der abschließende Tanzball ist ein Highlight in Bamberg, für das ein Cosplay-Paar aus Sachsen-Anhalt extra angereist ist. Maximilian, an diesem Tag als Ninjakämpfer "Tobi" aus der japanischen "Naruto"-Mangareihe verkleidet, ist schon seit 2012 leidentschaftlicher Anhänger der Szene. Ihm gefalle am Verkleiden, dass man "dem Alltag entfliehen" und jemand anderes darstellen könne.


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Wie in einer Parallelwelt scheint auch ein anderer Besucher der "Franco" zu schweben. Mit braunen Lederstiefeln und wilden Dreadlocks unter dem Dreispitz torkelt Marco durch die Conventionhalle. Ein Mädchen bewundert sein Outfit. Der junge Mann bleibt in einer schiefen Pose stehen und sagt etwas verwaschen und mit ausladenden Handbewegungen: "Danke, Captain Jack Sparrow dankt dir." Der Nürnberger hat sich für das Cosplay-Treffen nicht nur wie der Pirat aus "Fluch der Karibik" verkleidet, er lebt vielmehr den Charakter. Nur das rollende "r" verrät seine fränkische Herkunft, als er erzählt, dass er mit der Maskerade nicht immer wie hier auf positive Reaktionen gestoßen ist. "Aber bei den negativen Kommentaren muss man einfach auf Durchzug schalten."


Hintergrund

Das Cosplay ist ein japanischer Kleidungstrend, bei dem sich Teilnehmer wie ihre Vorbilder aus der Manga-, Anime-, Comic- oder Filmwelt kostümieren und die Rolle möglichst originalgetreu darstellen.

Der Name "Franco" beinhaltet sowohl Franken als auch das Wort Convention. Damit stellten die vier Gründungsmitglieder Marcus Hoffmann, Larissa Paulus, Kim Henze und Andreas Back einen Heimatbezug her.
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